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Verstümmelungsopfer erhebt Stimme in der Schweiz
swissinfo.ch 2 Juli 2012
Von Susan Vogel-Misicka
Sie trägt ein blassrosa Kopftuch und einen langen, blumengemusterten Rock, sie ist gesprächig und zeigt uns auf ihrem goldenen iPhone Fotos ihrer Kinder: Die aus Sudan stammende Amal Bürgin lebt schon seit vielen Jahren in der Schweiz.
" Als ich acht oder neun Jahre alt war, wurde ich erneut beschnitten. Meine beiden Tanten in Khartum sagten, die erste Beschneidung sei nicht 'gut genug' gewesen, es sei immer noch 'zu offen'. "
Amal Bürgin
Die 42-Jährige hat zusammen mit ihrem Schweizer Mann drei Kinder. Zwei Söhne und eine Tochter im Alter zwischen vier und elf Jahren. Dass sie drei Kinder geboren hat, ist äusserst bemerkenswert, wenn man die brutale Tradition der Genitalbeschneidung kennt, die Amal als Kind erleiden musste.
Als sie fünfjährig war, befand sich Amal zusammen mit ihrer älteren Schwester an einer Genitalbeschneidungs-Zeremonie in ihrer Geburtsstadt Khartum. Neben Süssigkeiten und hennafarbenen Tätowierungen "erhielten" sie auch die so genannte pharaonische Beschneidung. Das heisst: Entfernung der Klitoris und der Schamlippen, Verengung der Vaginalöffnung. Eine kleine Öffnung wird belassen für Urin und Menstruationsblut.
Amal Bürgin leidet immer noch an den Folgen dieser Verstümmelung, wie sie vor vier Jahren gegenüber swissinfo.ch sagte. Inzwischen hat sie sich mit ihrer Mutter schonungslos darüber ausgesprochen und Erfahrungen gesammelt, indem sie öffentlich über ihren Leidensweg spricht. (...)



