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• Mark Steyn: Der Geist von Geert Wilders Teil 2/2
EuropeNews 25 Mai 2012
Original: The Spirit of Geert Wilders,
National Review Online, Von Mark Steyn
Übersetzt von Liz
Vorwort von Mark Steyn des Buchs 'Marked for Death' von Geert Wilders
( Teil1 ...) Und dennoch besteht dieselbe politische Klasse, die für diesen beispiellosen "demographischen Austausch" (mit den Worten des französischen Demographen Michèle Tribalat) verantwortlich ist darauf, dass das Thema aus jeglicher Diskussion ausgeklammert wird.
Der britische Romancier Martin Amis hat einmal Tony Blair gefragt, ob bei seinen Treffen mit den Staatsoberhäupter-Kollegen das demographische Bild des Kontinents ein Thema der "europäischen Gespräche" gewesen sei. Herr Blair antwortete mit entwaffnender Ehrlichkeit, "Es sind unterirdische Gespräche" - d.h., seine Kollegen, die uns diesen Mist eingebrockt haben kennen, wenn sie öffentlich darüber sprechen keinen anderen Weg, als mit einem grinsenden Gesicht die Banalitäten eines immer angestaubteren kulturellen Relativismus zu verkünden.
Das reicht Geert Wilders aber nicht. Anders als die meisten seiner Kritiker ist er weit in der muslimischen Welt herumgekommen. Anders als sie hat er den Koran gelesen – und wieder und wieder gelesen in all diesen endlosen Nächten, versteckt in irgendwelchen sicheren Häusern, ohne den Zuspruch von Familie und Freunden. Ein Weg über das nachzudenken, was gerade passiert ist sich vorzustellen, wie die Sache andersherum aussähe. Rotterdam hat einen muslimischen Bürgermeister mit einem marokkanischen Pass, der Sohn eines Berber Imams. Wie würden sich die Saudis fühlen, wenn in Riad ein italienischer Katholik Bürgermeister wäre? Was würden die Jordanier über einen amerikanischen Juden als Bürgermeister von Zarqa denken? Wären die Bürger von Kairo und Kabul damit einverstanden zu Minderheiten in ihren Heimatstädten zu werden, einfach weil es zu unhöflich wäre über das Problem zu sprechen?
Allein die Frage zu formulieren bedeutet ihre Absurdität bloß zu stellen. Von Nigeria bis Pakistan ist die muslimische Welt intolerant sogar gegenüber den alteingesessenen Minderheiten. Im Irak ist die Hälfte der christlichen Bevölkerung geflohen, im Jahr 2010 wurde die letzte Kirche in Afghanistan dem Erdboden gleich gemacht und in beiden Fällen geschah diese konfessionelle Version einer ethnischen Säuberung unter den Augen Amerikas. Multikulturalismus ist das Phänomen einer Kultur.
Aber das politische Establishment in Europa besteht darauf, dass diese beispiellos umgestaltende Einwanderung nur dann diskutiert werden darf unter Einhaltung der üblichen Pietät: Wir sagen den Unsrigen, dass in einer multikulturellen Gesellschaft das nette schwule Pärchen von Nummer 27 und die polygamen Muslime mit vier Kinderbräuten in identischen Niqabs aus Nummer 29 in der Ulmenstraße, Seite an Seite leben können, und beide tragen zu diesem reichen, lebendigen Muster der Verschiedenheit bei. Und jeder der etwas anderes sagt muss ausgestoßen werden in die tiefste Finsternis.
Geert Wilders denkt, wir sollten darüber sprechen dürfen – und in der Tat, als Bürger der ältesten, freiesten Gesellschaften auf der Erde haben wir die Pflicht dies zu tun. Ohne ihn und seine tapferen Gefährten, wäre die Sichtweise von 57 Prozent der holländischen Wähler im Parlament unrepräsentiert. Das ist eine ziemlich dumme Sache in einer demokratischen Gesellschaft wenn man darüber nachdenkt. Die meisten Probleme denen der Westen heute gegenübersteht entstehen aus einer Politik, über die sich die politische Klasse völlig einig ist: Wenn in Europa gewählt wird dann hat der Durchschnittswähler die Wahl zwischen einer Partei links von der Mitte und einer eher milderen Variante einer Partei rechts von der Mitte und was er auch wählt, sie sind sich üblicherweise darüber einig was die Masseneinwanderung angeht bis hin zu nicht nachhaltigen Sozialprogrammen für den Klimawandel. Und sie sind skrupellos indem sie all denjenigen das Recht absprechen, die eine umfassendere Debatte wünschen. Mich hat erstaunt, als man beispielsweise Cory Bernardi Down Under abwatschte, wie viele sich bei der australischen Berichterstattung über Geert Wilders auf dieselben faulen Stichwortgeber beriefen. Hier ein Ausschnitt aus The Sydney Morning Herald:
"Geert Wilders, der im holländischen Parlament das Zünglein an der Waage ist, verglich den Koran mit 'Mein Kampf' und nannte den Propheten Mohammed einen Pädophilen..."
