Live Stream: Sabatina James – Leben unter Morddrohungen

EuropeNews 10 Dezember 2012

Heute wird Sabatina James auf einem Aktionstag gegen die weltweite Christenverfolgung sprechen.

Leider hat die Live Übertragung heute Morgen aus technischen Gründen nicht geklappt. Wir wollen versuchen heute Abend ab 17:15 live vom Fackelzug zum Stefansdom zu berichten, sowie nach 20:00 weitere Vorträge mit Sabatina James und anderen. Bitte haben Sie Geduld!

Das Video der Pressekonferenz sowie ein exklusives Interview mit Sabatina James werden in den nächsten Tagen hier auf EuropeNews veröffentlicht werden.

Wien. Als unmittelbar von Todesdrohungen Betroffene, berichtet die zum katholischen Glauben konvertierte Ex-Muslima über die Angst der Christen in der täglichen Verfolgung um ihres Glaubens willen. Auch in Wien ist die erfolgreiche Autorin ihres Lebens nicht sicher – so wie viele Konvertiten aus dem Islam muss auch sie im Verborgenen leben.

Der Veranstalter, die PLATTFORM ''Solidarität mit verfolgten Christen'' gibt aus Sicherheitsgründen den Ort der Veranstaltung erst kurz vorher preis. Die Moderation übernimmt Dr. Elmar Kuhn, Generalsekretär von CSI Österreich.



Sabatina James – Die Wahrheit machte sie frei
Von Elisabeth Sabaditsch-Wolff

... ''Es ist besser für die Wahrheit zu sterben als für Nichts zu leben'' ...

... ''Ich wünschte es gäbe tausend Sabatinas... '' Ayaan Hirsi Ali

Diejenigen unserer Leser, die über den Islam sowie seine Lehren über die Apostasie Bescheid wissen, werden Ibn Warraq, Wafa Sultan und Ayaan Hirsi Ali kennen.

Aber es mag sein, dass sie noch nichts von Sabatina James gehört haben, einer tapferen und öffentlich bekennenden Apostatin vom Islam, die zum Christentum konvertiert ist.

Sabatina hat die meist leere Bühne jener ehemaliger Muslime betreten, die den Islam verlassen haben, aber immer noch davor zurückschrecken sich für diejenigen einzusetzen, die keine Stimme haben.

Wer ist Sabatina James, die gegen Minarette in Europa ist und deren Großvater Muezzin war?

Was hat sie dazu getrieben ihren Glauben in den sie hineingeboren wurde zu widerrufen, ein Schritt, auf Grund dessen sie nicht nur ihre Familie verloren, sondern auch deren Zorn auf sich gezogen hat in Form einer Todesfatwa?

Geboren und aufgewachsen in Pakistan, gemeinsam mit ihren Geschwistern, lernt Sabatina die westliche Kultur kennen, als ihr Vater eine Arbeit in Österreich annimmt.

Sie besucht die Schule, zunächst gekleidet in ihr shalwar khamez, später in Jeans und T-Shirt. Dennoch besteht die größte Herausforderung darin, ihr frommes muslimisches Leben und ihr säkulares Schulleben in Übereinstimmung zu bringen, was durch ihre Schönheit und den Beginn der Pubertät noch verstärkt wird.

Es ist ein unmögliches Leben, man lebt im Geheimen. Sie ist gezwungen sich weiterhin in der Schule ''bescheiden'' zu kleiden, sie verlässt die Wohnung in mehrere Schichten gekleidet: Ihr Spaghetti Top wird verdeckt durch ihre langärmelige Bluse. Sabatina, die nun beschlossen hat, nicht mehr länger Pakistani zu sein, steuert langsam aber sicher auf eine Kollisionskurs mit ihren Eltern zu, die Pakistani bleiben.

Sie schlagen sie, als sie sich in einen österreichischen Jungen verliebt. Sie läuft von zu Hause weg, nur um dann wieder zurückzukehren zu ihren reuevollen Eltern.

Das neue Buch von Sabatina James: »Nur die Wahrheit macht uns frei«

Im Jahr 1999 reisen Sabatina und ihre Eltern nach Pakistan, vorgeblich, um dort die Sommerferien mit der Familie und Freunden zu verbringen. Jedoch hat ihr Vater andere Pläne für sie: Seine älteste Tochter soll ihren Cousin Salman heiraten, das war schon Jahre vorher beschlossen worden.

Ihre Rebellion gegen den Cousin endet damit, dass sie in einer Madrassa eingesperrt wird, wo Imame sie indoktrinieren bis sie zusammenbricht, von Flöhen verseucht und abgezehrt.

Was war sie doch eine starke junge Frau, dass sie diese Misshandlungen überstanden hat – nur um dann der nächsten ausgesetzt zu sein.

Am Ende der Sommerferien wird sie gezwungen zurückzubleiben, sie nimmt ihren Platz im Haushalt ihrer pakistanischen Familie ein, in der Hoffnung eine Chance nutzen zu können, um nach Österreich zurückzukehren.

Sie verwandelt sich in eine fügsame, gehorsamen Frau, um ihre Freiheit wiederzuerlangen. Und schließlich wird sie von ihrem Vater befreit, der sie wieder nach Österreich zurückholt, wo sie wieder die Schule besuchen darf.

