![]() | EN Roundup |
Lausanner Spital betreut jährlich 600 Opfer von Genitalbeschneidungen
Der Bund 6 Juli 2012
Von Anouk Schumacher
Im Kanton Freiburg wurde eine Somalierin wegen der Verstümmelung ihrer Halbschwester verurteilt. Zahlen der Spitäler in Genf und Lausanne zeigen, wie akut das Thema auch in der Schweiz ist.
240 Stunden gemeinnützige Arbeit und zwei Jahre Bewährung – so lautet das Urteil des Freiburger Kantonsgerichts gegen eine 54-jährige Somalierin. Sie hatte indirekt die Beschneidung ihrer Halbschwester provoziert.
Zwischen 6000 und 7000 Frauen betroffen
Der juristische Hintergrund: Am 1. Juli trat eine neue Rechtsnorm gegen weibliche Genitalverstümmelung in Kraft. Gemäss dieser neuen Gesetzgebung kann jede Person, die eine Verstümmelungshandlung durchführt, dafür verantwortlich gemacht und bestraft werden, auch wenn die Tat im Ausland erfolgt. Damit entspricht Bundesbern unter anderem den Forderungen von Städten mit hoher Einwanderungsquote, wie etwa Genf oder Lausanne, wo sich zahlreiche Einwanderer aus Eritrea, Somalia und dem Sudan niedergelassen haben. In diesen Ländern sind Beschneidungsrituale noch immer weitverbreitet.
Laut einem 2004 veröffentlichten Bericht von Unicef seien in der Schweiz 6000 bis 7000 Frauen von Beschneidungen betroffen. Diese Zahlen werden zurzeit überarbeitet. Man erwartet, dass sie durch die erhöhten Migrationsströme inzwischen weit höher liegen.
(...)



