Wiesbadener Tauhid-Moscheegemeinde ist Anlaufstation für radikale Salafisten

Wiesbadener Tagblatt 1 Juni 2012
Von Wolfgang Degen

"Die Ausrichtung der Tauhid-Moscheegemeinde zum Salafismus ist uns bekannt", sagt Integrationsdezernentin Rose-Lore Scholz. Bekannt, aber bislang folgenlos. Wobei die Formulierung "Ausrichtung" eine Verniedlichung ist in Anbetracht der tatsächlichen Rolle: Die Gemeinde in der Fischbacher Straße gilt seit langem auch als Sammelbecken und Anlaufstation für Muslime, die der radikalen islamistischen Strömung zugerechnet werden. Diese Gläubigen orientieren sich streng an der Frühzeit des Koran. Die Gemeinde gilt seit langem als eine der Propaganda- und Missionierungsstationen.

Die Stadt gerät nun in Handlungsdruck: Zählt die Gemeinde doch zu jenen, die sich per Unterschrift zur Integrationsvereinbarung der Stadt verpflichtet haben. Ein gegenseitiges Regelwerk von Normen und Verpflichtungen. Für diese Vereinbarung wird Wiesbaden viel gelobt. Nun hat die Kommune ein großes Problem, denn für die Integrationsdezernentin steht fest: "Eine salafistische Ausrichtung ist unvereinbar mit der Integrationsvereinbarung". Das sei auch "nicht verhandelbar". Man wolle jetzt das Gespräch mit der Gemeinde suchen, die Gemeinde werde sich "klar positionieren müssen".

Bauvorhaben in der Fischbacher Straße ?

Die Stadt hat ein weiteres Problem: Die Tauhid-Gemeinde hat einen neuen Anlauf gestartet, in der Fischbacher Straße zu bauen. In Anbetracht der salafistischen Ausrichtung der Gemeinde wird das Vorhaben in der Öffentlichkeit und in der Stadtpolitik wohl nicht unumstritten sein. (...)