Salafisten-Szene ist im Privatraum weiterhin aktiv

Solingen. Auch wenn der Solinger Moscheeverein "Millatu Ibrahim" seit Anfang Juni vom Bundesinnenminister verboten ist: Ruhiger ist es um die Salafisten-Szene und ihre Hassprediger allenfalls nur auf den ersten Blick geworden. Zwar besteht der Moscheeverein offiziell nicht mehr, und es existiert damit auch der Hinterhof-Treff an der Konrad-Adenauer-Straße nicht mehr.

Doch scheint das eingetreten zu sein, was viele befürchtet haben: Das Verbot hat die Salafisten um den Millatu-Ibrahim-Verein in den Untergrund abgedrängt. In Solingen treffen sie sich in Privatwohnungen - und sie sind weiter aktiv.

So berichten Anwohner der Schellingstraße, dass dort Bewohner offen bekunden, der Salafistenszene anzugehören. Auch fanden Anwohner mehrfach Propagandazettel des Vereins "Die wahre Religion" in ihren Briefkästen. Gegen diesen Verein, der bislang hauptsächlich im Raum Köln/Bonn aktiv war, läuft ein Verbotsverfahren des Bundesinnenministers. Die Freitagsgebete der Solinger Salafisten finden nach Informationen unserer Zeitung nun meist in Räumen von Moscheen in umliegenden Städten statt: in Düsseldorf, Kaarst, Wegberg, Wuppertal und Essen. Und sie reisen viel: Jüngst sind einige nach Berlin und Bonn gefahren, um an Seminaren teilzunehmen. (...)