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Auf Befehl des Mufti – Keine Antisemiten im Islam
Welt Online 9 Juli 2012
Von Henryk M. Broder
Der Vorsitzende des Islamrats beweist Sinn für Humor und erklärt, dass es im Islam keinen Antisemitismus gebe. Ebenso gut könnte man sagen, es gebe "im Islam" keine Krankheiten.
Im Januar 1907 veröffentlichte Karl Kraus in seiner "Fackel" einen Artikel über den österreichischen "Bureaukretinismus". Gleich in den ersten Sätzen gab er eine Sensation bekannt: "Es ist also ausgemacht: Der Geschlechtsverkehr soll in Österreich abgeschafft werden... Zugleich mit der Erhöhung der Postgebühren."
Karl Kraus war der größte deutschsprachige Satiriker des 20.Jahrhunderts. Nun hat er einen würdigen Nachfolger gefunden. Es ist Ali Kizilkaya, Vorsitzender des Islamrats und Sprecher des Koordinationsrates der Muslime in Deutschland, KRM, der Dachorganisation der vier größten deutschen Muslimverbände. In einem Interview mit Welt Online sagte er:
"Es gibt im Islam keinen Antisemitismus, denn Antisemitismus ist eine Form von Rassismus. Die Verbände stehen alle auf dem Boden des Grundgesetzes."
Behauptung erinnert an Ahmadinedschad
Auf den ersten Blick erinnert diese Behauptung an den Auftritt von Mahmud Ahmadinedschad vor Studenten der Columbia Universität in New York im Oktober 2007, als der iranische Präsident ganz im Ernst erklärte, es gebe im Iran keine Homosexuellen, es sei ihm völlig unverständlich, wie jemand auf eine solche Idee kommen könnte.
Mit etwas gutem Willen konnte man Ahmadinedschads kühne Behauptung damit erklären, dass seit Beginn der iranischen Revolution im Jahre 1979 einige Tausend schwule Männer ermordet wurden.
Im Falle von Kizilkaya liegt der Fall anders. Er erklärt den Islam an sich zu einer antisemitismusfreien Zone, par ordre du mufti, sozusagen. Ebenso gut könnte man sagen, es gebe "im Islam" keine Krankheiten, keine Inflation und keine Streitigkeiten unter Nachbarn.
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