• Ein Tag der Solidarität mit verfolgten Christen

EuropeNews, 13 Dezember 2012
Von Henrik R. Clausen
Übersetzung EuropeNews

Jedes Jahr am 10. Dezember, am Tag der Allgemeinen Menschenrechtserklärungorganisiert der Verein Christian Solidarity International, www.csi.or.at eine Veranstaltung in Wien zu Gunsten verfolgter Christen

Der erste Höhepunkt des Tages war eine Pressekonferenz mit Sabatina James, einer Apostatin aus dem Islam, die heute, im Alter von 30 Jahren ihr Leben dem Schutz islamischer Frauen gewidmet hat, um ihnen zu helfen unabhängig zu werden in einem Teil der Welt, der generell extrem patriarchalisch ist. Es war vorauszusehen, dass Islamisten in verschiedenen Ländern mit ihren Aktivitäten nicht einverstanden würden, so dass sie jetzt ständig auf Personen- und Polizeischutz angewiesen ist.

Bei der Pressekonferenz sprach Sabatina leidenschaftlich über die Situation in Pakistan, Syrien und anderswo. Leider konnte der Repräsentant der österreichischen Regierung, Staatssekretät Reinhold Lopatka ihr keine Hilfe anbieten, er hielt sich an die offizielle Linie ''Wir diskriminieren niemanden''. Sabatina nahm diesen Punkt mit Leichtigkeit auf und entgegenete später, dass sie aus Erfahrung wisse, dass man von Politikern oder politischen Parteien keine nützlichen Antworten bekäme.

Die Hauptveranstaltung war ein Marsch, der um 17.15 begann, durch die Innenstadt Wiens bis zum Stephansdom. Hier wurde eine Messe gehalten, die sich dem Schutz der verfolgten Christen weltweit widmete. Dieses Jahr waren rund 500 Teilnehmer da, die Fackeln, Plakate und Schilder trugen um zu zeigen, welche Länder betroffen sind. Das Hauptbanner trug die aufschrift:

Christenverfolgung steigt, Europa schweigt
Mord – Vergewaltigung – brennende Kirchen – Zwangsislamisierung
Stop Christenverfolgung!
Plattform Solidarität mit verfolgten Christen

Dieses Banner war ein Hinweis auf den unglücklichen Zusatnd dass die europäischen Länder und insbesondere die Europäische Union mehr an einem 'Dialog' interessiert scheinen um das islamsiche Dogma nicht zu beleidigen, als daran Christen zu schützen, die an Problemen leiden die ernster sind als das. In islamischen Ländern, die sich zur Zeit unter einem steigenden Druck nach dem ''Arabischen Frühling'' befinden, den Kriegen im Irak und Syrien, dem Aufstieg des Islamischen Fundamentalismus und anderen Ereignissen, die vor kurzem stattgefunden haben, befinden sich die alten christlichen Gemeinschaften in vielen Ländern in akuter Gefahr für Leib und Leben.

Die Forderungen
Ein Flugblatt, das von der Plattform Solidarität mit verfolgten Christen verteilt wurde enthielt diese Forderungen:

  • Ägypten: Schluss mit der fast täglichen Entführung koptischer Mädchen, die zwangsislamisiert, zur Prostitution gezwungen oder zwangsverheiratet werden. Dass die Polizei nicht länger wegschaut und Christen sicher leben können.
  • Pakistan: Schluss mit dem Blasphemiegesetz (=Todesstrafe für Lästerung des 'Propheten' Mohammed.
  • Nigeria: Schluss mit der Scharia (Handabschlagen für einfachen Diebstahl, Steinigung für voreheliche Beziehungen), Schutz gegen den islamischen Terror der Gruppe Boko Haram.
  • Syria: Schluss mit der Vertreibung von Christen aus ihren Wohnungen, Geschäften und Kirchen. Endlich Dialog statt Terror.
  • volle Gleichberechtigung und Glaubensfreiheit für Christen, auch in Europa (Diskriminierung von Christen schreitet voran).
  • das Recht für Christen, Kirchen zu bauen und den christlichen Glauben öffentlich zu bekennen.
  • den bedingungslosen Einsatz der Politik (Regierung und EU) für Menschenrechte.

Die Rede, die von Elmar Kuhn von CSI während des Marschs gehalten wurde betonte die Bedeutung der Universellen Menschenrechte und die Verantwortung der Politiker, der EU Kommissare und anderer diese Angelegenheit gegenüber Kooperationspartnern und Empfängern von Entwicklungshilfe zu erörtern. Es ist höchst unglücklich dass Demokratien und die Europäische Union, die auf den Menschenrechten basieren, diese Möglichkeit nicht nutzen um den Christen woanders zu helfen und um sie zu schützen.

