• Schlecht ist recht und recht ist schlecht – Das Spiel im Spiel

EuropeNews 11 April 2012
Original: Swing Low Sweet Chariot , New English Review
Von Nidra Poller
Übersetzung von Liz / EuropeNews

Das Spiel im Spiel

Im Oktober 2011 bot sich eine außergewöhnliche Gelegenheit den unklar definierten „Nahost“ Konflikt in Form eines Spiels innerhalb eines Spiels zu erfassen. Der Diskurs wurde deaktiviert zu Gunsten von Bildern aus Haut und Knochen, die das Drama in erlesener Einstimmigkeit und perfekter Besetzung auf die Bühne brachten. In der Rolle Israels Gilad Shalit, der heroische Überlebende fünf Jahre andauernder unaussprechlicher Entbehrungen, der zerbrechlich und blass aber in glorreicher Weise standgehalten hatte. Das Wenige, was wir über die Bedingungen seiner Gefangenschaft wissen, scheint schon zu viel zu sein.

Im Alter von 19 Jahren wurde er nahe des Keren Shalom Grenzübergangs in Israel entführt (zwei IDF Soldaten wurden bei dem Feuergefecht über die Grenze hinweg getötet), gefangen in einer Art Verließ, nach menschlicher Gesellschaft und Tageslicht darbend, unterernährt, ohne seine Brille, mit der er die hässlichen Umrisse seiner begrenzten Welt hätte erkennen können - so stand Gilat vor uns, ein wundersam Überlebender. Ein überirdisches Licht der Würde durchflutete sein Fleisch und Blut mit metaphysischer Kraft.

Welcher anständige Mensch hätte keine Bedenken wegen der Freilassung der 1027 Mörder, Diebe und Verbrecher im Austausch für Shalit, die entschlossen sind ihre Freilassung als Freibrief zu nutzen, um die Verdammung der israelischen Juden zu erneuern?

Und wer würde nicht, als er die ersten Bilder von Gilad sah, grob behandelt durch Hamas und ägyptische Unterhändler, das Gefühl haben, dass kein Preis zu kostbar war für die Freilassung eines einzigen Menschen aus einer Gruft, in der er eingekerkert war, um langsam zu erlöschen wie eine Flamme ohne Sauerstoff.

Auf der einen Seite der Grenze wurden stämmige Männer im Triumph Willkommen geheißen und mit temperamentvollen Umarmungen und Schulterklopfen empfangen, während Gilat Shalit immer noch sein hässliches Hemd anhatte, das ihm seine Kerkermeister aufgezwungen hatten und der einen letzten Akt der Folter über sich ergehen lassen musste:

Ein Interview im ägyptischen Fernsehen, das durchgeführt wurde unter Verletzung des Austauschabkommens. Die freie Journalistin Shahira Amin, unverschleiert und scheinbar modern, bedrängte den benommenen jungen Israeli mit unsensiblen Fragen.

Jedes Detail zählt bei diesem Spiel im Spiel, jedes Detail spricht Bände. Um ihre fehlende journalistische Integrität sowie die Nichtbeachtung elementarer Anstandsregeln zu kompensieren, beschwerte sich Shahira Amin später bei einem BBC Nachrichtensprecher, dass sie ihre Fragen oft wiederholen musste, weil Gilad Shalit anscheinend Schwierigkeiten hatte sie zu verstehen.

An anderer Stelle wird sie zitiert, als sie sich gegen Kritik zur Wehr setzte: „Ich wusste, dass er gerne schnell zurück nach Hause wollte, um seine Familie wiederzusehen, aber es hat nur ein paar Minuten gedauert und es war wichtig der Welt zu zeigen, dass er gesund war.“[i] Eine auserlesene weibliche Verfeinerung von Grausamkeit! Amins beschämende Menschlichkeit zeigt sich als ätzende Säure im Licht eines Fotos, das auf der israelischen Webseite Matzav veröffentlich wurde, wo das Interview aus der Sicht der fragenden Journalistin gezeigt wird: Maskierte Hamas Kämpfer stehen hinter Gilad, so dass er deren Atem in seinem Nacken spüren konnte.[ii]

Zum Schluss stand Gilad Shalit, gekleidet in eine Uniform und mit seiner Brille, aufrecht und gerade vor seinem Premierminister Benjamin Netanyahu und salutierte, er sah seine Eltern wieder, kehrte zu seinem Dorf in Galiläa zurück wo man ihn mit Blumen, israelischen Flaggen, blauen und weißen Luftballons und menschlicher Zurückhaltung Willkommen hieß, Shalom. Die ruhige Stimme des Friedens und der Friedfertigkeit. Die freigelassene Geisel betritt heimatlichen Boden mit einer Geste, die so leicht, beinahe federleicht ist, aber so stark wirkt, dass sie jedes Bild von Israel als einem Opfer auslöscht.

Am 20. Oktober, zwei Tage nach der Freilassung Gilad Shalits wird Muhammar Ghaddafi aus einem rattenlochartigen Kanal gezerrt, anal mit einem Messer missbraucht[iii], dem mörderischen Mob ausgeliefert, blutig geschlagen, erschossen oder zu Tode geprügelt, oder beides. Sein verwesender Körper wird mit einer auffälligen Decke bedeckt und tagelang in einem (nicht mehr) kühlen Lagerraum eines Supermarktes in Misrata ausgestellt. Familien stehen mit verachtenden Blicken in einer Schlange an, um einen Blick auf den Leichnam zu werfen und um Bilder mit ihren Handykameras davon zu machen.

Väter halten ihre Kleinkinder auf dem Arm und warten geduldig in der heißen Sonne auf das Vergnügen, den toten Diktator ihren Kindern zeigen zu können. Der Gestank wird buchstäblich auf unseren Fernsehgeräten sichtbar, während im Vordergrund die zuckersüße Nachrichtensprecherin die Szene zur Musik eines arabischen Frühlings beschreibt. Erklärungen der NTC [A.d.Ü.: Libysche Übergangsregierung] Führer, die schwören, dass der libysche Diktator in einem Schusswechsel erschossen wurde, als Rebellenkämpfer ihn zu einem Krankenhaus bringen wollten, wechseln sich ab mit Berichterstattung über den blutrünstigen Tod Ghaddafis durch die Hände eines Lynchmobs.

