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Carrell gegen Chomeni oder Was darf Comedy?
Derwesten.de 15 Februar 2012
Vor 25 Jahren löste ein Witzchen von Rudi Carrell eine Staatskrise aus. Der junge muslimische Gottesstaat Iran fühlte sich beleidigt und reagierte zornig. Der Fall hat Auswirkungen bis in die Gegenwart des Fernsehens.
Eigentlich war es ja nur ein Witz in einer TV-Sendung. Und nicht einmal ein guter. Doch er reichte, um heute vor 25 Jahren die deutsch-iranischen Beziehungen ernsthaft zu belasten. Obwohl der Scherzbold ein Holländer war. Der Fall hat bis heute grundsätzliche Bedeutung: Wie weit darf Comedy gehen?
Er ist Ärger gewohnt, seit er mit "Rudis Tagesshow" im Ersten auf Sendung ist. Regelmäßig beschweren sich Politiker über Sprüche und Zitate, die Rudi Carrell ihnen in dem deutschen Comedy-Klassiker in den Mund legt.
Originale Nachrichtenbilder verwendet der Showmaster dafür, lässt sie mit veralbernden Texten neu synchronisieren und mit zusätzlichem Material zusammenschneiden – wie das britische Vorbild "Not The Nine O’ Clock news".
Das Publikum liebt die Gags von Carrell. Bis zu 20 Millionen Zuschauer sehen die "Tagesshow". Am 15. Februar aber scherzt Carrell nicht über deutsche Kanzler oder amerikanische Präsidenten, sondern über Ajatollah Chomeini. Und danach ist Schluss mit lustig
Zwei Ehrbegriffe stießen zusammen
Stein des Anstoßes ist ein kurzer Film, der, geschickt geschnitten, den Eindruck erweckt, der Gründer des jungen iranischen Gottesstaates werde von begeisterten Anhängerinnen mit Dessous beworfen. Der Abspann der Sendung ist noch nicht gelaufen, da ruft der iranische Botschafter in Bonn bereits im Auswärtigen Amt an. Dieser Film, zürnt er, habe "das geistliche Oberhaupt aller Muslime" schwer beleidigt und die religiösen Gefühle von "Muslimen in aller Welt" verletzt. Derlei Empfindlichkeit ist neu
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