• Warum erfindet man Mohammed ?

EuropeNews 4 Juni 2012
Original: Why Invent Mohammed ? , PJmedia
Von David P. Goldman
Übersetzt von Liz

Warum erfindet man eine neue Religion? In seinem exzellenten neuen Buch Did Mohammed exist? stellt Robert Spencer neuere historische Forschungen vor, die die Existenz des historischen Mohammed in Frage stellen, einiges davon waren für das amerikanische Laienpublikum zuvor nicht zugänglich. Es ist gefährlich so etwas zu machen und es ist mutig zugleich

Vor einigen Jahren habe ich Spencer getadelt , weil er den Koran als allzu glaubwürdig dargestellt hatte, wichtiger als die widerlichen Dinge, die man im Koran findet seien, so argumentierte ich, zwei Fragen: "1) Es kann sein, dass es Mohammed gar nicht gegeben hat, und 2) wenn es ihn gegeben hat, dann kann es sein, dass er mit dem Koran gar nichts zu tun gehabt hat, der sehr gut eine Textsammlung aus dem 8. oder 9. Jahrhundert gewesen sein kann." Spencers heutiges Buch wird in die wichtigsten muslimischen Sprachen übersetzt und im Internet veröffentlicht werden, so Daniel Pipes . Das ist eine wichtige und willkommene Entwicklung.

Dieser Punkt wurde letztes Jahr von dem politischen Philosophen Fr. James Schall von der Georgetown Universität sehr treffend vorgebracht, er argumentierte, "die Verletzlichkeit des Islams liegt, so wie ich es sehe, in einer plötzlichen Erkenntnis der Mehrdeutigkeit des Korantextes. Ist er das was er behauptet zu sein?

Militärisch ist der Islam schwach. Er ist stark in seinem sozialen Zusammenhalt, nutzt oft empfindliche moralische und physische Strafen. Aber das Fundament und die Einheit seiner zu Grunde liegenden Dokumente sind höchst suspekt. Wenn dies einmal deutlich wird, dann kann der Islam so zerbrechlich wie der Kommunismus sein." Kritik am Koran, so behaupte ich seit 2003, ist die Achillesferse des Islams.

In seiner Funktion als Ankläger in diesem Mohammed-Schwindel hat Spencer Mittel und Gelegenheit entsprechend herausgearbeitet. Er hätte ein wenig mehr über das Motiv sagen können. Warum erfindet man eine neue Religion? Seit dem 18. Jahrhundert hatte es Versuche gegeben Moses als abtrünnigen ägyptischen Priester einer Art sonnenanbetenden Monotheismus umzugestalten, der zum Führer der rückständigen Hebräer wurde. Wir finden diese Ente wiederholt in Schillers Essay "Die Sendung Moses" bis hin zu Freuds Moses und Monotheismus im Jahr 1938. Aber das Judentum ist kein Monotheismus als solcher, sondern eine Beziehung von Menschen untereinander mit einem unendlichen Gott, der mit seinem Volk liebt und leidet.

Große Mengen an gelehrten Menschen zeigen Ähnlichkeiten auf zwischen der Sprache des Bundes in der Bibel und früheren juristischen Dokumenten in der Region, oder Parallelen zwischen ugaritischen Hymnen und Psalmen. Sie sind interessant haben aber keinen direkten Zusammenhang mit den erstaunlichen Erfindungen der jüdischen Offenbarungen: Nirgendwo in der früheren Geschichte hören wir von einem unendlichen und ewigen Gott, der auch eine Persönlichkeit hat und sich den Menschen in Liebe verpflichtet fühlt.

Ernsthafte Wissenschaftler bezweifeln nicht mehr länger, dass das Judentum irgendwie von einem ägyptischen Sonnenkult abstammt. Niemand hat darüber hinaus bis jetzt erklären können, warum ein alter Stamm eher eine solche Geschichte erfinden sollte, die seine Vorfahren als Sklaven portraitiert oder sich selbst als Eroberer eines Landes, als seine eingeborenen und legitimen Bewohner. Kurz gesagt, es gibt weder ein literarisches, noch ein historisches, oder ein anthropologisches oder ein archäologisches Gegenargument zu der jüdischen Behauptung, dass die geschriebenen und mündlich übertragenen Gesetze Moses am Sinai gegeben wurden.

