Gutachten: „Hempher“ und die Merkez Dortmund Camii

Von Dr. Thomas Tartsch 13 Januar 2009

Das auf der Startseite der Homepage der
Merkez Dortmund Camii, Kielstr. 12, 44145 Dortmund
(HP: http://cami24.com ) zum downloaden in türkisch und deutsch angebotene Buch „Geständnisse von Hempher, einem britischen Spion und Britische Feindschaft gegen den Islam“ in der Ausgabe der türkischen Ihlâs Stiftung verdeutlicht nicht nur den in der heutigen Türkei breit verbreiteten Antagonismus gegen das am 23. September 1932 gegründete Königreich Saudi-Arabien und den dort herrschenden al-Muwahiddun (besser bekannt als al-Wahh?b?ya), da es aus der Konkursmasse des Osmanischen Imperiums hervorging, sondern auch die tief empfundene Demütigung durch die Niederlage im 1. Weltkrieg, wodurch insbesondere gegenüber dem früheren britischen Empire feindliche Ressentiments geschürt werden, da diese die al-Muwahiddun massiv unterstützen.

Das Buch selbst soll zum ersten Mal im Iran in den 1940er Jahren aufgetaucht sein, wo es auch gedruckt wurde. 1991 erschien die erste türkische Auflage, 1993 bereits die 11. 1992 wurde die erste deutsche Auflage gedruckt.1

Darüber hinaus beinhaltet das Buch auf S.3 auch ausdrücklich antijüdische und antichristliche Aussagen, die durch Sure 5, Vers 82 der Koran religiös legitimiert werden. Nach dieser Textstelle sollen Muslime keine Juden und Götzendiener zu Freunden nehmen:

„Sicherlich findest du, daß unter allen Menschen die Juden und die Götzendiener die erbittertsten Gegner der Gläubigen sind.“ [Zit. nach der Onlineausgabe des Koran auf der Homepage des Zentralrates der Muslime in Deutschland]

Neben der aus historischen Gründen gespeisten ablehnenden Haltung gegen die Juden, die in Form der ansässigen jüdischen Stämme zur Zeit des Propheten auf der arabischen Halbinsel die sich etablierende religiöse Kampfgemeinschaft der al-Umma al-Islamiyya in Yathrib (dem späteren Medina) nach der Hi?ra 622 n.Chr. bedrohte, wirft der Islam den Christen wegen der Trinität Shirk (Beigesellung) als Form des Polytheismus vor, womit Juden und Christen auch als Mushrik (Götzendiener) bezeichnet werden.

So Sure 9, Vers 30 und 31:
„Und die Juden sagen, Esra sei Allahs Sohn, und die Christen sagen, der Messias sei Allahs Sohn. Das ist das Wort aus ihrem Mund. Sie ahmen die Rede derer nach, die vordem ungläubig waren. Allahs Fluch über sie! Wie sind sie (doch) irregeleitet!“

„Sie haben sich ihre Schriftgelehrten (Rabbiner, eig. Einführung) und Mönche zu Herren genommen außer Allah; und den Messias, den Sohn der Maria. Und doch war ihnen geboten worden, allein den Einzigen Gott anzubeten. Es ist kein Gott außer Ihm. Gepriesen sei Er über das, was sie (Ihm) zur Seite stellen!“ [Zit. nach der Onlineausgabe des Koran auf der Homepage des Zentralrates der Muslime in Deutschland]

Dies geschieht auch im vorliegenden Buch, da die Mehrzahl der Christen aufgrund von angeblich verfälschten Evangelien zu „Götzenanbetern“ wurden, da nach islamischer Lehre Jesus nicht am Kreuz gestorben und auch nicht Gottes Sohn ist (siehe Sure 112, Vers 3). Die anderen Christen werden wegen der Nichtanerkennung des Propheten zu Kuff?r (Ungläubigen). Kufr (der Unglaube) beinhaltet die Ablehnung des Glaubens an Gott (Allah), die Leugnung der Prophetie Mohammeds und des Korans als Gottes Offenbarung.

