Wiener Extremisten-Connection

derStandard.at 8 Februar 2010

Die Festnahme einer islamistischen Splittergruppe in Bosnien und Herzegowina im österreichischen Kontext In der Nacht auf vergangenen Dienstag wurden in Bosnien und Herzegowina bei einer Großrazzia mehrere Mitglieder einer Gruppe ultrakonservativer Muslime festgenommen (derStandard.at berichtete). Laut der bosnischen Justizbehörde sind die sieben festgenommenen Wahhabiten mit einer langen Liste an Vorwürfen konfrontiert: Illegaler Waffenbesitz, Gefährdung der Gebietseinheit Bosnien-Herzegowinas, Angriff auf die Verfassungsordnung und der Provokation von ethnischem und religiösem Hass. Die Untersuchungshaft wurde auf die Dauer von einem Monat verhängt, zehn oder mehr Jahre Gefängnis drohen. Konkrete Hinweise auf terroristische Aktivitäten wurden offenbar bisher nicht gefunden.

Das Dorf Gornja Maoca, in dem die Festnahmen stattfanden, glich schon seit Jahren einer Festung: Eine örtliche Polizeistreife wurde vor kurzem daran gehindert, in die Kommune zu fahren, Journalisten wagten sich nicht hinein. Einzig der serbische Sender B92 brachte eine Reportage: Man traf auf unfreundliche bewaffnete Männer mit langen Bärten in Uniform. Geltende Rechtsordnung war die Scharia, zum Dorfvorsteher Nusret Imamovic, der nun verhaftet wurde, gelangte man nicht. Mitten in der ultrakonservativen Gemeinde fand man aber ein Auto mit Wiener Kennzeichen (...)