• 21. November 2012: Der Tag an dem wir den ''Krieg gegen den Terror'' verloren haben

EuropeNews 27 Dezember 2012
Original: November 21st 2012: The day we lost the ''War on Terror'', EuropeNews
Von Henrik R. Clausen
Übersetzung von EuropeNews

Die meisten werden es gar nicht bemerkt haben, aber am 21. November 2012 haben wir unsere letzte Schlacht im Krieg gegen den Terror verloren, den George W. Bush am 20. September 2001 ausgerufen hatte. Nach mehr als 11 Jahren Kampf, 56.900 gefallenen Amerikanern in Kampfhandlungen, Ausgaben in Höhe von zusammengerechnet zwischen 1,2 und 2,7 Billionen Dollar und einer ziemlich komplizierten Abfolge diplomatischer und militärischer Bündnisse, wurde das Ziel, den Terror zu besiegen, an diesem Tag in Kairo, Ägypten, aufgegeben.


Außenministerin Hillary Clinton mit dem ägyptischen Außenminister Mohammed Kamel Amr

Hier sehen wir das Triumvirat, bestehend aus dem ägyptischen Außenminister Mohammed Kamel Amr, der amerikanischen Außenministerin Hillary Clinton und dem Anführer der Hamas, Khaled Meshaal, die einen Waffenstillstand zwischen Hamas und Israel verkünden, nach einer Woche intensiver Gefechte zwischen der Terrororganisation und der Armee Israels.

Nun kann der Begriff 'Waffenstillstand' verschiedene Bedeutungen haben je nach Standpunkt, ob man damit Frieden erreichen möchte, oder das Gegenteil. Für diejenigen, die Frieden wollen, ist der Waffenstillstand ein Auftakt zu einem permanenten Friedensvertrag und macht in dieser Hinsicht Sinn. Auf der anderen Seite ist er für diejenigen, die Krieg wollen, eine Verschnaufpause im Kampfgeschehen und stellt hauptsächlich eine Gelegenheit dar, um wieder zu alter Stärke zurückzufinden und kann in besonderen Fällen auch ein Schutz vor einer bevorstehenden vernichtenden Niederlage sein. Der Islam kennt einen besonderen Begriff 'Hudna' für diese Art Waffenstillstand. Er kann, basierend auf dem Beispiel Mohammeds bis zu 10 Jahren andauern und kann früher gebrochen werden, wenn dies für den Islam als vorteilhaft betrachtet wird.

Dank Challah hu Akbar können wir einen genaueren Blick auf das Waffenstillstandsabkommen werfen:

Zum Verständnis des Waffenstillstands im Gazastreifen
  1. Israel soll alle Feindseligkeiten auf dem Gebiet des Gazastreifens einstellen, zur See und in der Luft, einschließlich Interventionen gegen und gezielter Angriffe auf einzelne Personen.
  2. Alle palästinensischen Fraktionen sollen alle Feindseligkeiten aus dem Gazastreifen gegen Israel einstellen, einschließlich Raketenangriffen und Angriffen entlang der Grenze
  3. Wiedereröffnung von Grenzübergängen und Wiederherstellung der Bewegungsfreiheit von Menschen und dem Transport von Gütern und davon Abstand nehmen die Bewegungsfreiheit der Siedler zu begrenzen und Siedler in Grenzgebieten anzugreifen. Die Verfahren zur Umsetzung sollen innerhalb von 24 Stunden vom Beginn des Waffenstillstands an abgeschlossen sein.
  4. Andere Angelegenheiten können je nach Bedarf später angesprochen werden

Umsetzungsmechanismus:
  1. Vorbereitung für das Inkrafttreten des Waffenstillstands um 0 Uhr.
  2. Ägypten wird von jeder der Parteien Versicherungen erhalten, dass die jeweilige Partei sich dem verpflichtet hat über das man sich geeinigt hat.
  3. Jede Partei soll sich selbst dazu verpflichten keine Handlungen zu vollziehen, die dieses Abkommen brechen würden. Im Fall irgendeiner Beobachtung, soll Ägypten – als Unterstützer dieses Abkommens – informiert werden, damit es dem nachgeht.

Am wichtigsten ist dabei: Dieses Abkommen blockiert Israel von militärischen Handlungen gegen die Hamas oder gegen andere Terrororganisationen in Gaza. Ohne eine ernstzunehmende Bedrohung einer Militäraktion hat Hamas jetzt die Freiheit seine militärische Infrastruktur wiederaufzubauen, seine Raketenabschussanlagen und nicht zuletzt ihre irgendwie dezimierten Raketenvorräte wieder aufzustocken. Hamas wird nicht freiwillig davon Abstand nehmen.