The Australian:
"Er provozierte einen Aufschrei in der niederländischen, muslimischen Gemeinschaft nachdem er den Islam als gewalttätige Religion bezeichnet und den Koran mit Hitlers 'Mein Kampf' und indem er den Propheten Mohammed mit einem Pädophilen verglichen hat."Tony Eastley in ABC Radio:
"Geert Wilders, der im niederländischen Parlament das Zünglein an der Waage ist, hat unter den holländischen Muslimen einen Sturm der Entrüstung entfacht, als er den Koran mit Hitlers Werk 'Mein Kampf' verglichen und den Propheten Mohammed als Pädophilen bezeichnet hat . . ."
Donnerwetter, man könnte fast glauben, all diese hart arbeitenden, investigativen Reporter haben einfach nur dieselbe faule Zusammenfassung abgeschrieben und sich nicht die Mühe gemacht nachzusehen, was der Typ wirklich sagt. Der Mann, der sich auf den nachfolgenden Seiten präsentiert, ist nicht der grantelnde Strolch als den die Medien ihn dämonisieren, sondern ein sehr belesener, weitgereister eleganter und scharfsinniger Analyst, der solche "extremen" "Rand"figuren wie Churchill und Jefferson zitiert. Er wendet sich auch an die sich immer wiederholenden Medien Ozeaniens, die Punkte wie 'Mein Kampf' ist in vielen europäischen Ländern verboten, betonen; oder Holocaustleugnung steht auch unter Strafe; oder als ein französisches Gesetz zur Leugnung des armenischen Genozids niedergeschlagen wurde, verkündete Präsident Sarkozy, dass er sofort ein neues Genozidleugnungsgesetz erlassen werde, um dieses zu ersetzen.
In Kanada hat das Gericht von Queen's Bench die Entscheidung einer untergeordneten Gerichtsinstanz aufrechterhalten, wo ein Mann wegen "Hassrede" verurteilt worden war, nur weil er die Kapitel und Verse verschiedener biblischer Gebote über Homosexualität zitiert hatte. Dennoch wirkt im Westen, der sich immer wohler dabei fühlt Bücher, Reden und Gedanken zu regulieren, zu überwachen und zu kriminalisieren, die staatliche Rücksicht gegenüber dem Islam immer kriecherischer. "Der Prophet Mohammed" (wie sich die an anderer Stelle makellos säkularen westlichen Menschen nun reflexhaft auf Mohammed beziehen) ist ein umso größerer Nutznießer unserer Bereitwilligkeit Logik und Gesetz und Freiheiten zu missbrauchen in immer ungesunderen Arten, um dem Islam ein Heimatgefühl zu geben. Denken wir an den Fall von Elisabeth Sabaditsch-Wolff, eine Wiener Hausfrau, die in verschiedenen muslimischen Ländern gelebt hat. Sie wurde vor ein österreichisches Gericht gezerrt, weil sie Mohammed einen Pädophilen genannt hat und zwar auf der Grundlage, dass er die Ehe mit Aischa vollzogen hatte als seine Braut neun Jahre alt war. Frau Sabaditsch-Wolff wurde schuldig gesprochen und zu einer Strafe in Höhe von 480 Euro verurteilt. Die Begründung der Richterin war faszinierend:
"Pädophilie ist sachlich falsch, denn Pädophilie ist eine sexuelle Neigung, die alleine oder hauptsächlich auf Kinder gerichtet ist. Nichtsdestotrotz lässt sich dies auf Mohammed nicht anwenden. Er war mit Aischa immer noch verheiratet als sie 18 war."