Juden und Christen gelten dadurch im Islam als ahl al-kit?b (Schriftbesitzer), da sie Angehörige einer monotheistischen Buchreligion sind. Sie erhalten zwar eine besondere Stellung, wenn sie die Herrschaft des Islams anerkennen und mit dem Muslimen einen ?imma (Schutzvertrag im Sinne eines Unterwerfungsvertrages) abschließen, wodurch sie als niedere Gruppe neben der Umma gegen Zahlung der monetär höheren ?izya (Kopfsteuer) als Äquivalenz der Zakah (Läuterungsabgabe) der Muslime unter den Schutz islamischer Herrschaft als ahl ad-?imma (Leute des Vertrages) stehen. Sie sind aber nicht gleichberechtigt und waren in der Vergangenheit immer Diskriminierungen unter islamischer Herrschaft ausgesetzt, welche auch heute noch in einer Vielzahl islamischer Länder de facto gelten. So auch in der Türkei, wo eine irrationale Furcht vor einer „Christianisierung“ des Landes besteht.

Die hier angeführten Aussagen negieren nicht nur die im interreligiösen Dialog immer wieder angeführte angebliche Wesensverwandheit von Judentum, Christentum und Islam, sondern sie verdeutlichen die in der islamischen Lehre angelegte Abgrenzung der jüngsten verbal inspirierten Buch- und Gesetzesreligion gegenüber den beiden früher entstandenen monotheistischen Religionen.

Dieses drückt sich in der Gestalt des Propheten Muhammad aus, der in der Reihe der Propheten als der historisch Letzte angesehen wird, dem mit dem Koran die Offenbarung Allahs herab gesandt wurde. Er ist folglich nach islamischer Auffassung h?tam an-nabiyy?na („Das Siegel der Propheten“/Sure 33, Vers 40), womit die Reihe der Propheten ihr Ende gefunden hat. Muhammad selbst war Anhänger der al-han?f?ya, einer religiösen Strömung, die sich als vorislamische Monotheisten sahen, die weder Juden noch Christen waren.

Er selbst spricht durch die ihm direkt von Allah durch den Erzengel Gabriel offenbarten Verkündungen dem Juden- und Christentum jede Heilswirksamkeit ab, da Abraham eben nicht Stammvater der monotheistischen Religionen ist, sondern ein han?f, der nach Sure 2, Vers 135 weder Juden noch Christ war:

„Und sie sagen: "Seid ihr Juden oder Christen, dann werdet ihr rechtgeleitet sein." Sprich: "Nein! (Wir befolgten) die Religion Abrahams, der rechtgläubig war und nicht den Götzenanbetern angehörte.“ „ [Zit. nach der Onlineausgabe des Korans auf der Homepage des Zentralrates der Muslime In Deutschland]

Der Islam wird damit zum Inbegriff der ursprünglichen, dem Menschen seit jeher von Gott zugedachten Daseinshaltung, die jeder anderen Religion überlegen ist. So Sure 30, Vers 30:

„So richte dein Antlitz in aufrichtiger Weise auf den Glauben; (dies entspricht) der natürlichen Veranlagung, mit der Allah die Menschen geschaffen hat. Es gibt keine Veränderung an Allahs Schöpfung. Das ist der beständige Glaube. Allein die meisten Menschen wissen es nicht.“ [Zitiert nach der Onlineausgabe des Koran auf der Homepage des Zentralrates der Muslime in Deutschland]

Mag man die angeführte Seite nur als einen marginalen Teil des gesamten Buches sehen, so muss man den nicht von staatlicher Seite kontrollierten Koranunterricht in den Moscheen in eine Wertung einbeziehen, der in der Regel nach Geschlechtern getrennt primär an den Wochenenden durchgeführt wird. Werden dort solche Aussagen verbreitet und religiös untermauert, können sich desintegrative Tendenzen ergeben, da eine exklusive Stellung des Islams gegenüber Angehörigen anderer Religionen gelehrt wird, die in der Regel mit einem Überlegenheitsgefühl konform läuft.

Im vorliegendem Fall mischen sich zum einen die Neuschreibung von Geschichte, da die saudischen al-Muwahiddun auf Muhammad ibn Abd al-Wahhab zurückgehen, der im 18. Jahrhundert eine reformistische Ausrichtung des sunnitisch-hanbalitischen Islam lehrte, wozu er ein Bündnis mit dem Emir von Diraja Muhammad ibn Saud schloss, um seine Lehre zu verbreiten. Und weniger auf die britische Kolonialmacht, die im Kampf gegen das Osmanische Imperium die saudische Dynastie der ibn Saud unterstütze.

Zum anderen werden religiös legitimierte Antagonismen verstärkt, die aus der Frühzeit des Islam stammen und insbesondere antijudaistische Stereotype verstärken, die sich seit dem 20. Jahrhundert durch den Import westlicher antisemitischer Propaganda zu einem eliminatorischen Judenhass verstärkt haben.