Umgekehrt sollen Hamas und die anderen Terrororganisationen in Gaza damit aufhören Israel anzugreifen. Vorausgesetzt, dass ihr Lebenszweck die Auslöschung Israels ist, kann dies nur eine temporäre Maßnahme darstellen.

Dann soll Israel die Bewegung der Güter und Menschen an Grenzübergängen ermöglichen. Angesichts dessen, dass die Grenzen nie geschlossen waren, noch nicht einmal während der Operation Pillar of Defence, ist dies eine etwas unklare Forderung und könnte leicht zu einem Zankapfel werden, wenn entweder Hamas oder Ägypten dies als unzureichend erfüllt ansehen.

Die Einschränkungen der Reisefreiheit nach und aus Gaza heraus wurden im Juni 2007 eingerichtet, nach ausgedehnten Kämpfen zwischen Hamas und Fatah, bei dem Machtkampf waren mehr als 600 Palästinenser getötet worden. Nachdem Hamas die unangefochtene Kontrolle von Gaza übernommen hatte, führten Israel und Ägypten strengere Grenzkontrollen ein, blockierten den Transport von Material, der als militärisch wichtig erachtet wurde. Aber diese Grenzkontrollen wurden durch ein ausgedehntes Netz aus Tunneln unter der Grenze von Gaza nach Ägypten löcherig gemacht.

Die abschließende Klausel des Waffenstillstandsabkommens hält eine weitere Überraschung parat – Ägypten, und keine neutrale Institution wie die OSZE oder die Vereinten Nationen, soll die Einhaltung überwachen. Angesichts der Tatsache, dass Ägypten heute von der Muslimbruderschaft regiert wird und die Hamas ein Zweig der Bruderschaft ist, scheint dies weder fair noch unparteiisch noch halbwegs verlässlich zu sein.

Was macht die Hamas zu einer ''Terrororganisation''?
Die Antwort lautet schlicht und einfach: Die Hamas ist eine Terrororganisation, weil sie den Terror organisiert. Jeder, der die Bilder der israelischen Kinder gesehen hat, die in einen Luftschutzraum laufen, oder die von ihren Eltern geschützt werden, aus Angst vor den einfliegenden Raketen der Hamas, weiß, dass dies die Wahrheit ist. Man muss nicht studiert haben um zu erkennen, dass es ein grundlegendes Ziel der Hamas ist, ohne Unterschied jeden Bürger Israels zu terrorisieren.


Israelische Mutter, die ihre Kinder gegen die Hamas Raketen schützt

Die Ziele der Hamas liegen nicht im Geheimen außer vielleicht für einige Journalisten und ein paar Politiker, die noch nicht die entsprechenden Berichte gelesen haben. Ein Bericht über die Hamas, der dem amerikanischen Repräsentantenhaus am 14. Oktober 1993 vorgestellt wurde, enthält dieses vielsagende Zitat über die Hamas und ihre Motivation:

Die Hamas verlässt sich zu einhundert Prozent auf die Anwendung von Gewalt. Dies wird klar aus dem Inhalt von Pamphleten, die regelmäßig im gesamten besetzten Gebiet verteilt werden, seit dem ersten Monat des Entstehens der Hamas. Diese Pamphlete beinhalten Aussagen wie, 'mehr Angriffe mit Messern, Granaten und Gewehren gegen die feigen Juden in deren Häusern und den Tag zur Nacht und die Nächte zur einer unerträglichen Hölle machen'.

Abgesehen von ein paar Weiterentwicklungen bei der Raketentechnologie hat sich das Ziel der Hamas seit 1993 nicht signifikant verändert.

Dies wird auch in ihrer Charta aus dem Jahr 1988 beschrieben. Aus dem Vorwort:

Denn unser Kampf gegen die Juden ist extrem weit gefächert und schwerwiegend, so stark, dass er jede loyale Anstrengung benötigt, die wir nutzen können, gefolgt von weiteren Schritten und verstärkt durch sich schrittweise anschließenden Batallione aus der mannigfaltigen arabischen und islamischen Welt, bis die Feinde besiegt sind und Allahs Sieg herrscht.

Aus Teil 1 Artikel 7 über die antisemitischen Gefühle Mohammeds:

Der Prophet, Gebet und Frieden seien mit ihm, sagte: Die Zeit wird erst dann kommen, wenn die Muslime die Juden bekämpfen (und sie töten); erst wenn sich die Juden hinter Steinen und Bäumen verstecken, die klagen werden: Oh Muslime! Ein Jude versteckt sich hinter mir, komm und töte ihn!

