Salafisten »Christen landen in der Hölle«

Sonntagsblatt 23 April 2012

Radikalislamische Salafisten wollen in Deutschlands Fußgängerzonen weiter kostenlos den Koran verteilen. 300.000 Bücher wurden bereits verschenkt, 25 Millionen Exemplare sollen insgesamt unters Volk gebracht werden. Um Bayern haben die Islamisten bisher einen weiten Bogen gemacht.

»Lies!« (deutsch, nicht englisch zu verstehen) lautet der Titel der Koran-Kampagne. Damit sich die »Ungläubigen« in Deutschland selbst ein Bild vom Islam machen können, verteilen ihn Salafisten derzeit überall.

Am Fuße des Schillerdenkmals in der hannoverschen Innenstadt herrscht Gedränge. Kamerateams und Reporter stehen dicht vor einem Stand, an dem kostenlos Koran-Exemplare verteilt werden. Polizisten patrouillieren, zahlreiche ältere Zuschauer beobachten das Treiben aus einiger Entfernung. Immer wieder wagen sich Interessierte an den kleinen Stand vor, an dem Mitglieder einer als radikalislamisch geltenden Gruppe von Salafisten das heilige Buch der Muslime verschenken. Die Bevölkerung in Deutschland solle sich selbst ein Bild vom Glauben der Muslime machen, sagen sie.

Unter den Schaulustigen ist Klaus P. (62). Er selbst will sich keinen Koran mitnehmen. »Ich vermute aber, dass einige das Ding lesen werden.« Teilen könne er die Positionen der Islamisten nicht. Vor allem stört er sich am Frauenbild der vom Verfassungsschutz überwachten Gruppe. Sie propagierten eine Gesellschaft »wie im Mittelalter«.

Unterdessen gehen immer mehr Koran-Exemplare über den Tresen. Einer der Verteiler ist Dennis Radkamp. Er ist Konvertit und seit zwei Jahren praktizierender Muslim. Unablässig stapelt er die Bücher auf dem Tisch, gibt sie Interessierten in die Hand. Groß ins Gespräch kommt er mit ihnen nicht. Das wolle er auch nicht, sagt er: »Ich schwatze hier niemandem etwas auf.« (...)