![]() | EN Roundup |
Sozialwissenschaftler Tartsch sieht "Uniday 2009" der Milli Görüs in Dortmund als problematisch an
newsmax.de (Pressemitteilung) 9 März 2009
Milli Görüs „Uniday 2009“ am 4. April in Dortmund - Als Redner ist Tariq Ramadan, Enkel des Gründers der ägyptischen Muslimbruderschaft, eingeladen
Die Studentenabteilung der sunnitisch-türkischen Mili Görüs will in der Dortmunder Westfalenhalle den "Uniday 2009" veranstalten. Der Sozialwissenschaftler Dr. Tartsch fragt, ob es sich hier um eine Veranstaltung handelt, mit der neue Mitglieder rekrutiert werden sollen, die in einer Stadt stattfindet, die zum Zentrum des taktischen Islamismus geworden ist.
Die Jugendabteilung der [wegen ihrer islamistischen Aktivitäten in Deutschland von den Sicherheitsbehörden beobachteten] „Islamischen Gemeinschaft Milli Görüs“ (IGMG) will am 04.04.2009 in der Westfalenhalle in Dortmund den „Uniday 2009“ ausrichten, wozu als Gastredner auch Tariq Ramadan eingeladen ist, der durch sein Konzept des dar as-sahadah (Haus des Glaubensbekenntnisses) Bekanntheit erlangt hat:
Für den Sozialwissenschaftler Dr. Thomas Tartsch stellt diese Veranstaltung einen Versuch dar, gezielt muslimische Studenten für die IGMG zu rekrutieren, um den Einfluss der Organisation an Universitäten auszuweiten.Tariq Ramadan ist ein Enkel von Hassan al-Banna, dem Begründer der ägyptischen „dschamyiat al-ikhwan al-muslimun fi misr“ (Muslimbruderschaft), der ältesten und einflussreichsten islamischen Reformbewegung der Neuzeit, deren bekanntester Theoretiker Sayyid Qutb (1906 – 1966) auch heute noch alle islamistischen und jihadistischen Gruppen und Organisationen beeinflusst.
Der Vater von Tariq Ramadan war Said Ramadan, Privatsekretär und Schwiegersohn von al-Bannâ, der 1959 an der Universität Köln promovierte und zwischen 1956 und 1958 die Zweige der Muslimbruderschaft in Jordanien, Syrien, dem Libanon und in Saudi-Arabien reaktivierte.
Im August 1958 ließ er sich in Genf nieder, wo er im Jahre 1961 das Islamische Zentrum Genf (Centre islamique de Genève) gründete, welches heute von seinem Sohn und dem Bruder von Tariq Ramadan, Hani Ramadan, geleitet wird. 1962 war er an der Gründung der Islamischen Weltliga in führender Position beteiligt.
Said Ramadan eröffnete mit dem Ziel der Islamisierung Europas eine Kette von islamischen, von den Regierungen der jeweiligen Länder unabhängige Zentren, deren deutsche Ableger auch Mitglieder im „Zentralrat der Muslime in Deutschland e.V.“ (ZMD) sind, ebenfalls von den Sicherheitsbehörden beobachtet werden.
Auch wenn Tariq Ramadan primär als Vertreter eines „Euro-Islam“ gesehen wird, muss seine Intention hinterfragt werden. Nicht nur, weil er die Lehren von al-Bannâ eloquent vertritt, sondern auch, weil sein Konzept des dar as-sahadah nicht der Kompatibilität des Islam, mit der westlichen Normen- und Wertestruktur, dient.
Nach Einschätzung der renommierten Religions- und Islamwissenschaftlerin Frau Prof. Dr. Ursula Spuler-Stegemann vertritt Ramadan das Konzept einer „Einheit der Muslime“ als tauhid, der sich üblicherweise auf die Einheit und Einigkeit Allahs bezieht, in der hier vertretenen Form aber die Einheit der Umma mit dem Willen Allahs bezeichnet.
Nach Spuler-Stegemann liegt die Brisanz hierbei nicht nur in der Stärkung des „Wir-Gefühls“ der Muslime untereinander, sondern auch im Ausschluss der Angehörigen anderer Religionen und Muslime, die sich die Ideologie der ursprünglichen Gemeinschaft nicht aneignen.
