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Geplantes saudisches Zentrum in Wien stößt auf Kritik
Deutschlandfunk 17 Juli 2012
Von Alexander Musik
Ende November wird in Wien das "König Abdullah-Zentrum" eröffnen, das den interreligösen Austausch fördern soll. Was nach einer guten Idee klingt, stößt auf Protest: Denn finanziert wird das Zentrum ausschließlich von Saudi-Arabien, wo eine besonders rigide Spielart des Islam herrscht.
Noch ist das neobarocke Stadtpalais in der Wiener Innenstadt, das das saudische Königreich für 13,4 Millionen Euro erworben hat, eingerüstet; innen verwandelt derzeit ein Bautrupp das denkmalgeschützte Gebäude in ein Bürohaus. Ab 26. November soll hier getagt werden: mindestens einmal jährlich, so steht es im Gründungsvertrag für das Dialogzentrum, das den saudischen Alleinherrscher König Abdullah im Titel trägt.
Dialog führen dank der Millioneninvestitionen aus dem Land des strenggläubigen Wahhabismus, das andere Religionen gar nicht erst zulässt - ist das nicht Heuchelei? Die Grüne Parlamentarierin Alev Korun ist eine der schärfsten Kritikerinnen des Dialogzentrums.:
"Wenn man nach Saudi-Arabien schaut, wo Religionsfreiheit völlig ein Fremdwort ist leider, dann ist das leider der falsche Partner unserer Meinung nach. Wir sind nicht gegen den Dialog, auch mit Saudi-Arabien muss man natürlich Gespräche führen. Allerdings einem Dialogzentrum für interreligiösen und interkulturellen Dialog den Namen des saudischen Königs zu geben, weil er ein Palais auf der Ringstraße in Wien gekauft hat, und weil er das kostenlos sozusagen dem Projekt zur Verfügung stellt, das ist politisch ein großer Fehler unserer Meinung nach." (...)



