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Arabischer Frühling: Warum die Islamisten ganz Nordafrika beherrschen
Welt Online 30 November 2011
Von Alfred Hackensberger
Nach dem "arabischen Frühling" in Nordafrika haben die befreiten Menschen gewählt. Davon profitiert haben die Islamisten. Und dafür gibt es gute Gründe. Der kommende Freitag wird ein historischer Tag in der Geschichte Tunesiens sein.
Nach mehr als fünf Jahrzehnten Diktatur tritt zum ersten Mal eine demokratisch gewählte politische Institution zusammen: die verfassunggebende Versammlung.
Ihre 217 Mitglieder werden einen neuen Präsidenten wählen, der dann Hamadi Jabali zum Premierminister ernennen und mit der Aufgabe betrauen wird, eine neue Regierung zu bilden.
Der 63-Jährige ist der Generalsekretär der islamistischen Partei Ennahda, die die Wahlen vom 23. Oktober gewonnen hat und mit 89 Sitzen die verfassunggebende Versammlung dominiert. Aus ihren Reihen werden auch die wichtigsten Minister kommen.
Die Marokkaner haben am 25. November ein neues Parlament gewählt, und auch dort gewannen die Islamisten. Abdelilah Benkirane, der Generalsekretär der Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung (PJD), wird im westlichsten Maghrebland neuer Premier.
In Ägypten wird nach dem gestrigen Wahlauftakt damit gerechnet, dass die konservativ-islamische Muslimbruderschaft den Sieg davontragen wird. Drei Länder, drei Wahlen, dreimal Islamisten als Sieger.
Vom "arabischen Frühling" zum "arabischen Herbst"
Man nannte es den "arabischen Frühling", der mit dem Aufstand gegen die Diktatur in Tunesien begonnen hatte und sich über die ganze Region ausbreitete.
Ein Aufbegehren der Menschen, die auf den Straßen für "Arbeit, Brot und Freiheit" demonstrierten und dabei das Risiko auf sich nahmen, von den Sicherheitskräften erschossen zu werden. (...)



