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Kriminologe Pfeiffer „Gesellschaft darf prügelnde Väter nicht dulden“
Ostseezeitung (Abonnement) 04 Januar 2008
Berlin. Zum Thema Jugendstrafrechts-Verschärfung sprach Reinhard Zweigler von der Ostseezeitung mit dem Kriminologen Christian Pfeiffer.
OZ: Hat Roland Koch eine notwendige Debatte angestoßen?
Pfeiffer: Koch hätte eine wichtige Debatte angestoßen, wenn sich am Ende Vernunftargumente durchsetzen. Es ist nicht zu leugnen, dass jugendliche Ausländer häufiger straffällig werden als Deutsche.
OZ: Wo liegen die Ursachen?
Pfeiffer: Es gibt ein ganzes Bündel von innerfamiliären und äußeren Faktoren, die die Neigung zu Gewalt fördern. So ist die innerfamiliäre Gewalt in ausländischen wesentlich höher als in deutschen Familien. Der Medienkonsum – vor allem brutale Videospiele – leider auch. Hinzu kommt eine enorme Benachteiligung im Bildungssystem. Die Zahl der Schulabgänger ohne Abschluss ist mit 22 Prozent fast drei Mal so hoch wie bei Deutschen, obwohl die Intelligenz messbar genauso hoch ist. Jugendliche Ausländer werden an den Schulen früh zu Außenseitern, die sich ihre Anerkennung in der Clique suchen. Hinzu kommt das Sprachproblem. Viele ausländische Eltern können bei der schulischen Erziehung wegen mangelnder Sprachkenntnisse gar nicht mithelfen.
OZ: Ist Abschieben die Lösung?
Pfeiffer: Abschieben kann helfen. Aber ich bin dafür, nicht die Jugendlichen abzuschieben, sondern deren prügelnde Väter. Wir tun viel zu wenig gegen die innerfamiliäre Gewalt, die zumeist von den Vätern ausgeht. Schon heute können prügelnde türkische Väter für sechs Monate aus der elterlichen Wohnung verwiesen werden. Ich finde, an dieser Stelle sollten wir konsequenter sein und diese Männer abschieben. Dies wäre auch ein klares Symbol dafür, dass unsere zivilisierte Gesellschaft prügelnde Väter nicht duldet.
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