Wenn man versucht sich ein klares Bild anhand der konfusen Aussagen von NTC, NATO und offiziellen Quellen aus Europa und Amerika zu verschaffen, dann kann man einigermaßen sicher annehmen, dass Ghaddafi den libyschen Kämpfern nach einem NATO Bombardement seines Konvois ausgeliefert wurde, als er versucht hatte aus der Festung Sirte zu fliehen, wo er seinen letzten Kampf gekämpft hatte.

Jubelszenen in Libyen, süffisante Zufriedenheit in Europa und nachträgliches Gezeter von George W. Bush wurden mit schamloser Komplizenschaft der Medien inszeniert. Die Geschichte ging so: Im Unterschied zu der unbeholfenen, einseitigen [sic!] Invasion im Irak durch den großen, schlechten, aufgeregt mit den Waffen wedelnden Bush, wurde diese multilaterale NATO Operation – die sogar Qatar miteinschloss, die von der arabischen Liga abgesegnet und von einer UN Resolution begleitet wurde – mit großer Kompetenz durchgeführt.

Wir, die Aufgeklärten, haben, anstatt einer widerwilligen Bevölkerung Demokratie aufzuzwingen, den mutigen Widerstandskämpfern flott geholfen, die nun ihr Heimatland comme il faut, wie es sich gehört, befreit haben. Mustafa Abduljalil, der schielende, hasengesichtige, baldige Ex-Präsident der NTC kündigte schon an, dass Libyen hernach durch Schariarecht regiert werden würde, aber das vermieste die Feiern nicht.

Die Medien hassten den Irak „Krieg“. Sie liebten jedoch die „Befreiung“ Libyens. Allahu akhbar (fälschlich übersetzt mit „Gott ist groß“) wurde zu einem Werbetrailer. Schaurige, zottelige Kämpfer schossen in die Luft und machten das V, das englische Zeichen für Victory = Sieg und wurden so zu liebenswerten Maskottchen.

Nichts war schauerlich genug, um die Glasur auf dem Kuchen durchzuweichen und aufzulösen. Die Vernichtung von Leben und Besitz waren seltene Momentaufnahmen auf dem Fernsehschirm. Die Mission der NATO war kein Regimewechsel, sondern der Schutz der zivilen Bevölkerung. Ob es 25 oder 30.000 Tote waren, na wenn schon?[iv] Es gab nichts Vergleichbares beim irakischen Bodycount, was man damit in Übereinstimmung bringen und beklagen konnte.

Die selbstgefälligen Erklärungen des britischen Außenministers William Hague und seines französischen Kollegen Alain Juppé wurden via Fernsehen dem grausamen Spektakel um den toten Diktator gegenübergestellt, der wie eine Kriegstrophäe zur Schau gestellt wurde. Hip Hip Hurra für die NATO und Hut ab für die UNO. Man ist auf dem letzten Stand …. auf dem letzten Stand von was genau? Sirte und Misrata in Trümmern, überall gesetzwidrige, bewaffnete Räuber, Kontrollstellen, Hinrichtungen ohne Gerichtsverfahren, Razzien von Schwarzen, all dies für das bloße Auge sichtbar.


Vorhang!

Es war ein Shakespeare Drama im wahren Leben. Angelegenheiten, die seit dem Beginn des 21. Jahrhunderts immer im Mittelpunkt gestanden hatten, kristallisierten sich nun in Fleisch und Blut heraus, mit dramatischer Einigkeit, Spannung, intensiven Gefühlen, dichterischen Übertreibungen, Reden der wankelmütigen Menge … nichts fehlte. Die internationale Meinung war zusammengekommen, um sich das Spiel im Spiel anzusehen, ein Meisterstück des Volkstheaters; die Schurken sahen wie Schurken aus, ihre Toten verbluteten auf der Bühne, die Guten sprachen mit sanfter Stimme und hielten das Leben in Ehren. Wurde das Verbrechen aufgedeckt? Hat sich der Kriminelle selbst verraten? War die internationale Meinung vorurteilsfrei?


Hoffnung und Wandel

Begriffe wie „unverhältnismäßige Gewalt“, die systematisch auf Israel angewendet wurden und gelegentlich auch auf die Vereinigten Staaten, verschwanden spurlos. Die professionellen NGO Heulsusen, die ständig die Opfer der israelischen oder amerikanischen Soldaten beweinen, hatten diesmal keine Tränen vergossen. Die UN griff die NATO und ihre Handlanger vor Ort nicht wegen Kriegsverbrechen[v] und mutwilliger Zerstörung von Eigentum und Infrastruktur an[v]. Was haben das Chaos in Libyen und das Chaos im Irak nach dem Fall Saddam Husseins miteinander zu tun? Warum war die öffentliche Zurschaustellung des offenen Mundes von Saddam Hussein, als man ihn aus seinem Rattenloch hervor zerrte, schockierender als die Vergewaltigung mit einem Messer des Mohammed Ghaddafi, als er aus seinem heraus gezerrt wurde? Warum ist Israel immer in der schlechten Rolle, weil es angeblich die „Invasion“ des Iraks unterstützt hatte und jetzt wieder die Bösen sind, weil sie den arabischen Frühling in Libyen und an anderen Stellen an denen er erblühte, nicht bewundern?

In der letzten Szene eines Shakespeare Dramas ist die Bühne mit Leichen übersät. In diesem neo-shakespeareanischen Wirklichkeitsspiel ist die Bühne übersät mit den zukünftigen Opfern des Schariarechts. Cruella, die Gilat Shalit mit dolchstoßartigen Fragen und einem versteinerten Herz interviewte, wird am Ende verschleiert und mundtot gemacht werden, wenn sie nicht rechtzeitig nach Großbritannien flieht. Alex Crawford (Sky News). Lyse Ducet (BBC) und die anderen Cheerleader der Djihadis des arabischen Frühlings hatten Glück, dass sie dem Schicksal ihrer Kolleginnnen Lara Logan und erst kürzlich, Caroline Sinz vom französischen Staatsfernsehen France 3, entrinnen konnten, die geschlagen, ausgezogen und in einer 45 minütigen Prozedur auf dem Tahrir Platz am Vorabend der ersten freien Wahlen im Ägypten mit Fingern vergewaltigt wurde.[vi]

Bei den freien Wahlen in Tunesien erreichte die Nahda Partei, welch Überraschung, einen 40% Sieg, dieselben Zahlen erhielten sie von Bürgern mit doppelter Staatsangehörigkeit, die in Frankreich zur Wahl gegangen waren. Der König von Marokko, der einen Aufstand nach dem Muster eines arabischen Frühlings clever umgangen hatte, hielt demokratische Wahlen ab und ernannte mit einer fairen Geste Abdelilah Benkirane von der die Scharia unterstützenden Gerechtigkeits- und Entwicklungspartei zum Premierminister. Die Menge, die noch vor einem Jahr gerufen hatte „Islamisten, was für Islamisten?“ - und die Anhänger von Izzedine ben Ali aus Tunesien heruntergemacht und beschuldigt hatten die Freiheit liebenden Bürger unter dem Vorwand die Islamisten in Schach halten zu müssen, zu unterdrücken – singen heute ein Loblied auf die „moderaten Islamisten“.