Zu nennen wäre hier der Essay „Unser Kampf gegen die Juden“ von Sayyid Qutb aus den 1950er Jahren, dem bis heute nachwirkenden Chefideologen der 1928 von dem Volksschullehrer Hasan al-Bannâ gegründeten sunnitisch-ägyptischen Jama’at al-ikhwân al-muslimîn fi misr (Muslimbruderschaft).

Damit wird ein reduktionistisches Weltbild konstruiert, welches Versatzstücke antisemitischer Verschwörungstheorien mit einer glorifizierten Interpretation osmanischer Geschichte mischt, um eine neue sozial-religiöse determinierte Identität zu generieren, die sich scharf von Anhängern anderer Religionen abgrenzt, wozu hier explizit auch die Gläubigen des schiitischen Islam gehören, der als Gründung einer „jüdischen Verschwörung“ angesehen wird (auf die realen Hintergründe der š?'a kann hier nicht eingegangen werden).

Aber auch die Titulierung von Juden und Christen als „Juden und Götzenanbetern“ und als „größte Feinde des Islam“ beinhaltet eine bewusste Herabsetzung und Verunglimpfung der Gläubigen dieser Religionen.

Dies ist im vorliegenden Fall als problematisch anzusehen, da die Moscheegemeinde Dortmund Merkez Camii der D?T?B angeschlossen ist. Die seit 1982 (seit 1984 in Köln) in Deutschland aktive und dezentralistisch organisierte Diyanet ??leri Türk ?slam Birli?i ist der Auslandsableger der Diyanet ??leri Ba?kanl??? (Diyanet), dem 1924 gegründeten Präsidium für Religiöse Angelegenheiten, welches heute direkt dem Ministerpräsidenten unterstellt ist.

Diyanet wurde zur Überwachung und Eindämmung kemalismusfeindlicher Strömungen in der Türkei gegründet, da die Türkei kein laizistischer Staat mit getrennten Sphären ist, sondern die Religion durch Atatürk dem Staat untergeordnet wurde. Im Zuge der verstärkten Arbeitsmigration sollten die Auslandsableger der Diyanet nicht nur die religiöse Überwachung der Auslandstürken sicherstellen, sondern auch die Überweisung monetärer Mittel der „Gastarbeiter“ ins Heimatland aktivieren und die monogame Staatsloyalität der Auslandstürken zur Türkei erhalten.

Das geht auf die Konstruktion der sozialen Identität des bis zu Atatürk nicht existenten „Türkentums“ zurück, der die junge Republik Türkei bis heute zusammenhält. Auch wenn der Kampf innerhalb des Landes zwischen islamischen und kemalistischen Kämpfen derzeit auf einen Sieg ersterer hinweist, kann man die zunehmende Islamisierung nicht vom vorherrschenden übersteigerten Nationalismus und eine Rückbesinnung auf die Zeit des Osmanischen Imperiums trennen, die sich auch immer stärker in der türkischen Diaspora in Deutschland ausweitet.

Die Türkei hat bis heute keine Identität gefunden, sondern legitimiert sich durch den Gedanken der „türkischen Nation“, der auch die restriktive homogenisierende kulturelle Homogenisierungspolitik gegenüber Aleviten und Kurden und die bisher unterbliebene Aufarbeitung des Genozids an den Armeniern während der Osmanischen Herrschaft im 1. Weltkrieg erklärt
D?T?B stellt mit rund 880 Moschegemeinden den größten sunnitisch-türkischen Dachverband in Deutschland, der den angegliederten Moscheegemeinden in der Türkei ausgebildete Hodschas (die besoldete Staatsbeamte sind und von Diyanet/ den türkischen Konsulaten in Deutschland kontrolliert werden) zur Verfügung stellt. Diese bleiben in der Regel nur 4 – 5 Jahre in Deutschland und verfügen in der Regel über eine marginale Sprachkompetenz, womit sie auch bei gutem Willen nicht zur Integration beitragen können.

Das gilt auch für D?T?B Moscheegemeinden in Dortmund. Im Zuge der zunehmenden Islamisierung der Türkei in den letzten Jahrzehnten hat sich die Diyanet seit der Ministerpräsidentschaft von Necmettin Erbakan (dem bis heute unangefochtenen Anführer der global agierenden Millî Görü? Bewegung) von Mitte 1996 bis Mitte 1997 von einem Instrument der Kontrolle und Eindämmung zu einem wirksamen Instrument der Verbreitung des Islam im Land selbst und in den islamischen Diasporagemeinden gewandelt. Auch Recep Tayyip Erdo?an, der politische Ziehsohn von Erbakan und derzeitige türkischer Ministerpräsident, treibt die Islamisierung der Türkei weiter voran.