Das Christentum regt an, den jüdischen Bund auf die gesamte Menschheit auszuweiten. Nachdem zahllose akademische Leben bei der "Suche nach dem historischen Jesus" ausgebrannt sind, behauptet kein Wissenschaftler von Rang, dass er dazu in der Lage sei aufzuzeigen, dass Jesus von Nazareth eine Erfindung wäre. Man kann sich über die Verlässlichkeit der verschiedenen Darstellungen von Jesus streiten, aber nicht über die Existenz von Jesus selbst. Die christliche Doktrin von Jesu Wiederauferstehung kann nicht widerlegt werden. Man glaubt sie oder nicht.

Aber beim Islam ist es eine gänzlich andere Sache. Es gibt umfassende archäologische Beweise in Form von Münzen und Inschriften aus dem 7. Jahrhundert nach Mohammeds angeblichem Tod, wie Nevo und Koren in ihrem im Jahr 2003 erschienen Buch Crossroads to Islam http://www.amazon.com/Crossroads-Islam-Origins-Religion-Islamic/dp/15910... aufzeigen.

Es vergehen zwei Jahrhunderte bevor eine Beschreibung von Mohammeds Leben verbreitet wird. Der Koran selbst ist offensichtlich eine Zusammenstellung, die aus zeitgenössischen jüdischen und christlichen Quellen genährt wird in einer Sprache, die dem Arabischen oft noch nicht einmal ähnlich ist.

Wenn der Islam eine Erfindung des 8. und 9. Jahrhunderts ist, dann lautet die Frage: Warum? Die einfache Antwort lautet, dass die Araber ein neues Weltreich gründeten und ihre Macht zu legitimieren wünschten. Aber das erklärt noch nicht die Hingabe, die der Islam immer noch erweckt.

Prof. Sven Kalisch

Unter den stillen Helden islamischer Wissenschaftler ist der wahrscheinlich informativste Prof. Sven Kalisch von der Universität Münster aus Deutschland. Ich habe einige seiner Arbeiten in meinem Buch How Civilizations Die http://www.amazon.com/gp/product/159698273X/ref=as_li_ss_tl?ie=UTF8&tag=... (and Why Islam is dying, too) aus dem Jahr 2011, übersetzt. Prof Kalisch war zum Islam konvertiert, hat seine ausgewählte Religion dann aber zurückgewiesen und bietet immer noch die stichhaltigste Erklärung, die ich bisher gesehen habe.

Hier ein bedeutsamer Ausschnitt aus meinem Buch:

Im Jahr 2008 erregte ein muslimischer Theologe an der Universität von Münster in Deutschland Aufsehen bei seinen religiösen Mitstreitern als er behauptete, dass der Prophet Mohammed eher eine mythische Phantasie sei als eine historische Figur.

Sven Mohammed Kalisch war zum Islam konvertiert und hatte eine der wichtigsten Positionen innerhalb der islamischen Wissenschaft inne – er war der erste Lehrstuhlinhaber für das Studienfach muslimischer Religionsunterricht an deutschen allgemeinbildenden Schulen. Seine Arbeit "Islamische Theologie ohne den historischen Mohammed" war das erste Buch eines muslimischen Akademikers, das die Existenz des Propheten in Frage stellte.

Seitdem ist Prof. Kalisch ein Apostat des Islams und hat den muslimischen Glauben verlassen, aber der Schaden war entstanden. Er sagte einer deutschen Zeitung: "Es mag sein, dass der Koran von Gott wahrlich inspiriert worden ist, eine großartige Erzählung von Gott, aber er wurde nicht Wort für Wort von Allah an den Propheten diktiert."

Nach Kalischs Bericht verwandelte die Erfindung des historischen Mohammeds die christliche Botschaft in eine Erklärung, die die Araber zu Gottes auserwähltem Volk macht. Der Koran vollbringt diese theologische Wendung, so behauptet Kalisch, indem er Mohammed als einen arabischen Propheten darstellt, der sowohl charakteristische Eigenschaften von Moses wie auch von Jesus hat.

"Wir besitzen kaum eine Original islamische Quelle aus den ersten beiden Jahrhunderten des Islams," bemerkt Kalisch. "Und selbst wenn eine Quelle aus diesem Zeitraum zu sein scheint, ist Vorsicht angebracht. Die reine Erklärung, dass eine Quelle aus dem ersten oder zweiten Jahrhundert des islamischen Kalenders stammt bedeutet gar nichts.

