Genitalverstümmelung: 155 Millionen Frauen leiden unter den Folgen

dieStandard 6 Februar 2012

Etwa 8.000 Mädchen werden pro Tag der FGM unterzogen - Petra Bayr verweist darauf, dass in Wien rund 1.900 Frauen gefährdet sind Wien - SPÖ-Entwicklungssprecherin Petra Bayr weist darauf hin, dass Genitalverstümmelung auch für Frauen in Österreich ein Problem darstellt. "FGM (Female Genital Mutilation, Anm.) ist kein afrikanisches oder asiatisches Phänomen", betonte sie in einer Aussendung zum Internationalen Tag gegen weibliche Genitalverstümmelung, der am 6. Februar begangen wird. Auch in Wien seien zirka 1.900 Frauen, die aus Ländern stammen, wo Genitalverstümmelung verbreitet ist, einem potenziellen Risiko ausgesetzt, so Bayr.

Mit dem Ziel, auch "in Österreich auf dieses Thema aufmerksam zu machen und die Bevölkerung hinsichtlich weiblicher Genitalverstümmelung zu sensibilisieren" stellten Bayr und die Österreichische Plattform gegen weibliche Genitalverstümmelung "Stop FGM" am Freitag Projekte zur Bekämpfung von FGM im In- und Ausland vor. VertreterInnen der Internationalen Organisation für Migration (IOM) sowie Nichtregierungsorganisationen wie SONNE-International oder FEM-Süd berichteten etwa von Projekten in Äthiopien, die mit Aufklärungsfilmen zu Diskussionen und zum Nachdenken anregen wollen.

Laut dem UNO-Kinderhilfswerk UNICEF werden etwa drei Millionen weibliche Personen jährlich einer Genitalverstümmelung unterzogen. Das entspricht etwa 8.000 Mädchen pro Tag, so die Menschenrechtsorganisation Amnesty International. Weltweit leiden etwa 155 Millionen Frauen unter den Folgen von FGM. (...)