Der deutsche Ableger der Millî Görü? wird wegen seiner Aktivitäten, die teilweise im deutlichen Widerspruch zu den Grundwerten des demokratischen Rechtsstaats stehen, von den Sicherheitsbehörden des Bundes und der Länder überwacht. Sie beinhalten den Versuch der Installation einer nicht näher definierten islamischen „Adil Düzen“ (gerechten Ordnung) in parallelen gesellschaftlichen Strukturen, wobei auch immer wieder Bezüge zum Osmanischen Imperium hergestellt werden. In Deutschland bestehen zudem Kontakte der Millî Görü? zu einem als hochrangig angesehenen Funktionär der Muslimbruderschaft in Deutschland.

Auch wenn man aufgrund der gegebenen Heterogenität innerhalb der türkischen Community nicht von einer generellen Islamisierung durch alle D?T?B Moscheegemeinden sprechen kann, muss man fragen, warum eine solche Publikation zum downloaden angeboten wird. Das gilt auch auf der Link-Seite für die Verlinkung zur türkischen Zeitung Millî Gazete, die als Sprachrohr der Millî Görü? von den Sicherheitsbehörden eingestuft wird.

Ein Moscheeverein, der seit über 30 Jahren in Dortmund aktiv ist, sollte vielmehr zur Integration beitragen, anstatt neben dem angegebenen Buch auch downloads zu desintegrativen Sachfragen wie die Anleitung zur Befreiung vom gemischten Sport- und Schwimmunterricht anzubieten (siehe Startseite der Homepage, rechte untere Seite).

Zumal Vertreter der Merkez Dortmund Camii im Ausländerbeirat der Stadt Dortmund innerhalb einer gemeinsamen Liste der „Türkischen Verbände“ vertreten sind. Der Ausländerbeirat Dortmund legitimiert sich dabei auf Grundlage der Wahlen 2004, wobei nur 7,64% der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben haben, wobei die „Liste Türkische Verbände“ 60,24% der Stimmen erhielt. Vorsitzender des Ausländerbeirates ist ebenfalls ein Mitglied der D?T?B, der gleichzeitig dem „Rat der muslimischen Gemeinden in Dortmund“ angehört,dem auch Millî Görü? angehört.

Der Förderung von Integration steht auch die Geisteshaltung entgegen, die sich vor dem aktuellen Hintergrund der Kämpfe im Gazastreifen in einer Antwortmail auf eine Nachfrage eines Dortmunder Bürgers zeigt, der wegen des Buches Kontakt mit der Merkez Dortmund Camii aufgenommen hatte. Sie ist im folgendem angeführt (Rechtschreibung im Original):

Sehr geehrter …….,

ihre Absicht ist es wahrscheinlich, dass wir entscheiden, wo wir stehen. Entweder auf der Seite von Hamas oder israel.
Wir sind immer auf der Seite der Schwächen und Gerechtigkeit.

In Israel herrschen die zionisten - sogar die orthodoxe Juden in israel und USA sind gegen den Militär-Angriff geen Gaza.
Wenn unter 700 toten über 140 Kinder sind, glaube ich nicht, dass die Hälfte Hamas aktivisten sind. Machen Sie ihre Augen auf.
David gegen Golitah.

Die Raketen aus Gaza haben keinen Menschen getötet. Die Absicht von israel in Gaza einzumarschieren wurde bereits über 6 Monaten vorbereitet und geplant. Israel ist nicht mit europäischen Staaten zu vergleichen. israel ist Aggressor und Besatzer.

Die Verwaltung , dh. lieferung von Strom wird von Israel geleistet. Und wenn sie haben den Strom auch abgeschaltet und damit auch die Lebenserhaltende Geräte in den Krankenhäusern abgeschaltet.

Die Welt sollte jetzt erkennen, dass der Aggressor Israel nicht mehr weitermachen kann wie bisher. Egal wer in Gaza oder Palästina das Sagen hat, ob Hamas oder Arafat. Die sind und werden Ziele von israel sein. Schliesslich wurde Arafat auch langsam getötet.