Damit soll die Umma reaktiviert und historische Entwicklungen revidiert werden. Aus diesem Grund versteht Ramadan in seinem Buch „Muslimsein in Europa“ Da’wa (Missionierung) nicht nur als verbale Missionierung oder Propaganda, sondern jede Förderung des Islam in der Diaspora.
Die IGMG, aus Sicht der Verfassungsschutzbehörden die größte sunnitisch-türkische islamistische Organisation, wird wegen ihrer desintegrativen Aktivitäten beobachtet. Ihre isolationistische Abschottungspolitik dient dazu, ihre Sichtweise des Islam als alleinigen Maßstab des Einzelnen, des gesellschaftlichen und politischen Lebens zu vermitteln, an dem sich alle Sphären auszurichten haben, weshalb islamistische Milieus in Deutschland entstehen und verfestigt werden sollen.
Somit zählt die IGMG damit zum taktischen Islamismus, der seine Ziele legalistisch (ohne Gewalt) erreichen will. Auch die Jugendabteilung der IGMG (zu der die Studentenabteilung gehört), die den Uniday 2009 ausrichtet, dient der Zielerreichung der Gewinnung von gut ausgebildeten Mitgliedern zur Kaderbildung, die im Außenverhältnis ein gemäßigtes Bild vermitteln sollen, die unter anderem im „Institut Européen des Sciences Humaines (IESH)“ bei Château–Chinon (Frankreich) ausgebildet werden, wobei das IESH der Muslimbruderschaft nahe stehen soll.
Ebenso ist die Jugendabteilung der IGMG Mitglied des „Forum of European Muslim Youth and Student Organizations“ (FEMYSO), ein europäisches Netzwerk muslimischer Jugend- und Studentenorganisationen, das ein Büro in Brüssel unterhält und der Muslimbruderschaft zugerechnet wird
Für Dr. Tartsch, der ein Ende des bisherigen „Dialoges“ und eine harte Auseinandersetzung mit den islamischen Dachorganisationen in Deutschland fordert, besitzt eine solche Veranstaltung, vor dem Hintergrund der vorliegenden Indizien, eine desintegrative und primär der Da’wa dienende Bedeutung, die der Abschottung von muslimischen Studenten von ihren Kommilitonen und der Verstärkung von Ressentiments gegenüber der nichtislamischen Umwelt dient.
Gerade die Universitäten, die ein Vorbild des kulturellen Austausches darstellen sollten, sind in den letzten Jahren verstärkt in das Fadenkreuz des taktischen Islamismus geraten. So existieren an jeder großen Universität in NRW islamische Studentengruppen mit Verbindungen zu Ablegern der Muslimbruderschaft in Aachen und München.
Ebenso vertreten verstärkt islamische Studenten antisemitische Vorurteile, was die Studie „Muslime in Deutschland“ des BMI von Dezember 2007 belegt. Von den dort befragten Studenten vertraten knapp ein Drittel in ihrer Tendenz und etwa 10% in extremer Form pauschale antisemitische Vorurteile.
In einer Stadt wie Dortmund, die sich zu einem Zentrum des taktischen Islamismus in Deutschland entwickelt hat, kann eine solche Veranstaltung negative Außenwirkungen entfalten. Schon jetzt agieren in Dortmund alle Ausformungen türkischer und arabischer Organisationen im Rahmen der von Dr. Tartsch so charakterisierten „zweiten Islamisierung“, als aktive Unterstützung desintegrativer Bauvorhaben, wie der geplanten Moschee mit angeschlossenem Wohnpark der DITIB-Moscheegemeinde in Dortmund Hörde mit einem Umfang von 3,5 ha durch Politik, Sozialverbände und Kirchen.
Die "Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion" (DITIB) selbst hat sich, im Zuge der islamischen Regierung der AKP als Auslandsableger des direkt dem türkischen Ministerpräsidenten Erdogan unterstellten "Präsidiums für Religionsangelegenheiten" (Diyanet), von einem Hüter des islamfeindlichen Kemalismus zu einem aktiven Werkzeug der Islamisierung mit extrem nationalistischem Fundament entwickelt, die sich immer weiter dem organisierten islamischen Fundamentalismus in Deutschland annähert.
Zudem wird der Ausländerbeirat der Stadt Dortmund von Mitgliedern der „Allgemeinen Aktiven Liste der Türkischen Verbände“ dominiert, die ihrerseits in der Majorität islamischen Dachverbänden angehören und bis jetzt keinerlei nennenswerte integrative Arbeit geleistet haben.
