Stiftung Medienopfer erstattet Anzeige gegen Frankfurter Rundschau, Berliner Zeitung & Süddeutsche Zeitung

JournalistenWatch 24 Mai 2012

Stiftung Medienopfer mahnt zu mehr Respekt in medialen Auseinandersetzungen

Anzeigen gegen Mely Kiyak, die Frankfurter Rundschau, die Berliner Zeitung und die Süddeutsche Zeitung

Die Stiftung Medienopfer e.V. hat aufgrund zahlreicher Beschwerden mehrere verbale Entgleisungen von Frau Mely Kiyak zur Anzeige gebracht.

Ein Leser der Kolumne von Mely Kiyak hatte einen Leserbrief verfasst, der inhaltlich offensichtlich auf Ablehnung gestoßen war. Er erhielt daher zur Antwort eine Email, in der er als "flachgewichster Leser" bezeichnet wurde, der nur "dämliche Grütze" schreiben würde. Kein Einzelfall.

Die Kolumnistin der Frankfurter Rundschau war zusätzlich massiv in die Kritik geraten, weil sie Herrn Thilo Sarrazin in einem Artikel als "lispelnde, stotternde, zuckende Menschenkarikatur" diffamierte. Dieser Artikel wurde zwischenzeitlich von der Frankfurter Rundschau/Berliner Zeitung zurückgezogen.

Die Beleidigungen des "flachgewichsten Lesers" hingegen wurden sogar schon durch Berufskollegen der Süddeutschen Zeitung übernommen und von diesem ebenfalls ungeniert im Meinungskampf ins Feld geführt.

"Wir sehen hier eine Gefahr für die Streitkultur in Deutschland" meint Sascha Giller, Vorstand der Stiftung Medienopfer. "Politische Debatten sind wichtig, genauso öffentlich geführte Diskussionen und Meinungsbildungen. Allerdings muss der Respekt vor Andersdenkenden erhalten bleiben.

Es gibt in unserer politischen Medienlandschaft mittlerweile ein erschreckendes Maß an Qualitätsverlust. Dass nunmehr aber auch in scheinbar seriösen Zeitungen die Auseinandersetzung in der Sache durch Beleidigungen und Diffamierungen ersetzt werden, ist für uns nicht hinnehmbar."

Die Stiftung Medienopfer hat sich an den deutschen Presserat gewandt und die zuständige Staatsanwaltschaft eingeschaltet. Sie sieht in den Aussagen eine strafbare Beleidigung und hofft daher auf das Einschreiten beider Institutionen.

Kontakt Stiftung Medienopfer e.V.:
Sascha Giller
Bergstraße 21
99192 Neudietendorf

kontakt@medien-opfer.de