Sie haben jetzt die Aufabe an ihre israelische Freunde zu Apellieren, mit morden aufzuhören. Machen sie ihre Augen auf, betrachten Sie es aus einer anderen Perspektive.
Das Massaker muss endlich aufhören.

Wir haben kein Hassprediger. Lesen Sie doch den geflschten Tora, dann erkennen sie wer Hasspredigt.

Wir sind Stolz auf unsere Osmanische Reich. Ich weiss nicht, welches Land Sie mit Türkei vergleichen. Türkei ist mehrmals Doppelt so groß wie BRD :-)

Ich wünsche Ihnen noch einen angenehme Nacht. Stellen Sie vor, sie können vor Bombenangriffen gar nicht schlafen?

Mit freundlichen Grüßen
info@cami24.de

Die Mail offenbart die in der islamischen Welt vorherrschende einseitige Schuldzuweisung Israels an den Konflikt durch Muslime, die nicht nur durch politische Entwicklungen determiniert ist, sondern durch den mit der Religion legitimierten Anspruch auf Palästina und Jerusalem als Ort der al Aqsa Moschee als „Entfernteste Moschee“ (al-masdschid al-aqs?).

Eine Sichtweise, die seit Abd al-Malik (ein Umayyaden-Kalif im 7. Jahrhundert) aus politischen Gründen durch die Nacht – und Himmelfahrt des Propheten immer legitimiert wurde, um den islamischen Anspruch auf Jerusalem zu untermauern (siehe Sure 17, Vers 1). Der Hinweis auf die „gefälschte Tora“ untermauert dabei die im vorliegendem Buch gemachten Aussagen, was auf eine zumindest als problematisch einzustufende Sicht des Verfassers auf das Judentum und den Staat Israel hinweist.

Ebenso besinnt man sich eher auf die Zeit des Osmanischen Imperiums, als hier angekommen zu sein.

Auch die IGMG Anadolu Camii in Dortmund veranstaltete zeitgleich eine antiisraelische Protestaktion und beteiligte sich in Dortmund an einer Demonstration mit derselben Intention.2

Fasst man das alles zusammen, so fragt sich, ob die Merkez Dortmund Camii überhaupt an einer Integration ihrer Gemeindemitglieder interessiert ist und was in der Camii gelehrt wird.

Wenn dort eine als einzig und absolut wahr angesehene Lehre vermittelt wird, die sich auf Schriften wie „Hempher“ stützt, wird nicht nur die Nähe zur Indoktrination primär jugendlicher Muslima und Muslime überschritten, sondern es ergeben sich strafrechtliche Fragen, da gezielt Ressentiments und Verunglimpfungen gegenüber Angehörigen einer anderen Religionsauslegung und Angehörigen anderer Religionen geschürt werden.

Gerade vor den immer größer sichtbar werdenden integrativen Problemen in Dortmund, wo ganze durch soziale residentielle Segregation gekennzeichnete Stadtteile drohen, sich durch eine mehrkernige ethnisch-religiöse Segregation an die Entwicklung der „orientalischen Stadt“ anzupassen, kann man keinen Dialog mit Moscheegemeinden islamischer Dachverbänden führen, die zweifelhafte Schriften anbieten. Denn in diesen sich abschottenden Stadtteilen wirken auch islamistische Kräfte, die gezielt die ganze Šar?a einführen wollen.

Da schon durch Bauprojekte wie dem „Wohnpark Grimmelsiepen“ mit angeschlossener Camii der D?T?B Dortmund-Hoerde langfristig Desintegration gefördert wird, sollte hier Klarheit über die Aktivitäten islamischer Akteure geschaffen werden.

Das gilt auch für den Ausländerbeirat der Stadt Dortmund und den „Rat der muslimischen Gemeinden in Dortmund“.

Dr. Thomas Tartsch

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1 Einen Überblick zur Geschichte des Buches gibt Peskes (2000):
www.dayan.org/dayanim/2006/Die-Wahhabiya-Als-Innerislamisches.PDF

2 IGMG Homepage (2009):
http://www.igmg.de/nachrichten/artikel/dortmund-solidaritatsbekundung-mi...


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Hintergrund: Christian Manfred Ganczarski

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Literatur:

Thomas Tartsch: "Da’wa und Jihad – Islamischer Fundamentalismus und Jihadismus. Bedrohung der inneren Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland?" Eine vertiefende Analyse unter Einbeziehung aktueller und empirischer Daten

Tartsch: Islamismus, Dialog und Euro Islam





 
 

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