Es wäre nach Ansicht von Dr. Tartsch nachzufragen, ob solch eine Veranstaltung in diesem Umfeld allein der Da’wa und der Rekrutierung neuer Mitglieder dienen soll, mithin der isolationistischen Abschottungspolitik der Mutterorganisation, die bestehende islamistische Milieus in der Stadt und an der Universität Dortmund verfestigen würde.
Denn schon während der Anfertigung seiner Dissertation hat Dr. Tartsch das von der Universität Dortmund aus betriebene salafitische Internetportal „ www.islamiat.de “ untersucht, unter dessen URL heute die islamische „WALI Bildungs- und Begegnungsstätte“ in Dortmund zu erreichen ist.
Dr. Thomas Tartsch Studium (sehr gut) und Promotion (magna cum laude) mit dem Themenschwerpunkt: "Islamischer Fundamentalismus und Jihadismus - Gefährdung der inneren Sicherheit in einer globalen Gefährdungslage?" vor der Folie einer verschiedene Fachdisziplinen verklammernden Sichtweise, Freiberuflicher Publizist und Verleger, Politikberatung http://www.thomastartsch.org/Themenschwerpunkte: Islamischer Fundamentalismus in Deutschland, Jihadismus, Homegrown Terrorism, Lagebilderstellung und Lagebeurteilung, Counterterrorism und Counterinsurgency
Necla Kelek: Tariq Ramadan - Kein Fortschritt, keine freie Rede
Dr. Gudrun Eussner: Tariq Ramadan - Was der Westen vom Islam lernen kann: Lektion 1 - 24
Dr. Gudrun Eussner: Tariq Ramadan. Was der Westen vom Islam lernen kann: Lektion 25
Visum-Verweigerung für Tariq Ramadan von US-Gericht bestätigt
Interview: Ralph Ghadban "Tariq Ramadan und die Islamisierung Europas"
Ralph Ghadban: Tariq Ramadan - Pyromanischer Feuerwehrmann
Daniel Pipes: Warum wurde das US-Visum für Tariq Ramadan zurückgezogen?
Daniel Pipes: Lügt Tariq Ramadan in Sachen Magdi Allam?
English:
Tariq Ramadan is at it Again
Tariq Ramadan new links to terror
Swiss intelligence informant confirms links between Ayman Al Zawahiri and the Ramadan brothers
Is Tariq Ramadan Lying [about Magdi Allam]?
• Deutschland: Ibrahim El-Zayat unterstützt Ziele der Muslimbruderschaft
• Radikaler Islam: Muslimbrüder zerstören Deutschland von innen
• Der Herr der Moscheen: Ibrahim El-Zayat verwaltet mehr als 600 Moscheen in Europa
• Muslimbruderschaft - Ist Berlin ihre Zentrale im Westen?
• Der europäische Fatwa-Rat und die islamgerechte Kapitalbetreuung
• Yusuf Al-Qaradawi: Gefährlicher Aktivist mit religiösem Anspruch
• Österreich: Die Muslimbrüder werden nervös
• Muslimische Studentenunion (MSU): Islamisten an der Uni - radikaler Muslimbruderschaft nahe
• Die Muslimbruderschaft ist schon ein merkwürdiger Klub
• Charlottenburger Inssan-Moscheeprojekt im Zwielicht einer Muslimbruderschaft
• Muslimbruderschaft fordert Gottesstaat Ägypten
...
• Milli Görüs (IGMG) größte islamische Vereinigung Deutschlands
• Milli Görüs (IGMG) - Hauptfeind ein wirres antisemitisches Zerrbild von Juden
• Milli Görüs (IGMG) Gründer Erbakan nennt Juden "Bakterien" und "Krankheiten"
• Türkei unterstützt Milli Görüs - Verfassungsschutz beobachtet Extremistenorganisation
Gericht weist "Milli Görüs" Klage ab - darf "weiterhin als antidemokratisch bezeichnet werden"
Tagung der IGMG-Gemeinde Düsseldorf - Koran & Sunna müssen Richtlinien bilden
Milli Görüs (IGMG) vergibt Studienstipendien - Kopftuch erwünscht
Extremismus: Milli Görüs (IGMG) baut Netz an deutschen Unis aus
Integrationsgipfel: Milli Görüs (IGMG) - Dialog mit Extremisten?





Comments