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Extremisten bedrängen Christen und moderate Muslime
Erzdiözese Wien 13 Juni 2012
Der Vorsitzende der Pakistanischen Bischofskonferenz, Erzbischof Coutts, beklagt in Wien, dass Christen aus Angst vor Gewalt in ständiger Anspannung leben müssen.
Islamische Extremisten in Pakistan bringen die wenigen dort lebenden Christen, aber auch die Mehrheit der moderaten Muslime im Land immer stärker in Bedrängnis. Das berichtete der Vorsitzende der Pakistanischen Bischofskonferenz, Erzbischof Joseph Coutts, am Dienstag, 12. Juni 2012, bei einem Pressegespräch in Wien.
"Die Extremisten sind stark, weil sie nicht zögern, Gewalt anzuwenden", schilderte der Erzbischof von Karachi. Ziele seien Andersgläubige genauso wie Regierungsvertreter oder Muslime, die eine extreme Auslegung des Koran nicht teilten. Die Regierung sei kaum in der Lage, gegen die Extremisten vorzugehen.
Ein Leben in ständiger Angst
Etwa zwei Prozent der rund 180 Millionen Einwohner von Pakistan sind Christen. Sie verfügten über ein Grundmaß an Freiheit; ihre Lage habe sich aber in den vergangenen beiden Jahrzehnten deutlich verschlechtert, beklagte Bischof Coutts eine wachsende Intoleranz gegenüber Christen. Insgesamt herrsche durch die Angst vor Gewalttaten und Anschlägen islamischer Extremisten eine bedrückende Stimmung.
Nicht-Muslime lebten auch wegen des Missbrauchs der sogenannten "Blasphemie-Gesetze", die bei Beleidigung des Propheten Mohammed die Todesstrafe vorsehen, in ständiger Anspannung. Extremisten setzten bei diesen Prozessen auch Richter unter Druck, berichtete Bischof Coutts: "Sie setzen sich in den Gerichtssaal und starren den Richter so lange bedrohlich an, damit dieser ein für sie passendes Urteil fällt."
Bisher sei zwar niemand wegen des Blasphemie-Paragraphen vom Staat hingerichtet worden, rund 30 Beschuldigte seien aber auf der Straße oder auf dem Transport vom Gefängnis zum Gericht von Unbekannten ermordet worden, erinnerte der Erzbischof. Anderen Kritikern der Gesetze werde auf diese Weise Angst gemacht, um sie zum Schweigen zu bringen. (...)