Die Charta zitiert viele antisemitische Stellen aus dem Koran, sowie Stellen, die zum Djihad, dem 'Heiligen Krieg' aufrufen. Erstaunlicherweise bezieht sich die Charta in Artikel 23 auf das klassisch antisemitische Pamphlet ''Die Protokolle der Weisen von Zion'', so als ob es Tatsachen entsprechen würde und kein Produkt der russischen Polizei aus dem 19. Jahrhundert wäre:

Deren Täuschung wurde in den Protokollen der Weisen von Zion dargelegt und ihre Präsenz [Verhalten] ist der beste Beweis dessen was dort gesagt wird.

Leider beschränkt sich die Hamas mit ihren terroristischen Aktivitäten nicht nur auf die Juden, sie nimmt auch die Bürger Gazas ins Visier, wenn sie Meinungsverschiedenheiten, Widerspruch oder unislamisches Verhalten vermuten. Beispielswiese wurden 6 Männer, die verdächtigt wurden mit Israel zu kollaborieren, am 20. November 2012 öffentlich erschossen, einer der Leichen wurde danach hinter einem Motorrad durch die Straßen von Gaza geschleift, um in jedem Bürger von Gaza Terror zu erzeugen, der mit der Hamas nicht einverstanden sein könnte. Beobachter wurden zitiert, die sich darüber beschwerten, dass die Brutalität der Morde nicht ausreichend gewesen seien.

Die wahrscheinlich systematischste Beschreibung, wie die Hamas in ihrem Inneren funktioniert, wurde von Mosab Hassan Yousef in seinem Buch Sohn der Hamas gegeben. Geboren als Sohn eines der Gründer der Hamas und bekannt als der ''Grüne Prinz'', begann er die inneren Abläufe der Organisation aufzudecken. Er berichtete über Gefangenen Camps, Folter und Hinrichtungen von Palästinensern, alles für das "Große Ganze", oder wenn es darum ging den Kampf gegen Israel aufrecht zu erhalten.

Glücklicherweise ist nicht alles in Gaza dem Elend und dem Untergang geweiht. Während die Hamas und andere radikal-islamistische Organisationen Raketen horten und Abschussanlagen bauen, sind die Lebensbedingungen in Gaza sind so schlecht wie oft berichtet wird. Es gibt ausreichend Nahrung, neue Häuser und Einkaufszentren werden gebaut, sowie Güter wie entsalztes Wasser, Öl, Elektrizität und Medizin werden von Israel bereitgestellt. Massive internationale Unterstützung für Gaza hebt die Lebensbedingungen über den Durchschnitt im Vergleich zu den in der arabischen Welt vorherrschenden. Armut ist ein Problem, aber auch nicht mehr als an vielen anderen Orten.

Der Iron Dome: Das Spiel hat sich geändert
Das Hauptziel jedweder Terrororganisation ist, laut Definition, Terror in die Herzen der Feinde zu bringen. Unvorhersehbare Raketenabschüsse waren eine hervorragende Methode, um dies zu erreichen und billige Raketen können in Nachbarschaftsarbeit hergestellt werden, wie dies in einem kurzen CNN Nachrichtenfilm zu sehen ist.

Die Arsenale der Hamas und ihrer Verbündeten schließen aber auch weiterentwickelte Raketen mit ein, die aus dem Sudan, Iran und möglicherweise von woanders her geliefert werden. Diese Raketen sind dazu in der Lage bis weit nach Israel hinein zu schießen, dennoch passt die fehlende Präzision ihres Leitsystems eher zu Terroristen als zu Armeen.

Auf der anderen Seite des Zauns in Israel, ist die Situation komplizierter. Warnsysteme und Bunker für die Zivilbevölkerung existieren, aber oft heulen die Sirenen nur 15 Sekunden vor dem Einschlag, so dass jeder sofort innehalten muss mit dem was er tut um sich zu schützen.

Der Iron Dome ist ein hoch entwickeltes Warn- und Abfangsystem, das von Israel im Jahr 2006 nach dem Krieg mit dem Libanon entwickelt wurde. Dieses System spürt Raketenstarts der Hamas auf und ermittelt schnellstens den Ort des Einschlags. Wenn man vorausberechnet, dass die ankommende Rakete in einem Wohngebiet einschlagen wird, werden Abfangraketen gestartet, um die einfliegende Rakete zu zerstören, die dann keine Furcht und Zerstörung anrichten kann, wie dies beabsichtigt ist.

Der Iron Dome wurde zuerst im Jahr 2011 getestet und war seitdem sporadisch in Gebrauch bis zum massiven Raketenbeschuss im November 2012. Bei seinem ersten großen Test zerstörte er 421 Raketen, 80-90 Prozent waren anvisiert worden. Obwohl es teuer ist, bedeutet das System eine willkommene Erleichterung für die Zivilisten, die sich ansonsten auf eine gänzlich passive Abwehr verlässt.

Der Iron Dome hat keinen offensiven Charakter und ändert auch die Methoden nicht, die dazu nötig sind, die Raketen zu entschärfen, die in Gaza gelagert sind. Aber er frustriert die Kernintention der Hamas, die darin besteht, die Bevölkerung Israels zu terrorisieren.

