Wachsende Gewalt: Macho-Kultur & Waffenkult bei Einwanderkindern

WELT ONLINE 06 November 2007
Von Oliver Schirg

Der renommierte Kriminologe Prof. Christian Pfeiffer von Universität Hannover hat mit Überraschung auf die rasche Entlassung der vier Jugendlichen aus Polizeigewahrsam reagiert, die am Wochenende zwei andere Jugendliche mit einem Messer und einer abgebrochenen Flasche schwer verletzt haben sollen.

„Die Justiz wäre gut beraten, die Gründe für ihre Entscheidung der Öffentlichkeit zu erklären“, sagte Pfeiffer am Montag der WELT ONLINE. „Wenn der Messerstecher ein Geständnis abgelegt hätte und sozial gut integriert ist, wäre eine solche Entscheidung durchaus nachvollziehbar.“ Es sei eine „erklärende Justiz“ notwendig, „damit nicht das Missverständnis entstehe, dass man einem unschuldigen Opfer ein Messer in den Bauch rammen kann und danach trotz unklarer Beweislage in Freiheit bleibt.“ Die Gefahr der Beeinflussung von Mittätern liege dann ja auf der Hand.

Jugendliche Täter nach Messerattacke wieder frei

Beunruhigt zeigte sich der Experte darüber, dass einer der Täter mit einem Messer auf die Opfer losgegangen sei. Das sei typisch für junge Kriminelle mit Migrationshintergrund. „Die Justiz muss klar machen, dass sie Messerattacken nicht auf die leichte Schulter nimmt“, sagte Pfeiffer.

In Großbritannien gebe es „eine dramatische Zunahme tödlicher Messerattacken durch Jugendliche aus ethnischen Minderheiten“. Das Risiko, Opfer zu werden, habe sich dort in den vergangenen Jahren „mehr als verdoppelt“.

Eine Änderung des Waffengesetzes hält Pfeiffer für unnötig

„Vom Waffenrecht her sind wir gut aufgestellt.“ Stattdessen müsse in Deutschland mehr gegen die „Macho-Kultur, die bei vielen Migranten ausgeprägt ist“, unternommen werden. Gerade unter türkischen Jugendlichen gebe es einen ausgeprägten „Waffenkult“ und „das Bedürfnis, ständig die eigenen Kräfte mit anderen messen zu müssen“.

Bei einer repräsentativen Befragung von 17.000 Jugendlichen hätten sich vier Prozent der befragten deutschen männlichen Jugendlichen als Machos geoutet, sagte Pfeiffer. Unter türkischen Jungen habe der Anteil bei 24 Prozent gelegen.

Allerdings geht der Kriminologe davon aus, dass man (...)





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