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"Zum Zeitpunkt des Sivas-Massakers waren wir noch Kinder” – Statements von Jugendlichen
Alevitische Gemeinde Deutschland 5 Juli 2012
Von Gözde Özagac (Alevitische Gemeinde Wuppertal)
"Die heutige Kundgebung zum Gedenken an Sivas’93 vor dem türkischen Konsulat in Düsseldorf zeigte mir, dass Sivas seit dem 02.07.1993 immer noch brennt. Gemeinsam haben wir gezeigt, dass wir Sivas’93 nicht vergessen haben und nicht vergessen werden!
Nach 19 Jahren ist die Gleichstellung aller Menschen in der Türkei immer noch nicht vorhanden. Wir werden das Pogrom von Sivas’93 nicht verjähren lassen und solange schreien, bis wir gehört werden. Es gibt kein vergessen und kein verjähren!”
Ugur Canpolat:
"Mir gefiel die gestrige Kundgebung vor allem weil sehr viele junge Menschen dabei waren. Zum Zeitpunkt des Massakers waren diese noch kleine Kinder. Das ist ein Zeichen dafür, wie sehr das Sivas Massaker noch 19 Jahre danach auch junge Aleviten schmerzt. Es zeugt aber auch davon, wie fest dieses Massaker in ihren alevitischen Bewusstsein verankert ist.
Neben dem Schmerz erfüllt es mich aber auch mit Ekel ,wenn ich mir die Videoaufnahmen des blind, fanatisch wütenden Mobs vor Augen führe. Solange Täter und Opfer vertauscht werden, Täter Schutz und Lob durch oberste staatlichen Stellen bekommen, Opfer als Provokateure verhöhnt und diffamiert werden, muss ich demonstrieren. Den sowas schreckliches darf nie wieder stattfinden.
Entblößend ist es zu sehen, wie wenige Menschen aus türkisch-islamischen Kreisen an diesen Gedenktagen teilnehmen. Dies zeigt wie sehr ein "von nichts gewusst” und ein "was haben wir damit zu tun" in diesen Kreisen verbreitet ist. Dabei haben sich die Angreifer bei ihrer Tat auf ihren "friedlichen Islam” berufen. Somit bleiben die türkisch-islamischen Kreise mehr als eine Erklärung schuldig, falls sich der "friedliche Islam” ihrer Meinung nach nicht 1993 beim Massaker zum Ausdruck gebracht hat. (...)



