Muslim-Verband KIOS will eigene Friedhöfe in jedem Kanton

Swissinfo 15 März 2010

Bern - Der islamische Verband KIOS will eigene Friedhöfe für Muslime in jedem Kanton. Muslime sollten "in Würde" bestattet werden können, wie Präsident Farhad Afshar sagt. Er bereitet zudem eine Klage vor, damit ein Gericht die Frage der Religionsfreiheit klärt.

Musliminnen und Muslime sollen in der Schweiz nicht einfach bestattet werden, sondern "in Würde und ihrer Religion entsprechend", bestätigte Farhad Afshar einen Bericht der Zeitung "Sonntag". Afshar ist Präsident der KIOS (Koordination Islamischer Organisationen Schweiz).

Gemäss KIOS-Forderung soll in jedem Kanton ein islamischer Friedhof entstehen. Dazu könnten sich mehrere Gemeinden zu Verbünden zusammenschliessen, so Afshar. Ebenfalls denkbar wäre ein zentraler Privatfriedhof für die ganze Schweiz. "Doch dies würde eine Umzonung voraussetzen", sagte Afshar zur SDA. Bisher habe sich keine Gemeinde zu einem solchen Schritt bereit erklärt.

Nachdem die Gemeinde Köniz BE vor wenigen Tagen ein eigenes Grabfeld für Muslime abgelehnt hatte, bereitet die KIOS nun eine Klage für einen nächsten derartigen Fall vor. "Es ist nötig, dass wir die Situation rechtlich klären lassen", sagte Afshar. "Wenn man uns eigene Grabfelder verweigert, verstösst das gegen die Religionsfreiheit (...)