"Situation der Christen im Irak ist eine Tragödie"

Stephanscom.at  26 März 2009

Der Chaldäisch-katholische Erzbischof von Kirkuk im Irak, Louis Sako, ist auf Österreich-Besuch. Er warnt vor dem Verschwinden des Christentums im Irak. Am Freitag findet in Wien ein "Schweigemarsch für verfolgte Christen" statt.

Der chaldäisch-katholische Erzbischof von Kirkuk, Louis Sako, hat vor einem Verschwinden des Christentums aus dem Irak gewarnt. Die Christen im Irak hätten in den vergangenen fünf Jahren stark gelitten, erklärte Erzbischof Sako am Mittwoch, 25. März 2009, bei einem Pressegespräch in Wien.

Insgesamt seien in diesem Zeitraum 750 Christen getötet wurden, unter ihnen auch der Erzbischof von Mossul, Paulos Faraj Rahho. "200.000 Christen haben das Land verlassen. Das ist eine Tragödie für uns", sagte Erzbischof Sako. Er bat um Unterstützung für die Christen, damit diese im Irak bleiben oder zurückkehren können.

Lage hat sich ein wenig verbessert

Mittlerweile habe sich die Lage in der Hauptstadt Bagdad und auch im südirakischen Basra zwar ein wenig verbessert, stellte der Erzbischof fest. Mossul sei aber nach wie vor der gefährlichste Platz für Christen im Irak. Sako, der 2003 zum Erzbischof der nordirakischen Erdölstadt Kirkuk ernannt wurde, stammt selbst aus Mossul. Als Hauptgrund für die unveränderte Lage in Mossul sieht er die Präsenz der Wahabiten (eine radikale theologische Strömung im sunnitischen Islam, die in Saudiarabien den Rang einer Staatsideologie hat) die dort leben. "Die Fundamentalisten wollen einen islamischen Staat errichten. Und Sunniten wie Schiiten denken, dass die Christen Ausländer sind", beklagte Erzbischof Sako (...)

 
 

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