Die künstliche Unterscheidung zwischen Islam und Islamisten ist für diese neuen Entwicklungen nicht scharf genug. Demokratisch gewählte moderate Islamisten werden jetzt mit dem Recht einer moderaten Scharia regieren, einen moderaten Djihad vorantreiben, moderate Enthauptungen durchführen, moderate Massenmorde begehen und Frauen moderat in moderate Niqab Gefängnisse zurückverweisen

Hand in Hand arbeitende Medien, offizielle Vertreter der Regierung, Kommentatoren und Experten nahmen eine Hoffnung und Wandel Attitüde an ,um die Aufstände in muslimischen Ländern beliebt zu machen. Ihre Beobachtungen, Analysen und Voraussagen waren nicht nur fehlerhaft, sie waren hohl, dünn und zusammengewürfelt, ohne jedes Gefühl einer nationalen Denkweise.

Als sich die Gegenbeweise auftürmten wurden sie zurückgewiesen mit einem hoffen-wir-das-Beste Schulterzucken. Egal wie unzweideutig die Zeichen für die unmittelbare Zukunft aussahen, sie wurden nicht beachtet unter der Prämisse, dass alles besser sein würde als jene schrecklichen Diktatoren, die noch vor kürzester Zeit gut genug waren für die meisten ihrer Zwecke und insbesondere dann Anerkennung fanden, wenn sie ihren Zorn auf Israel richteten.

Ganz und gar unpassende Schemata wurden auf eine muslimische Welt angewendet, die einen erkennbaren Kreislauf in einem klar umrissenen islamischen historischen Prozess durchspielte.[vii] Hier in Frankreich wurde uns unsere geschätzte Revolution als ein altmodisches Paar Brillenkneifer präsentiert:

Eine Volksrevolte, Regierung des Volkes, Terror, Restauration, usw. bis hin zur wahren Demokratie und laicité (1905). An anderer Stelle wirkte der Anblick des Falls der Sowjetunion appetitanregend. Und natürlich könnte auch die amerikanische Revolution passend sein. Allahu akhbar (Allah ist größer) würde dann dem Ruf „Gebt mir die Freiheit oder den Tod“ entsprechen.

Während sich die Machtbalance im Nahen Osten, und als Folge davon auf der ganzen Welt einem radikalen Wandel unterzog, der unser Leben, unsere Freiheit und unser Streben nach Glück ernsthaft bedrohen könnte, plauderte der öffentliche Diskurs auf einer unvergleichbar kranken Ebene. Der Glaube, dass die Außenpolitik der westlichen Regierungen die Interessen ihrer Bürger schützen soll, wurde schon längst erschüttert.

Nun hat sich auch der Gedanke, dass wir tatsächlich darüber nachdenken was passiert in süßliche Sentimentalitäten aufgelöst. Dies ist ein fataler Irrtum. Nutzlose Kommentare haben das kollektive Gewissen dominiert im Hinblick auf die gegenwärtige Verwandlung der muslimischen Welt, die, auf dass wir dies niemals vergessen mögen, muslimische Gemeinschaften in Europa, den Vereinigten Staaten und anderen Ländern, mit beinhaltet.

Im vergangenen Jahr schien es oft so zu sein, dass die politischen Entscheidungsträger ihre Stichworte aus den Medien bezogen. Die französische Außenministerin Michèle Alliot-Marie wurde gezwungen zurückzutreten, nachdem sie ihren Familienurlaub vergangene Weihnachten in Tunesien verbracht hatte, gemeinsam mit einer alten Freundin, die es sich mit Ben Ali ein wenig gemütlich gemacht hatte.

Schlimmer noch, sie wurde beschuldigt der tunesischen Regierung Kontrollmaterialien für Menschenansammlungen in den ersten Tagen des Widerstands, der sich dann zur Jasmin Revolution entwickelte, angeboten zu haben. Monate später sonnten sich die Handlanger, die Alliot-Marie buchstäblich lebend gehäutet hatten wegen ihrer Bereitschaft konspirativ auf taktischem Gebiet zusammenzuarbeiten, im blutigen Glanz der libyschen Operation ohne mit der Wimper zu zucken wegen der Kollateralschäden. Ein anderer ruinierter Ausdruck.


Occupy Wall Street

Drei gerissene New Yorker Schwarze, die von CNN im Zuccotti Park interviewt wurden, behaupteten: Die Occupy Wallstreet Demonstranten „fordern Demokratie, wie unsere Kameraden auf dem Tahrir Platz“. Dies ist nicht nur lächerlich, es ist der vernichtende Beweis einer Dhimmitude Strömung, die sich ihren Weg durch unsere freien Gesellschaften bahnt. Hier wird die abständige, muslimische Welt zum Rollenmodell für eine verärgerte Randgruppe in den Vereinigten Staaten.

Indem die Medien ihre Kulleraugen auf die Occupier richteten, wurde die kleine Minderheit (nicht einmal ein Millionstel eines Prozents) herausgehoben und zur Stimme des Volkes erklärt. Eine andere Verbindung zwischen OWS und dem arabischen Frühling wurde gefälscht durch das Indignez-vous [Empört Euch!] , einem kleinen grauen Buch des Weltklasse Hochstaplers Stéphane Hessel. Der tattrige Botschafter Hessel ist nicht wirklich Jude, war auch nie in einem Konzentrationslager interniert, ist auch kein Mitautor der Menschenrechtserklärung, sondern sein Megabestseller, den man ihm gutschreiben kann, ist das Entzünden des Funkens der indignès von der Plaza del Sol in Madrid bis zum Zuccotti Park und darüber hinaus.

So ist es keine Überraschung eine bösartige Strömung Antizionismus/Semitismus in den Bewegungen vorzufinden. Inspiriert durch sein scharfes, dünnes Buch gewürzt mit einer starken Dosis Entrüstung gegen Israel. Aber Hessel ist nur jemand, der sich auf einer Welle mittragen lässt. Er ist nicht die treibende Kraft der Aufstände.