Und sogar wenn eine Quelle tatsächlich im ersten oder zweiten Jahrhundert geschrieben wurde, bleibt die Frage einer späteren Manipulation offen. Wir bewegen uns nicht auf sicherem Boden in Bezug auf die Quellen bis zum dritten islamischen Jahrhundert [9. Jahrhundert n.Chr.]. "Diese wichtige Zeitspanne zwischen der Zeit zu der Mohammed gelebt haben soll und den ersten historischen Beweisen der Religion, die er angeblich gegründet hat, ist extrem verdächtig," merkt Kalisch an. "Wie kann sich eine Religion in einem praktisch wortwörtlichen Vakuum entwickelt haben", zitiert er Patricia Crone und Martin Hinds.

Es ist eine auffallende Tatsache [schreibt Kalisch], dass solch eine dokumentierte Tatsache, wie sie sich aus der sufnayidischen Periode erhalten hat, überhaupt keine Erwähnung von [Mohammed], dem Boten Gottes beinhaltet. Die arabischen Inschriften der arabischen sasanischen Münzen beschwören nur Allah aber nicht seinen rasul [Boten]; und die arabisch-byzantinischen Bronzemünzen auf denen Mohammed als rasul Allahs erscheint, die zuvor in der sufyanidischen Periode datiert wurden, sind nun in die marwanidische Periode platziert worden. Sogar die beiden erhaltenen prä-marwinidischen Grabsteine erwähnen keinen rasul.[ii]

Das Problem mit der muslimischen Version der religiösen Frühgeschichte liegt nicht im Fehlen von Beweisen sondern eher in einer Reichhaltigkeit, einschließlich einer großen Anzahl von Münzen und Inschriften auf Monumenten während der ersten beiden Jahrhunderte, die sich aber nie auf den Propheten Mohammed beziehen. "Münzen und Inschriften sind inkompatibel mit der islamischen Geschichtsschreibung," schlussfolgert Kalisch und zitiert die Monographie Crossroads to Islam von Yehuda Nevo und Judith Koren [iii]. Die älteste Inschrift mit der Formulierung "Mohammed Bote Allahs" findet man im sechsundsechzigsten Jahr islamischer Zeitrechnung.

Aber es existieren auch Münzen, die man in Palästina gefunden hat und die wahrscheinlich in Amman geprägt wurden, auf denen das Wort "Mohammed" in arabischen Schriftzeichen auf einer Seite steht und ein Bild eines Mannes, der ein Kreuz trägt auf der anderen Seite. Kalisch zitiert dies und ein Dutzend weiterer Beispiele und Beweise, die der offiziellen muslimischen Geschichte widersprechen. Er zitiert Nevo und Koren neben anderen Quellen und behauptet auch, dass die islamischen Eroberungen, von denen viel später in islamischen Quellen berichtet wird, niemals stattgefunden haben – stattdessen gab es eine schrittweise Migration in entvölkerte byzantinische Länder durch die arabischen Hilfstruppen des östlichen Reiches.

"Um sicher zu gehen," fährt Kalisch fort, "sind verschiedene Erklärungen für die fehlende Erwähnung des Propheten in dieser frühen Periode möglich und es ist kein Beweis für die Nicht-Existenz eines historischen Mohammed. Aber es ist äußerst erstaunlich und fordert die Frage [sic] der Bedeutung Mohammeds für die ursprüngliche muslimische Gemeinde heraus, für den Fall, dass es ihn tatsächlich gab." Die numismatischen und archäologischen Beweise gegen die überlieferte Version einer islamischen Geschichte bestätigen den quellenkritischen Fall, dass sich der Koran auf frühere christliche Quellen bezieht und ursprünglich zumindest teilweise in Syrisch-Aramäisch geschrieben wurde, nicht in Arabisch. [iv]

Diese zwingenden Tatsachen wurden von Gelehrten zusammengestellt, die gegen den Strom der gegenwärtigen islamischen Studien schwimmen – beispielsweise Patricia Crone, Martin Hinds, Karl-Heinz Ohlig und John Wansbrough. Kalisch war jedoch der erste muslimische Gelehrte der gegen die Echtheit des Korans argumentiert hat.

