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Anschlagsopfer: Berliner Ärzte gaben Irakerin neues Gesicht
B.Z. Berlin 10 Juli 2012
Von Birgit Bürkner
Ihre Haut an Stirn, Schläfen und Nasenrücken ist schon fein und ebenmäßig, die Augen blicken noch etwas müde in die Umgebung, doch auf ihrem Mund ist manchmal ein leichtes Lächeln sichtbar. Liebevoll streichelt Mais (25) ihrer Schwester Raghad (33) über den Rücken. Berliner Ärzte schenkten der Irakerin ein neues Gesicht.
Bis vor anderthalb Jahren war Raghad eine bildschöne Frau, so wie Schwester Mais. Die beiden wohnten mit Familie in Bagdad. Raghad, Mutter eines dreijährigen Sohnes, arbeitete als Bankbeamtin, Mais als Journalistin.
3. November 2010, der Anschlag. Raghad stand im Garten neben dem Stromgenerator. "Ich sah, wie jemand etwas auf mich warf", sagt sie. Ein Molotowcocktail. Er sollte sie treffen, weil sie als moderne Muslima kein Kopftuch trug. Er traf den Generator, der explodierte – Raghad mittendrin. Das örtliche Krankenhaus verweigerte ihre Aufnahme; sie würde sowieso sterben. (...)