Was man sich auch immer über die OWS Bewegung vorgestellt haben mag, das Video der Occupy Atlanta Roboter, die „diskutieren“ ob man dem Kongressabgeordneten James Lewis erlauben sollte zur Gruppe zu sprechen, war überwältigend.[viii] Hirnlose Stimmen die simplizistische Phrasen droschen - „Kein Individuum ist wichtiger als ein anderes / Kein Individuum ist wichtiger als ein anders“ - hielten fünfzehn Minuten lang an bis der Bürgerrechtsheld aufgab und sichtlich perplex wegging. Wann, wo und wie wurden diese Menschen lobotomiert? Wurden sie in Pakistan ausgebildet?

Mit dem Kennzeichen eines öffentlichen Aufschreis für Wirtschaft und soziale Justiz versehen, beinhaltet die OWS verdächtige Zeichen der Islamisierung der westlichen Welt – eine Demonstration der Muslimbruderschaft im Herzen von Occupy Wall Street, [ix] ein überraschendes Zusammentreffen mit einem CAIR zugehörigen Rechtsanwalt, der die Occupy Orlando Bewegung anführt.[x] Noch dramatischer, diese Randbewegung, die behauptet für die 99% zu sprechen operierten, als ob sie gegen einen absoluten Tyrannen revoltierten, während beginnende, islamische Massen in muslimischen Ländern mit demokratischen Werten glorifiziert wurden, die es nirgendwo anders gab. Obwohl die Occupy Bewegung in den USA nur eine kurze Lebensdauer hatte – die Amerikaner sind pedantisch was Hygiene betrifft und erwarten, dass die Polizei ihr Eigentum schützt – kann sie in anderer Form in der nahen Zukunft erneut auftreten.


Töten oder getötet werden

Wie gehen Protestbewegungen in tyrannischen muslimischen Ländern vor? Fernsehberichte geben uns eine gute Gelegenheit den Diskurs mit der Wirklichkeit zu vergleichen. Dramatische Bilder mit starker emotionaler Aufladung – die Luftaufnahme eines öffentlichen Platzes zum Bersten gefüllt – geben den Eindruck wieder, dass es sich um „jedermann“ handelt, während wir in Wirklichkeit aber nur eine kleine Minderheit der Bevölkerung sehen. Wen und was repräsentieren diese Minderheit?

Die aufgeregte Stimme des Nachrichtensprechers, meistens eine weibliche, lassen es so erscheinen, dass das kollektive Gewissen der versammelten Menge unter die Lupe genommen und weitererzählt werden kann. Der Reporter taucht in die Gruppe ein und sammelt ein paar Perlen: Den Ruf nach Freiheit, Demokratie und Gerechtigkeit, verbalisiert ohne Unterschied von Frauen in Niqab oder mit nackten Gesichtern, bärtige wahre Gläubige und jugendliche Twitterer, wilde libysche Kämpfer, die mit Flakgeschützen in „Feindes“ Häuser schießen und Soldaten, die sich in ernsthafte Juristen verwandelt haben.

Der Diktator wurde verdrängt durch das magische Wort Dégage! (hau ab). Bilder von „unvorstellbarem Mut“, die aus Syrien herausgeschmuggelt werden, zeigen Männer – und manchmal auch Frauen und Kinder – die durch die Straßen ziehen, in die Hände klatschen und allahu akhbar skandieren. Ein paar Dutzend werden getötet, einige Dutzend sind verwundet, der Rest wird am nächsten Tag wieder auf der Straße sein.

Ohne diesen letzten Akt der Verzweifelten abwerten zu wollen, so muss man sich doch fragen, was wollen sie eigentlich, wohin gehen sie, wie tun sie es? Das Artikulieren von Zielen, Vorschlägen, Werten und Strategien geht im Blitzlicht der dramatischen Berichterstattung unter. Oder wird es absichtlich versteckt? Denn der Tyrann haut nicht eher ab, tot oder lebendig, bis der Sieger erscheint und sein Name ist Scharia.

An dieser Stelle schreiten automatisch die Apologeten ein. Das wäre so, weil die Islamisten die einzigen sind, die gut organisiert seien, die Bedürftigen unterstützten, von dem Tyrannen verfolgt wurden. Keine Sorge, die wahren Demokraten werden ein Gegengewicht bilden und die Islamisten werden notwendigerweise zu Pragmatikern werden, wenn sie mit den alltäglichen administrativen Hausarbeiten konfrontiert werden.


Djihad, Scharia, Dhimmitude

Das unveränderliche Ziel des Islams ist das Auferlegen der Scharia, dem Gesetz Allahs, auf alle Menschen überall auf der Welt. Wie? Durch Djihad. Djihad bedeutet nicht heiliger Krieg und es bedeutet auch nicht Verbesserung aus eigenem Antrieb heraus; es ist der Djihad, so wie er in den Originaltexten definiert wurde, aufrechterhalten von islamischen Gelehrten und im Verlauf der gesamten islamischen Geschichte praktiziert.

Die Bedeutung des Djihad zu verengen oder zu verfälschen lässt unsere Verteidigungsmechanismen verkümmern. Der Djihad ist nicht irgendeine „Sache“, er ist Herz und Seele des Islams, sein Feuer das den Weg weist, sein Brennstoff und seine Flügel. Mehrere Zehn Millionen Muslime verhalten sich an Hand von etwas, das sie als ihren eigenen freien Willen betrachten, marschieren in Armeen des Djihad. Muslime, die sich danach sehnen frei zu sein werden geschluckt vom Treibsand des Djihad.

Und auf einmal ist Frühling! Arabischer Frühling. Was ist es, das dort in Tunesien, Ägypten, Libyen, Marokko aufblüht? Was keimt dort im Libanon, in Syrien, im Jemen, in Bahrain...? Warum sollte es so schwierig sein aufzuzeigen, dass das Ziel des arabischen Frühlings die Auferlegung der Scharia war und das ist der Grund warum in einem Land nach dem anderen diejenige Partei, die die Scharia umsetzen will, den größten Stimmenanteil errungen hat und die Regierung bilden wird? Letztendlich haben die Djihadis seit Jahren schon versprochen die korrupten Führer, die mit dem Westen kollaborieren, zu stürzen.

Während sich die Mehrheit der westlichen Medien in einem Rausch befand wegen einer eingebildeten Aufwallung der Demokratie und allem anderen was damit einher geht, beschrieben kluge Beobachter sehr genau die Bewegung und sagten den Ausgang voraus.

