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Türkischem Künstler droht Haft
pro - Christliches Medienmagazin 31 Mai 2012
Von ms
Wegen angeblich abfälliger Bemerkungen über den Islam drohen dem türkischen Pianisten und Komponisten Fazil Say bis zu eineinhalb Jahren Haft. Er soll sich auf Twitter über die islamische Vorstellung vom Paradies lustig gemacht haben.
"Du sagst, durch die Bäche wird Wein fließen, ist das Paradies etwa eine Schänke? Ich werde jedem Gläubigen zwei Jungfrauen geben, sagst du, ist das Paradies etwa ein Freudenhaus?" schrieb Say laut den "Deutsch Türkischen Nachrichten" über den Kurznachrichtendienst Twitter. Daraufhin forderte die Istanbuler Staatsanwaltschaft in einer Anklageschrift eine Haftstrafe für den Künstler. Grundlage dafür sei Artikel 216 des Türkischen Strafgesetzbuches, welcher die "Verunglimpfung der religiösen Werte des Volkes" unter Strafe stellt. Wenn Say die Anklage annimmt, werde er vor Gericht gestellt, schreibt die türkische Tageszeitung "Hürriyet". Der 42-jährige Pianist ist laut Medienberichten Atheist.
"Ich habe das Recht, die Religion zu kritisieren"
Auch Nedim Gürsel, ein türkischer Schriftsteller, ist bereits aufgrund angeblicher islamfeindlicher Äußerungen unter anderem 2009 in Konflikt mit dem Gesetz gekommen. Der Autor des Romans "Allahs Töchter" wurde in seiner Heimat wegen Blasphemie verklagt. "Deutschlandradio Kultur" berichtet, dass er für den Roman in der Türkei wegen der Verletzung religiöser Gefühle angeklagt und erst nach einem Jahr freigesprochen wurde. Nachdem das Gericht festgestellt hatte, dass Gürsel keine Straftat gegangen habe, äußerte er sich gegenüber der Deutschen Presseagentur: "Ich bin überzeugt, dass ich die Religion nicht beleidigt habe. (...) Ich habe das Recht, die Religion zu kritisieren." (...)