Man ist also nicht pädophil, wenn man eine Viertklässlerin defloriert und sie bei sich behält bis sie die höhere Schule abgeschlossen hat? Das wäre ein nützlicher Tipp, wenn man einen Urlaub in den [österreichischen] Alpen plant. Oder ist das eine weitere Ausnahme von den Dingen, die nicht universell anwendbar sind?
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Jemand der solchen Unsinn frontal konfrontiert, fehlt es nicht an Feinden. Immer noch ist es bemerkenswert, wie das Establishment sich kaum darum schert seinen Wunsch, dass Wilders dasselbe rasche und definitive Ende ähnlich dem Pim Fortuyns und Theo van Goghs ereilt, zu verhüllen. Der Richter seines Schauprozesses entschied sich dafür, dem Angeklagten den angemessenen Sicherheitsstatus im Gerichtssaal zu verweigern, der Mohammed Bouyeri, dem Mörder van Goghs zuteil wurde. Henk Hofland, der "Journalist des Jahrhunderts" der Niederlande (wie der Autor ironisch vermerkt) bat die Behörden Wilders Polizeischutz zu entfernen, damit dieser am eigenen Leib erfahren würde wie es ist, wenn man in permanenter Angst um sein Leben leben müsste. Während der Wilders Film Fitna als "Hetze" bezeichnet wird, wird der Film De moord op Geert Wilders (Die Ermordung von Geert Wilders) als nicht-so-hetzerisch und angemessen eingeordnet und er wurde sogar von einem regierungsfinanzierten Sender produziert und ausgestrahlt. Man könnte fast den Eindruck gewinnen, dass, wie die Webseite Gates of Vienna vermutete, der holländische Staat sich getreu dem Motto Heinrichs II verhält: "Wer befreit mich endlich von diesem stürmischen Blonden?"
Es gibt keinen Mangel an Freiwilligen. In den Niederlanden und in Belgien hat sich ein verstörendes Muster herauskristallisiert: Diejenigen, die den Islam analysieren wollen außerhalb der sehr engen Grenzen des eutopischen politischen Diskurses enden damit, dass man entweder verboten (belgische Partei Vlaams Blok) ins Exil gezwungen (Ayaan Hirsi Ali) oder getötet wird (Fortuyn, van Gogh). Mit welcher Geschwindigkeit hat "das toleranteste Land Europas" den Spruch "den Boten zu erschießen" als Allzweckmittel gegen "Islamophobie" angenommen.
Man kann es nicht als "Ironie" bezeichnen, dass das liberalste Land in Westeuropa das fortschrittlichste ist beim Niedergang in eine zutiefst illiberale Hölle. Es war gänzlich vorhersehbar und alles was Geert Wilders macht ist, dass er das Offensichtliche feststellt: Eine Gesellschaft, die muslimischer wird, wird weniger von den anderen Dingen haben, einschließlich der individuellen Freiheiten.
Ich habe nicht den Wunsch so zu enden wie Geert Wilders oder Kurt Westergaard, noch viel weniger will ich sterben wie Fortuyn oder van Gogh. Aber ich möchte auch mit der Wahrheit leben und ich mag diese verkümmerte Vision einer Freiheit ,wie sie das holländische
Um mit den Worten von Geert Wilders über die allgemeine Stagnation der muslimischen Welt zu sprechen, "Es ist die Kultur, dumm." Und unsere Kultur befindet sich schon auf dem Rückzug in eine vorbeugende Kapitulation und in eine eingeengte, verborgene (noch mal Blair) unterirdische Zukunft. Wie John Milton 1644 in seinem Werk Areopagitica of schrieb, "Gib mir die Freiheit zu wissen, zu äußern und frei zu argumentieren nach meinem eigenen Gewissen." Es ist eine Tragödie, dass die Kämpfe Miltons dreieinhalb Jahrhunderte später noch einmal ausgefochten werden müssen, aber der Westen schlurft gerade in eine psychologische Unfreiheit, die sie sich selbst erschaffen hat. Geert Wilders ist nicht bereit sich zu ergeben ohne sein Recht zu wissen, sich zu äußern und frei zu argumentieren, ausgeübt zu haben – sei es gedruckt, auf dem Bildschirm oder an der Wahlurne. Wir sollten diesen Geist ehren, solange wir es können.