Ein paar eingesprenkelte wahre Friedensfreunde in der Menge wurden als Alibi benutzt, um den wahren Vorstoß der Bewegung zu verschleiern, auf dieselbe Weise in der die Führer, die die Scharia umsetzen wollen ihre Erklärungen würzen, mit ein paar Tröpfchen kostenfreier Versprechungen von Demokratie, Gerechtigkeit, Toleranz, Freiheit, Fortschritt.

Dies wirft ein Licht auf einen anderen Aspekt von Occupy Wall Street: Djihad = Bekehrung der Ungläubigen, sie sollen so handeln, als ob sie schon längst in einer islamischen Gesellschaft leben in der es keine politische Struktur gibt durch die man Forderungen ausdrücken kann. Die Politik wird darauf reduziert sich auf einem öffentlichen Platz zu treffen, Zelte aufzubauen, in Anarchie zu leben, Slogan zu formulieren und am Ende zu töten oder getötet zu werden.

Wo leben denn diese 99% in Wirklichkeit? In Ägypten, nicht in den Vereinigten Staaten. Die dhimmifizierten Bauern auf dem Schachbrett der Occupy Bewegung scheißen im wahrsten Sinne des Wortes auf ihr eigenes Land, gießen ihre Verachtung auf das Finanzsystem, das den Massen Wohlstand bringt, lädt die Strolche der Muslimbruderschaft in ihre Mitte ein, glorifiziert die analphabetischen Massen des Tahrir Platzes und unterstützt ihre Werte.

Mit einer weiteren bösartigen Wendung wird Israel gescholten wegen seines offensichtlichen Fehlens des Enthusiasmus für seinen Frühlings-Liebling und es wird beschuldigt die Muslime unter dem Joch der Diktatur belassen zu wollen, dessen rettende Gnade darin bestand den Frieden zu erhalten oder zumindest nicht kriegsähnliche Beziehungen zu Israel zu unterhalten. Mit anderen Worten, von Israel wird erwartet seine eigene Zerstörung hinzunehmen.

Viele der Journalisten warnten schadenfroh, dass die Machtverschiebung hin zum muslimischen Volk eine harte und ehrliche Politik bedeuten würde, Israel werde sich wegen seiner schlechten Behandlung der Palästinenser verantworten müssen nun, da ihre befreiten Brüder und Schwestern das Ruder in der Hand hielten. Heute wird dies mit „Tötet die Juden“ übersetzt. Man hätte es sich denken können.[xi]

Das Verdienst den „arabischen Frühling“ durch „Djihad“ ersetzt zu haben, um das klar zu benennen was sich direkt vor unseren Augen abspielt, ist, dass es präzise die Ereignisse ausmacht so wie sie auftreten und eine schrittweise Entwicklung korrekt voraussetzt. Die weit verbreitete Unfähigkeit den Djihad in Aktion zu erkennen wird darüber hinaus angeregt durch die gegenwärtige Djihad Strategie. Vom Terror heimgesuchte Völker wurden in der Vergangenheit mit dem Schwert erobert.

Heute diktiert die überwältigende militärische Überlegenheit der westlichen Nationen die Methoden, die das rationale Denken köpft. Vom al Dura Schwindel zur arabischen Frühlings Ente, es wurde dieselbe Technik angewandt: Ein blindes emotionales Aufblitzen, eine magische mystische Erzählung verbreitet durch die westlichen Medien, die es als ihre eigene verkaufen; sturer Glaube in die Kommentare, die den Bildern widersprechen, führen zu weiterer Erosion des rationalen Denkens und einer Unfähigkeit neues Beweismaterial mit einzubeziehen und die ersten Eindrücke loszulassen.....

Die tödliche Geschichte vom arabischen Frühling spielt weiter samt und sonders auf der Klaviatur der Glückwünsche unserer Kultur. Es scheint so viel angemessener zu sein zu hoffen, dass ein lange unterdrücktes Volk letzen Endes freier atmen kann als zu erkennen, dass sie einfach wegen eines regierenden Kalifen verärgert sind, der schon bald durch einen neuen Kalifen ersetzt werden wird. Anstatt der Mentalität entgegenzuwirken, die sie in ihrem unterdrückten Zustand gefangen hält, erneuert und verstärkt die Erzählung dies.

Es wäre ehrlicherweise viel humaner das Ausmaß ihrer Versklavung anzuerkennen. Islam heißt Unterwerfung. Macht wird von Allah über seinen Propheten zu einem Individuum übermittelt, das so lange regiert, wie es sich an der Macht halten kann. Macht kann nicht auf Gruppen übertragen werden, die demokratisch funktionieren, sondern sie kann von Gruppen ergriffen werden ,um die Ein-Mann-Herrschaft auf kleinerer Basis zu reproduzieren.[xii] Dieses Grundmuster wurde seit frühester Zeit immer wieder wiederholt. Die Aufteilung in Sunniten und Schiiten war die erste einer endlosen Reihe von Teilungen, Spaltungen, Anschlägen. Erklärt dies nicht warum die sogenannten Islamistische – aber wirklich wahre islamische – Partei immer diejenige ist, die am besten organisiert ist? Denn dies ist der einzige Weg wie eine islamische Gesellschaft organisiert werden kann.


Die 'French Connection'

Acht Jahre nachdem die Regierung Chirac sich in ihrer Opposition zum „Krieg im Irak“ gesonnt hatte, profitierte Präsident Sarkozy von der enthusiastischen, gemeinsamen Unterstützung für seine führende Rolle in der NATO Operation in Libyen. Er wird belohnt durch die Überzeugung eines widerstrebenden Präsidenten Obama und der zögerlichen Europäer, eine Überflugsverbotszone über Libyen durchzusetzen, mit dem einzigen Ziel, das Leben von Zivilisten zu schützen in der Erwartung, dass die mutigen Freiheitskämpfer ihr Land in ein paar kurzen Wochen befreien würden.

Als die Mission nur schleichend voran kam, geriet der Begriff „schleichende Mission“ in Vergessenheit. Als ein Regimewechsel zum unausweichlichen Endpunkt der Operation wurde, betrat der Begriff „Regimewechsel“ verstohlen den öffentlichen Diskurs, so als ob er schon von Anfang an da gewesen wäre. Die französischen Medien, die dem „neureichen“ Präsidenten immer offen feindlich gegenüberstanden, fanden ausschließlich freundliche Worte für die libysche Operation. Es war richtig dies zu tun, der richtige Weg zur richtigen Zeit. Glühende Fernsehberichte an Deck eines unserer Flugzeugträger glorifizierten die Kampfpiloten. Grauslige, libysche Räuber schossen in die Luft und machten das V Zeichen für das englische Wort Victory und wurden zu den Lieblingen der Medien.