Zu irgendeinem Zeitpunkt während des Marschs rief ein Passant lustigerweise ''Rechtsextremisten'', was einige Teilnehmer dazu veranlasste sich umzudrehen um mit einem verwirrten Gesichtsausdruck zu fragen ''Wo?''.

Am Stephansdom, der in hellem weihnachtlichen Glanz erstrahlte, löschten Die Teilnehmer des Marschs ihre Fackeln und gingen hinein um an einer speziellen Messe und einem Gebet zum Schutz der Christen auf der Welt teilzunehmen. Ein Dutzend Repräsentanten verschiedener Organisationen leiteten die Veranstaltung, die Hauptbanner und Plakate wurden gut sichtbar im Innern der Kirche angebracht.


Die Messe
Chorespikopos Emanuel Aydin von der syrisch-orthodoxen Kirche hielt die Hauptrede im Dom. Er sprach von einem Rahmenwerk zwischen dem Propheten Habakuk und der Offenbarung. Aydin nannte die Dinge beim Namen und erklärte die schlimme Situation der Christen im Nahen Osten heute, ebenso ließ er die Gelegenheit nicht verstreichen um die westlichen Politiker dazu aufzurufen zu ihrem Schutz tätig zu werden.

Ausgewählte Zitate:

Großes Unglück herrscht heute in der Welt. Viele Menschen lieben die Finsternis mehr als das Licht. Viele ziehen das Böse dem Guten vor. Wir erleben das besonders als verfolgte und in der Existenz bedrohte orientalische Christen. Aber es betrifft alle Christen.
Der Prophet Habakuk drückt das aus, wie wir empfinden: ''Wie lange, Herr, soll ich noch rufen und du hörst nicht? Ich schreie zu dir: Hilfe, Gewalt! Aber du hilfst nicht''.
Die Christenverfolgung hat extreme Ausmaße angenommen. Im Orient werden die Christen förmlich hingeschlachtet. Den Westen scheint das kaum zu interessieren. Der Westen kompromittiert sich selbst durch den Abfall vom Glauben.
[…]
Das ist unsere Erfahrung als orientalische Christen: Mörder und Erpresser finden keinen Widerstand, haben offensichtlich immer Erfolg und genießen oft die Unterstützung westlicher Politiker.
[…]
Es ist einfach abscheulich, was den Christen im Irak und in Syrien angetan wird. Es ist nicht einfach ein Krieg. Unbewaffnete Christen werden auf offener Straße erschossen, Christen werden die Kinder weggenommen und die Leichname vor die Türe geworfen. Ein Bischof von Mosul wurde ermordet und auf den Abfallhaufen geworfen.
[...]
Woher dieser Haß? Wie wir gesagt haben: Die Christen lösen – wie schon Jesus Christus selbst – ein schlechtes Gewissen aus, besonders die Mönche. Sie zeigen, wie man leben muß, in Frieden, im Gehorsam gegenüber den Geboten Gottes, in Keuschheit und gegenseitiger Unterstützung. Das empfinden viele als Vorwurf gegen sich und ihren Lebenswandel.
[…]
Wer die Wahrheit tut, kommt zum Licht, sagt Christus. Darum geht es. Wir wünschen niemandem das Böse. Wir warnen nur, daß der Böse sich nicht aus eigener Schuld verdammt.
Für uns Christen ist das herankommende Weihnachtsfest das Zeichen, daß Gott uns nahe ist. Wir glauben an Seinen Beistand und Seine Führung trotz aller Probleme.

Nach dem Glaubensbekenntnis und Gebeten zum Schutz und für die Sicherheit der Christen auf der ganzen Welt war die Demonstration vorüber – ein Zeichen der Ehrlichkeit und Würde in einer immer unsicherer werdenden Welt.

Aus Sicherheitsgründen hatte Sabatina James nicht an dem Marsch teilgenommen, aber sie besuchte die Messe mit aufrichtiger Anteilnahme und ergriff die Möglichkeit sich kurz mit den Kirchenführern hinterher zu unterhalten.

Zum Schluss entzündete sie eine Kerze für die Christen überall auf der Welt. Es wird interessant sein zu beobachten ob die Politiker die Gelegenheit aufgreifen werden um dem Nahen Osten auf Grund der Menschenrechtssituation, auch im Interesse der Nicht-Muslime den Kampf anzusagen.

Organisatoren
Mehr als 20 Organisationen unterstützen die "Plattform Solidarität mit verfolgten Christen". Auf ihren Webseiten kann man weiter gehende Informationen über das echte Problem der 'Christianophobie' finden. In ungeordneter Reihenfolge: