Ägypten: "Manche Männer sehen Frauen als Diener"

Kurier 13 Juni 2012

Die Islamwissenschafterin Gabriele Habashi über das Verhältnis zwischen Männern und Frauen in Ägypten und die Angst vor den Islamisten. Sie kämpften Seite an Seite mit den Männern.

Ägyptische Frauen standen während der Revolution für ihre Rechte ein, waren voller Hoffnung, die Gesellschaft verändern zu können. Doch in den fast eineinhalb Jahren, die seit dem Umsturz von Langzeitdiktator Hosni Mubarak im Februar 2011 vergangen sind, hat sich die Ernüchterung breitgemacht.

Die islamistische Muslimbrüderschaft beherrscht gemeinsam mit dem Militärrat das politische Geschehen. Die Hoffnungen der ägyptischen Frauen auf Veränderung drohen zu zerplatzen.

Sind Frauen die Verlierer des Arabischen Frühlings? Gabriele Habashi, Arabistik- und Islamwissenschaftlerin, erklärt in ihrem neuen Buch "Das neue Ägypten", warum die ägyptische Gesellschaft droht, sich zunehmend zu islamisieren.

Die Hamburgerin, die selbst in Kairo lebt, sagt, dass sich die Ägypterinnen vor dem islamistischen Präsidentschaftskandidaten, Mohammed Mursi, fürchten. Außerdem erklärt sie, warum die Arabische Revolution ein Befreiungsschlag für die ägyptischen Frauen war.

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