Stunden nach dem Fall Bagdads im April 2003 berichteten die französischen Medien immer noch, dass amerikanische Truppen sich festgefahren hätten und sehr wahrscheinlich noch weitere drei Monate vor der Stadt verharren müssten. Dieses Mal wurden die Heldentaten der libyschen Rebellen hastig zelebriert, obwohl es keinerlei Beweise für ihre glorreichen Siege gab und glühende Berichte aus ihren eigenen Reihen wurde üblicherweise innerhalb von 48 Stunden durch die Tatsachen vor Ort widerlegt.

Das Wertesystem, das bis zum 11. September überdauert hatte, wird nicht mehr länger angewendet. Die Lösung, so wurde uns damals gesagt, muss eine Politische sein, keine Militärische. Zwei Tage nach Beginn des Hisbollah Kriegs im Jahr 2006 rief Frankreich zu einem sofortigen Waffenstillstand auf und zur Öffnung eines humanitären Korridors. Israel wurde angewiesen zurückzuweichen und einer UN Resolution zu vertrauen, sowie einer aufgestockten UNIFIL Truppe, um den Frieden an der Grenze wiederherzustellen. Der Kandidat Barack Obama wurde von den Franzosen zum Präsidenten hochstilisiert, der die Kriege im Irak und in Afghanistan beenden, sowie die Folterzellen auf Guantánamo schließen würde.

Im Jahr 2009 fand die Operation 'Gegossenes Blei' keine Gegenliebe in den Augen der französischen Pazifisten. Nicolas Sarkozy, der im Jahr 2007 Jacques Chirac nachfolgte wurde wegen seiner Freundschaft mit dem Kriegstreiber G.W. Bush abgewatscht. Worin liegt die Erklärung für den plötzlichen Enthusiasmus für einen Krieg in den Tagen dieses arabischen Frühlings? Ist es zu weit hergeholt daraus zu schließen, dass ein defensiver Krieg gegen den Djihad schlecht ist, aber Krieg auf Seiten des Djihad gut?

Als Muhammar Ghaddafi auf einem Betonboden in Misrata verrottete, hielt der französische Präsident eine Pressekonferenz in Gegenwart des NTC Premierministers und Präsidenten, des britischen Premierministers David Cameron und des Emirs von Qatar. Man könnte es mit der „Mission erfüllt“ Rede George W Bushs vergleichen, nach dem Fall von Saddam Hussein.

Aber das war es nicht. Sie wurde im Ganzen verschluckt. Und wieder einmal wurde die libysche Operation als Gegenbeispiel zum Irakkrieg genannt. So sieht es aus, wenn man ein muslimisches Land befreien will. Dies ist der Grund, warum wir diese hässlichen Nachwehen nicht haben werden, die nach der Invasion des Iraks einsetzten.

Der fünf Sterne Globetrotter und Philosoph Bernard Henri Levy wird dafür gerühmt, Präsident Sarkozy dazu überredet zu haben, machtvoll in Libyen zu agieren. Und BHLs Traum wurde Wirklichkeit. Der Philosoph und Aktivist ist ehrlich davon überzeugt, dass er die perfekte Vereinigung des philosophischen Strebens nach dem Guten, dem Wahren und dem Schönen mit dem Ideal des virtuosen Mannes der Tat geschafft hat. Hinzu kommt, dass er dieses Kunststück als Jude vollbracht hat!

Und er wagte es, dies vor einer Menschenansammlung revoltierender Libyer zu sagen. Eingeladen zusammen mit Chefrabbiner Gilles Bernheim, um das Schlusswort auf der CRIF [A.d.Ü.: Dachverband französischer Juden] Versammlung am 20. November zu halten, gab BHL eine peinliche Darstellung seines Abenteuers, wie aufregend es war, von einer Konferenz mit den Rebellen zu einem rendez-vous mit den Offiziellen der französischen Regierung zu rennen, zu helfen eine Strategie zu planen, die Beschaffung von Waffen, Öffentlichkeitsarbeit und die politische Zukunft.

Der Philosoph scheint zu denken, dass obwohl die Libyer wussten, dass er jüdisch, ein Zionist und ihrer Sache großzügig zugetan war, sie nun das jüdische Volk freundlicher betrachten würden. Er beschrieb eine die ganze Nacht dauernde Besprechung mit einem Rebellenführer, von dem erzählt wurde, dass er der Al-Kaida angehörte, in einem verlassenen Bauernhaus, dessen genaue Lage vor ihm geheim gehalten wurde.

Das Bauernhaus war umstellt von Pickups auf denen schwere Waffen gelagert waren, der Krieger war von Leibwächtern umgeben und der schlanke angegraute Philosoph erschien, nur mit seinem brillanten Verstand und seinem ehrlichen Herzen bewaffnet. „Wir sprachen die ganze Nacht, ungeschminkt und ohne Bandagen, jeder sagte was er dachte, und ich wusste, er hatte sich verändert, morgen würde er Israel nicht mehr zum Schuldigen für alle Missgeschicke seines Volkes machen.“[xiii]

Das Thema jener Sitzung der CRIF Versammlung lautete „Morgen, die Juden in Frankreich“. Eine bessere, freundlichere Zukunft, weil unser Mann auf den Plan trat, aktiv wurde, in die Gegenwartsgeschichte eingriff, vor den tikkun olam die Muskeln hat spielen lassen und seine Aktion mit dem Stempel 'jüdisch' versehen hat? Oder ist es eher der Gipfel einer selbstverherrlichenden Illusion?


Was sollte eine Frau im arabischen Frühling tragen?

Die Medien senken bescheiden ihren Blick, wenn die angeblich befreiten Nationen in den Nachwehen dieser höchst fraglichen Revolutionen zu husten beginnen. Sie liefen wieder zurück zum Tahrir Platz, der sich noch einmal mit Protestierenden füllte, nach Berichten forderten sie die Armee dazu auf, die Macht sofort zu übergeben. An wen eigentlich genau? Ist es nicht das wofür Wahlen da sein sollten?