Wenn die Mohammed Geschichte erfunden wurde, von wem wurde sie dann erfunden und zu welchem Zweck? Die Antwort, so erklärt Kalisch, liegt darin, dass das neue arabische Reich die Figuren von Moses und Jesus zu einem arabischen Propheten verschmelzen wollte. Weder die Juden noch die Christen als Völker Gottes, sondern stattdessen sollten die Araber zum Auserwählten Volk unter dem Islam werden. "Kein Prophet wird im Islam so oft erwähnt wie Moses und die muslimische Überlieferung betont immer die große Ähnlichkeit zwischen Moses und Mohammed," schreibt Kalisch.

"Das wichtigstes Ereignis im Leben von Moses ist jedoch der Exodus der unterdrückten Kinder Israels aus Ägypten gewesen und das wichtigste Ereignis im Leben Mohammeds ist der Exodus seiner unterdrückten Gruppe aus Mekka nach Medina. . . Es liegt der Verdacht nahe, dass die Hegira nur aus diesem Grund in der Geschichte des Propheten auftaucht, damit sein Bildnis zum Bildnis Moses mutiert." Weiterhin,

" … das Bildnis von Jesus wird auch als das eines neuen Moses betrachtet. Die Verbindung Mohammeds mit der Figur Jesus wird in der islamischen Überlieferung durch die Tochter Fatima dargestellt, die als Maria erkannt wird . . . Die Linie Fatima-Maria-Isis ist in der Forschung sehr bekannt. Mit der Einnahme Mekkas kehrte Mohammed letztlich zum Ursprungspunkt zurück. So haben wir eine Kreisstruktur, die typisch ist für Mythen in denen Anfang und Ende identisch sind.

Die gnostische Kreisstruktur repräsentiert das Konzept, dass die Seele zu ihrem Ursprung zurückkehren muss. Sie wird von ihrem Ursprung abgetrennt und muss zu ihrer Erlösung zurückkehren . . . In der islamischen Gnosis erscheint Mohammed zusammen mit [seinen Familienmitgliedern] Ali, Fatima, Hasan und Hussein als kosmische Kräfte . . .der gnostische Abu Mansur al Igli behauptet, dass Gott zuerst Jesus und dann Ali erschuf. Hier haben wir offensichtlich immer noch den kosmischen Christus. Wenn der Islam aus einer christlichen Gnosis entstanden ist, dann hat der kosmische Christus einen Namenswechsel erfahren zu Mohammed in der arabischen Welt und dieser kosmische Mohammed wurde als Neuauflage des Mythos von Moses und Joshua (=Jesus) als ein arabischer Prophet präsentiert."

Warum ist diese theologische Klarheit so wichtig?

Aus verschiedenen Gründen.

Erstens ist die Frage was der Islam erreichen will von größter Wichtigkeit. Der definitive Anspruch der Religion, wenn wir Prof. Kalisch folgen wollen, ist die Wahl der Araber, um die Juden zu ersetzen. Jedes offenkundige Zeichen einer Wahl der Juden (beispielsweise ein jüdischer Staat in Eretz Yisrael) gefährdet die Grundprämisse des Islams und stellt eine existentielle Bedrohung der Religion als solche dar.

Der Mechanismus durch den die neue Religion die Figuren von Moses und Jesus neu besetzt, und zwar der Glaube, dass ein esoterisches Wissen ihre Anhänger dazu befähigt unter die Oberfläche zu schauen: Die Grundlage der hebräischen Bibel und der christliche Evangelien ist die "wahre" Offenbarung des Islams. Aber das ist absolut keine Offenbarung, jedenfalls nicht in dem Sinne, wie man die Offenbarung der Thora oder die Geistlichkeit von Jesus durch die Offenbarungen versteht, nämlich als menschliches Unternehmen mit einem unendlichen Gott. Es gibt in Wirklichkeit gar kein Offenbarungen, denn Allah bleibt immer unendlich weit entfernt und unoffenbart: Es gibt nur Gnosis, ein neues esoterisches Wissen, eine Neuauflage früherer Quellen, die Moses und Jesus in Mohammed verwandeln.

Dies macht den Islam wesentlich zerbrechlicher als das Juden- oder Christentum. Wenn der Westen sich dazu entscheidet, besser diese Schwäche auszunutzen als zu versuchen den Islam zu befrieden, zu bekämpfen oder zu reformieren, dann würde das Ergebnis jeden überraschen.