«Ich habe viele Leute enthauptet, die meine Freunde waren»

20minuten 12 November 2009

Der saudische Scharfrichter Abdallah Bin Sa'id Al-Bishi hat schon hunderte von Menschen geköpft. Im Fernsehen plaudert der Henker locker über seinen Job. Al-Bishi wird in dem Beitrag, der bereits im November 2006 auf dem libanesischen Sender LBC TV ausgestrahlt wurde und jetzt im Web zirkuliert, in einer Video-Zuschaltung interviewt. Zuvor spielt der Sender ein im Wohnzimmer des Henkers aufgenommenes Porträt ein, in dem Al-Bishi stolz seine Schwerter präsentiert und im Kreise seiner Kinder von seiner Arbeit erzählt.

«Mein erster Auftrag war die Hinrichtung von drei Personen»

«Es gibt keine Diskussion mit ihm, wenn die Köpfe reif sind. Ist die Erntezeit da, ist er der geeignetste für den Job», leitet eine Stimme aus dem Off markig den Beitrag ein, der vom israelfreundlichen Middle East Media Research Institute (MEMRI) englisch untertitelt wurde. «Ich begann nach dem Tod meines Vaters in diesem Bereich zu arbeiten», erzählt Al-Bishi. Das sei 1412 (nach westlicher Zeitrechnung 1991-92) gewesen. «Ich hatte natürlich keine Schwerter, damals, aber ich benutzte die Schwerter meines seligen Vaters», fährt der Scharfrichter fort und stellt lakonisch fest: «Mein erster Auftrag war die Hinrichtung von drei Personen.»

Al-Bishi hat seine blutige Profession von seinem Vater geerbt. Schon als kleiner Junge habe er seinen Vater einmal nach Mekka zu einer Enthauptung begleitet, erzählt er. «Wir kamen an. Ich war ein kleiner Junge. Das erste, was mir in den Sinn kam, wenn Leute über Hinrichtungen sprachen, war das Verdauungssystem. Ich wollte das sehen. Zu dieser Zeit hatten wir gerade eine Prüfung in der Schule über das Verdauungssystem. (...) Als mein Vater den Mann exekutierte, rannte ich hin, um das Verdauungssystem zu sehen — aber alles, was ich zu sehen bekam, war, wie der Kopf des Mannes fiel. Und wo der Nacken gewesen war, war eine Art Fontäne. Die vesiegte. Das war's.» Er habe das nicht ausgehalten und sei erst wieder auf dem Heimweg im Auto zu sich gekommen. Nachts habe er dann Alpträume gehabt, aber nur einmal. «Dann gewöhnte ich mich daran, Allah sei gepriese (...)