Polizeigewerkschaften besorgt über Gewalt gegen Polizisten

Junge Freiheit  13 Januar 2009

„Neue Dimension der Gewalt“

Berlin. Die deutschen Polizeigewerkschaften haben sich von der zunehmenden Zahl von Überfällen auf Polizisten betroffen gezeigt.

Vor allem Jugendliche aus Einwandererfamilien suchen dabei geradezu gezielt „ein Kräftemessen mit dem Staat, in dem sich die Verachtung der Täter für unsere Gesellschaft ausdrückt“, sagte der Bundesvorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt, gegenüber Spiegel Online.

Die Zahl der Vorfälle, in denen Polizisten in Auseinandersetzungen verwickelt wurden, nahm in den vergangenen zehn Jahren um über 20 Prozent zu. Für Aufsehen sorgte zuletzt ein Hinterhalt, den im September drei türkische Jugendliche in Köln gelegt hatten. Ein fingierter Notanruf war dazu bestimmt, zwei Polizisten als Geiseln zu nehmen und in einem „heiligen Krieg“ zu ermorden. Das Unterfangen scheiterte jedoch bereits im Ansatz.

„Neue Dimension der Gewalt“

Nur einen Monat später lockten vier Jugendliche aus Einwandererfamilien einen Streifenwagen in Bremen in einen Hinterhalt. Auch dieser Versuch schlug fehl. Als es nicht gelang, die Scheiben des Wagens mit Schlägern zu zerstören, flüchteten die Täter.

Die Beamten fanden später Brandbeschleuniger am Tatort, mit denen offensichtlich die Beamte im Fahrzeug angegriffen werden sollten. „Diese gezielten, hinterhältigen Attacken auf Polizisten stellen eine neue Dimension der Gewalt dar“, stellt Wendt fest.

Als gefährlich im Polizeialltag haben sich auch Gruppenbildungen bei Polizeieinsätzen erwiesen. „In Berlin oder im Duisburger Norden gibt es Stadtteile, in denen sich die Kollegen kaum noch trauen, ein Auto anzuhalten – weil sie wissen, daß sie dann 40 oder 50 Mann an der Backe haben.“ Angehörige versuchen hier oftmals Gefangenenbefreiungen von Festgenommenen.

Kritik an „Sozialstunden oder Bewährung“

„Die Gewalt gegen Polizeibeamte hat ebenso stark zugenommen wie die Respektlosigkeit gegenüber den Kollegen, die mit ihr einhergeht“, zitiert das Spiegel Online Wendts Kollegen von der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Konrad Freiberg.

Der GdP-Vorsitzende forderte höhere Strafen für Überfälle und Gewalttaten gegenüber Polizisten: „Unvermittelte Angriffe auf Gesundheit und Leben meiner Kollegen ... sind polizeilicher Alltag.“ Hier dürfe niemand mit „Sozialstunden oder Bewährung“ davonkommen.





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