Zwischenzeitlich wächst der Druck ein Visum für ihren Verlobten zu organisieren. Auch lernt sie durch einen langjährigen Freund die Bibel kennen. Ihr Leben wird sich nun entscheidend ändern.

Ihr Weg zum Christentum verläuft auf einem sehr verschlungenen Pfad und endet in einem Riesenknall, wieder einmal wegen eines T-Shirts. Sabatinas Mutter schreit sie mit Tränen in den Augen an:

''Schau dich an! Du ziehst dich an wie eine Hure. Hast du alles vergessen was du in Pakistan gelernt hast?''

Dies ist der Anfang vom Ende für Sabatinas Leben als Tochter: Ihre Weigerung ihren Cousin zu heiraten führt dazu, dass die Mutter ihre eigene Tochter hinauswirft, und sie ein letztes mal anfaucht:

''Verschwinde hier! Du bist nicht mehr unsere Tochter. Ich will dich nie mehr wieder sehen.''

Ein neuer Anfang.

Die islamische Scharia, das Gesetzbuch, das von Muslimen und nicht-Muslimen befolgt werden muss, sieht den Tod als Strafe für Apostasie vor.

Daher kam es nicht überraschen für Sabatina, dass ihre Eltern und ihre Brüder, nachdem sie von ihrer Konversion gehört hatten, das taten, wozu sie nach der Scharia verpflichtet waren:

Sie gaben ihr Zeit, um ihre Apostasie zu überdenken und wenn sie sich weigerte, würden sie sie töten:

''Die Familienehre steht über meinem Leben oder unserem. Wer auch immer unseren Glauben verlässt, verdient es getötet zu werden. Ich würde eher sterben als in Unehre zu leben.''

Sabatina geht zur Polizei, die aber nichts unternimmt. Als ihr ''Verlobter'' Salman in Österreich auftaucht, der sein Visum auf der Basis einer gefälschten Heiratsurkunde erhalten hat, ist es Zeit für Sabatina Österreich für immer zu verlassen.

Ihr neues Leben in Deutschland bedeutet in einem Zeugenschutzprogramm zu leben und häufiges Wechseln der Wohnung, um den radikalen und fundamentalistischen Predigern zu entkommen, die Sabatina zum schweigen bringen wollen.

Aber sie weigert sich zum Schweigen gebracht zu werden. Nachdem sie sich aus den Ketten der elterlichen Unterdrückung befreit hat, gründet sie Sabatina e.V., einen Verein, der ohne Gewinn arbeitet und es sich zum Ziel gesetzt hat ''muslimischen Frauen zu helfen die – auf Grund der Gewalt innerhalb der Familie bedroht werden oder schon in Zwangsehen leben, oder denen ein Ehrenmord droht – auf die Hilfe anderer angewiesen sind.

''Dies beinhaltet psychologische Unterstützung so wie das Knüpfen von Kontakten mit Familien, die eine Zuflucht bieten wollen, sowohl in Deutschland wie auch im Ausland, um den Mädchen, die in Gefahr sind zwangsverheiratet zu werden, übergangsweise ein zu Hause zu geben.''

Sabatina kennt sich damit aus, und mit diesem Wissen kann sie jenen das Leben erleichtern, die Ähnliches wie sie durchmachen.

Obwohl sie nicht immer Erfolg hat die Mädchen vor Zwangsheiraten bewahren kann, kämpft sie unermüdlich. Erst vor kurzem reiste sie nach Pakistan, obwohl sie sich der Tatsache bewusst war, dass sie ihr Leben aufs Spiel setzte, um die Situation vor Ort zu untersuchen.

In ihrem Buch Nur die Wahrheit macht uns frei, das auch in Deutsch erhältlich ist, beschreibt sie den Schock und den Horror anschaulich. Durch Vorträge und in Fernseh Talkshows sensitiviert Sabatina emsig die Öffentlichkeit über Ehrenmorde und Zwangsehen.

Was zurückbleibt für mich, selbst eine Tochter und Mutter einer Tochter, ist der schreckliche und tiefe Schmerz, den Sabatina seit dem Tag erleiden musste, an dem sie ihr zu Hause und ihre Familie verlassen musste. Was geht einer Mutter durch den Kopf, wenn sie wünscht, ihre Tochter wäre niemals geboren worden? Was ist an Sabatinas Geburtstagen?

Denkt eine Mutter nicht zurück an die Freude, die sie empfunden hat, als ihre Tochter geboren wurde, oder hat sie sich nach der Geburt geschämt, weil sie einem Mädchen das Leben geschenkt hat?

Was ist dran am Islam, dass es Frauen dazu veranlasst ihr eigenes Fleisch und Blut zu hassen und zwar so sehr , dass der Tod die einzige Option ist?

Noch schmerzlicher ist der Gedanke daran, dass es tausende, Millionen Mädchen gibt in einer ähnlichen Situation, ohne die Möglichkeiten und die Stärke, die Sabatina besitzt.

Jetzt ist die Adventszeit, eine Zeit der Liebe und Hoffnung. Wir sollten uns dazu entschließen Sabatina zu helfen, auf jede Art und Weise, für die vielen Mädchen zu beten, die in Kinderehen, Armut und Sklaverei gefangen sind.

Sie verdienen es aufzuwachsen und in Freiheit zu leben.

Nichts weniger als das wollen wir tun.