Caroline Sinz, die für den staatlichen französischen Sender berichtete, wurde brutal angegriffen.[xiv] Die Umstände, die sie mit dem Begriff „Finger Vergewaltigung“ beschrieb, sind es wert näher betrachtet zu werden. Sie arbeitete zusammen mit ihrem Kameramann Salah Agrabi auf der Mohammed Mahmoud Straße, arbeitete an einem Bericht über Demonstranten im Teenageralter. Die Jungen schienen unter der Aufsicht eines Mannes zu agieren, den man als 33-jährigen Reiseführer identifizierte, der seinen Job aufgegeben hatte, um sich der Nation auf dem Tahrir Platz anzuschließen.

Er brüstete sich mit dem Mut dieser unreifen Jugendlichen, „Wenn sie von einer Kugel am Kopf getroffen werden, dann bekommen sie einen Verband und gehen direkt wieder zurück in den Kampf.“ Wie üblich im arabischen Frühling stand die Journalistin auf der Seite der interessierten Parteien und vertrat auch deren Sichtweise, sie wirkte eher wie eine Pressesprecherin als eine Beobachterin. Als der Bericht sich dem Ende zuneigte beobachtete ich, wie sich die Männer und Jungen, die sich hinter der blonden Journalistin drängten, gegen ihren Rücken pressten. Zurück zum Studio.

Bevor man zum nächsten Bericht überging erwähnte der Nachrichtensprecher lakonisch, dass Sinz und ihr Kameramann nachdem sie die Jugendlichen gefilmt hatten, angegriffen worden waren. Aber ein detaillierter Bericht des Angriffs war schon zuvor auf der Internetseite der Tageszeitung Figaro veröffentlicht worden:[xv] Die Journalistin und ihr Kameramann wurden gegriffen und zum Tahrir Platz gezerrt wo sie getrennt wurden. Er wurde zusammengeschlagen. Sie wurde geschlagen, ausgezogen und vergewaltigt. Ihre Qual dauerte 45 Minuten lang. „Ich dachte ich würde sterben,“ erklärte sie mit einer für französische Journalisten unüblichen Aufrichtigkeit .... wenn es sich bei den bezeichneten Tätern nicht um Israelis handelt.

Schwache Versuche den Angriff der Armee oder Polizei Strolchen zuzuschreiben – nur vage beschrieben als zivile Personen – wurden eingeworfen, nachdem es klar wurde, dass es jeder Mann auf dem Platz gewesen sein könnte. Die Journalistin erstattete Anzeige gegen X. Eine anfängliche wenig sinnvolle Aussage von Reporter ohne Grenzen, die die Medien anwies vorsichtiger zu sein bei der Entsendung weiblicher Journalisten in solche Art gefährlicher Situationen, rief den entrüsteten Aufschrei einiger interessierter Parteien herauf und wurde sofort zurückgezogen.

Ist dies eine Bestätigung weiblichen Muts und des Rechts auf „Gleichheit“ oder eine fortgesetzte Leugnung der Realität? Der Herausgeber von Israel HaYom und ehemalige Botschafter Boaz Bismuth wurde in einem Interview von Radio J gefragt, ob er Tunesien,Libyen und Ägypten mit einem israelischen Pass betreten habe. Er antwortete, dass man als europäischer Journalist ein Visum an der ägyptischen Grenze ohne jede Umstände erhielte und hoch Willkommen sei. Mit einem israelischen Pass könne dies Stunden dauern. Aber das wäre das kleinste Problem. Beim Betreten des Tahrir Platzes wurde er an einem Kontrollpunkt von den Protestierenden angehalten. Auf die Frage, warum sie die Pässe kontrollierten, wurde ihm gesagt „Damit kein israelischer Journalist kommen und berichten kann was hier passiert.“

Warum akzeptieren israelische Journalisten dies und passen sich der Realität an, wenn weibliche Journalisten auf das Gegenteil bestehen? Man würde ein Dutzend bewaffneter Männer benötigen, um eine Frau vor diesem Mob zu schützen. Würden sie sich als Männer verkleiden? Werden sie, mit der typischen medialen Heuchelei aus der Klemme schlüpfen ohne jemals zuzugeben, dass dies in der Tat kein Platz für Frauen ist?

Insbesondere fällt mir im Fall von Caroline Sinz auf, dass die deutliche Warnung eines bevorstehenden Angriffs sichtbar vor der Kamera gegeben wurde. Die Täter in dem Bericht, die mit milder Sympathie betrachtet werden, brachten sich in Position, um zu den Tätern des Angriffs zu werden. Hatte dies der Kameramann bemerkt? Hatte er seine Kollegin gewarnt? Passierte es zu schnell oder passierte es, weil beide keine Straßenkompetenzen hatten? Ihr persönliches Schicksal passt sehr gut in das Spiel im Spiel. Der Vorhang der tödlichen Erzählung des arabischen Frühlings wird heruntergerissen, um mit roher Brutalität die Stellung der Frau unter dem Schariarecht offenzulegen. Die Wahrheit in Fleisch und Blut.

Der Westen wird versinnbildlicht durch die Journalistin, die die Illusion einer demokratischen Revolution über uns ergießt und, Minuten später, wird sie auf ein Stück Fleisch auf dem Tahrir Platz reduziert. Im täglichen Leben bezahlt eine Frau, die einen Mörder nicht von einem anständigen Kerl unterscheiden kann, einen hohen Preis. Diese Journalistinnen, die den arabischen Frühling verkaufen, sind wie ein fesches Auto, sie verführen die Bürger der freien Welt dazu auf ihrem eigenen Untergang zu tanzen.


Wer ist nun der Gewinner dieses Kriegs der Bilder?

Jedes kritische Wort das Israel seit dem Beginn der Djihad Intifada im September 2000 entgegen geschleudert wurde, wird heute außer Kraft gesetzt. Moderne Antisemiten, die sich weigern dieses Label zu tragen behaupten stattdessen, die israelische Regierung zu kritisieren, „Wir haben nichts gegen Israel und nichts gegen die Juden. Wir stimmen aber nicht mit der Politik von Ariel Sharon überein. In der Tat ist es so, dass viele Israelis so wir Bauchschmerzen haben.“ Dann war es die Regierung von Ehud Olmert und jetzt ist es Benjamin Netanjahu. Die Kritik basierte vorgeblich auf den unveränderlichen Verhaltensregeln für zivilisierte Nationen.

Nun, dies wurde hinweggespült in der libyschen Schlammlawine. Die einzigen Regeln, die wirklich respektiert werden sind: Wir tun das, was wir ungestraft tun können und verleugnen was zu peinlich ist um es zuzugeben. Nichts ist zu brutal, als dass man es nicht noch in eine günstige Richtung wenden könnte. Es gibt kein Fehlen einer willentlichen Komplizenschaft … als ob Tapferkeit und Tugend von Tag zu Tag durch Handzeichen neu entschieden würden.

Wenn die arabischen Straßen in Paris, London und Berlin „Tod den Juden“ skandierten, wenn Juden beleidigt, geschlagen und in europäischen Städten manchmal abgeschlachtet wurden, dann wurde gesagt, dass dies die bedauerliche Vergeltung sei für die Verbrechen gegen die Menschlichkeit durch israelische Soldaten in „Palästina“. Der Anblick blutiger palästinensischer Bürger war zu schrecklich zu ertragen. Israel, so wurde gesagt, hat den Krieg der Bilder verloren.

In der Tat! Die internationale Meinung war so bestürzt, beispielsweise durch die Zustimmung zum Siedlungsbau in Gilo im Oktober, dass sie nur schwer durch die wackeligen Bilder von Handykamreas von syrischen Protestierenden, die von Panzern oder Scharfschützen niedergemäht wurden, in Bestürzung geraten konnte und einer engen professionellen Berichterstattung über ägyptische Kopten, die lebendigen Leibes in Kirchen verbrannt wurden, zerquetscht unter den Rädern von Militärfahrzeugen.

Nun wissen wir doch wie man den Krieg der Bilder gewinnen kann. Nicht indem man hasbara verbessert, die Geschichte des „Heiligen Landes“ von Abraham bis zur letzten Woche neu erzählt, Bilder von Soldaten in Panzern austauscht gegen Schnappschüsse von Bikinis, oder indem man die wöchentliche Liste von Israels high-tech Taten zusammen mit den medizinischen Berichten von Araber und Muslimen, die im Hadasssah Krankenhaus behandelt werden, veröffentlicht. Der Weg, um den Krieg der Bilder zu gewinnen ist – kein Jude zu sein.


Wie wäre es mit einem jüdischen Frühling?

Genozidale Verfolgung ist schlecht für Juden und es ist Zeit, dass wie ihr ein Ende bereiten. Aber sie ist nicht nur für die Juden schlecht. Sie ist schlecht für die Menschheit. Warum können wir diese Botschaft nicht vermitteln?

Dies ist ein Puzzle das seit Ende September 2002 immer weiter in meinem Kopf herumgeistert, als die blutige al Dura Verleumdung erschaffen wurde und eine internationale Welle von Neo-Pogromen in Gang setzte die anhält, wächst und immer schlimmer wird, erschreckende Ausmaße annimmt und gleichzeitig so allgemein wird, dass eine akkurate Bewertung wie ein hysterischer falscher Alarm klingt.

Ich habe versucht die Vorteile eines intuitiven wörtlichen Ansatzes hier zu nutzen, um die Ereignisse in ihrer passenden Größenordnung zu erfassen und eine hoffentlich stringente Erzählung aufzubauen, die der tödlichen Geschichte des Djihad entgegensteht. Wenn man durch die stilistischen Begrenzungen eines intellektuellen Diskurses hindurchbricht dann öffnet sich der Weg zu einer Vielzahl ähnlicher Ansätze, die die echte Wahrheit auf vielfältigen Wegen aufdecken können, einige davon können erstaunlich effektiv sein. Die umsichtige Skepsis über den arabischen Frühling, die als ernsthafte Analyse akzeptiert ist verstärkt die Illusion, dass die „Frühlings“ Saga einige Ähnlichkeit zur Realität hat.

Wir benötigen ein reichhaltiges Arsenal an Anti-Djihad Strategien, die einen wirklichen Frühling hervorbringen, eine authentische Befreiung für Juden und freie Völker überall, basierend auf noblen Werten. Wie sollen wir das schaffen?

Was hält uns zurück? Wir müssen keine Kalifen stürzen oder irgendeine tyrannische Ordnung ablösen. Wir müssen uns nicht in Millionenanzahl auf irgendeinem öffentlichen Platz sammeln. Einer nach dem anderen, jeder für sich alleine könnten wir die Idee ausfindig machen, die den Riegel sprengt.

Die simplen Fakten liegen auf der Hand. Ja wir sind die Bösen … in den Begriffen dessen, was wir von uns erwarten. Aber in dieser Großen Bösen Hässlichen Reality Show, sind wir die Guten! Warum können wir dies nicht in Gang setzen?



[i] http://www.bbc.co.uk/news/world-middle-east-15368819
[ii] http://israelmatzav.blogspot.com/2011/10/shahira-amin-lied-about-abusive...
[iii] http://www.globalpost.com/dispatch/news/regions/middle-east/111024/gadda...
[iv] http://www.huffingtonpost.com/2011/04/27/libya-death-toll-could-be_n_854...
[v] Reportedly Gaddafi family survivors want to take the case to the ICC.
[vi] http://www.newenglishreview.org/blog_direct_link.cfm/blog_id/39174
[vii] Bat Ye’or,  Bostom Andrew, The Legacy of Jihad; Fenton, Paul and Littman, David, Exil au Maghreb
[viii] http://www.theblaze.com/stories/john-lewis-is-not-better-than-anyone-occ...
[ix] http://www.investigativeproject.org/3304/conspiracies-terrorist-defense-...
[x]  (WATCH VIDEO) www.TheUnitedWest.org October 17, 2011
[xi] http://www.crif.org/index.php?page=articles_display/detail&aid=27823&ret...
[xii] Bostom, Andrew, Sharia Versus Freedom—The Legacy of Islamic Totalitarianism, with a Foreword by Andrew C. McCarthy, forthcoming September 2012.
http://www.nationalreview.com/articles/285042/qaradawi-s-odious-vision-a...
http://www.andrewbostom.org/blog/2011/12/04/qaradawi-the-%E2%80%9Carab-s...
Indeed, Qaradawi’s triumphant February 18th “khutbah”, or sermon to the adoring Muslim throngs that day was symbolic of an Islamic revival begun by the so-called “Al-Manar modernists”—Jamal Al-Din Afghani, Muhammad Abduh, and Muhammad Rashid Rida 48–more than a century before he took the stage at Tahrir Square.
[xiii] Details cannot be verified because the CRIF has deleted BHL’s contribution
[xiv] [http://www.newenglishreview.org/blog_direct_link.cfm/blog_id/39174 ].
[xv] Figaro newspaper