Die Operation Pillar of Defence
Die IDF schätzt, dass von den Feinden Israels bis zu zweihunderttausend Raketen gelagert werden, einschließlich Hamas, Hisbollah, Syrien und dem Iran. Um die Bedrohung durch die islamistischen Terroristen ganz zu beseitigen, müsste dieses Waffenarsenal zerstört werden, bevor es auf Israel abgefeuert wird. Erst kürzlich kamen iranische Fajr-5 Raketen hinzu, was die Sache dringend macht. Um dies zu erreichen wird eine offensivere Strategie benötigt. Deshalb die Operation Pillar of Defence.

Denn, wie die Regierung Israels feststellt:

Obwohl sich Israel seit 2005 völlig aus dem Gaza Streifen herausgehalten hat, greift Hamas Israel immer weiter an, das ist ein Beweis für die Tatsache, dass sie nicht gegen die (nicht existente) Anwesenheit Israels in Gaza kämpfen, sondern es geht um die Existenz Israels an sich.

Die internationale Gemeinschaft sollte handeln, um die Angriffe auf Israel aus dem Gaza Streifen zu beenden. Hamas und den anderen Terrororganisationen darf nicht erlaubt werden straflos gegen die Zivilbevölkerung von Südisrael vorzugehen.

In der Tat ist es ganz einfach:

Welchen Sinn macht es Zivilisten anzugreifen, wenn man angeblich den Frieden wünscht?

Gar keinen.

Deshalb begann die Operation Pillar of Defence am 14. November 2012 mit einem gezielten Schlag gegen den Chef des militärischen Flügels der Hamas, Ahmed Jabari:

Wie man in dem Video sehen kann, wurde sein Auto sauber getroffen auf einer im Großen und Ganzen leeren Straße und er wurde auf der Stelle getötet. Zur gleichen Zeit griff Israel verschiedene Fajr-5 Raketenlager und Abschussrampen an, eliminierte so größtenteils die neuartige Bedrohung durch die Hamas durch das bösartige antisemitische iranische Regime, wie in diesem CNN Bericht diskutiert.

Ihr militärischer Führer tot und ihre wirksamste Angriffswaffe eliminiert, die Hamas hatte keine große Wahl mehr, als ihre Stärke durch ein Sperrfeuer kleinerer Raketen gegen Sderot und andere Städte in ihrer Reichweite zu demonstrieren. Dies führte zu einem umfassenden Wettrennen zwischen der Hamas und der IDF. Erstere schickten Raketen, um die Zivilbevölkerung zu terrorisieren, während die IDF zurückschlug um die Waffenlager der Hamas und die militärische Infrastruktur zu zerstören.


Fajr-5 Raketen wurden aus dem Stadion von Gaza gestartet.

In einer einzige Woche schaffte es die Hamas, zumindest 1456 Raketen auf Israel zu feuern, beinahe zwei Mal so viele wie in 2011 insgesamt. Unter anderem zielte die Hamas auch auf Tel Aviv und Jerusalem, glücklicherweise wurde nur geringer Schaden angerichtet. Es ist schon ziemlich ironisch und peinlich, dass die Hamas Jerusalem angegriffen hat, eine Stadt, die doch angeblich heilig ist im Islam – aber offensichtlich nicht für die Hamas. Man fragt sich was passieren würde, wenn eine ihrer unpräzisen Raketen die Felsendom Moschee treffen würde?

In jedem Fall schafften sie es nicht, die israelische Bevölkerung in dem Maße zu terrorisieren wie dies angedacht war. Während schätzungsweise eine Million Israelis Zuflucht vor den Hamas Raketen in Schutzbunkern fand, war sich die öffentliche Meinung doch einig. Anrufer bei israelischen Radiostationen unterstützten die IDF darin mit dem Kernproblem gründlich umzugehen, auch wenn dies bedeutet, dass man eine oder zwei Wochen im Luftschutzbunker verbringen müsste.

Vom Kampf gegen den Terrorismus zum 'Waffenstillstand'
Obwohl gezielte Luftangriffe eindrucksvoll sind und in manchen Fällen auch effektiv, so benötigt man doch eine Bodeninvasion, um die terroristische Infrastruktur auszulöschen. Israel mobilisierte die Reservekräfte der Armee und schickte sie an die Grenze zu Gaza, bereit zum Einsatz. An diesem Punkt jedoch taten sich die führenden Politiker der Welt zusammen und forderten ''Frieden in Gaza'' und so wurde die Bodeninvasion ausgesetzt.

Insbesondere Ägypten hatte guten Grund besorgt zu sein. Die Muslimbruderschaft war an die Macht gekommen in Folge des sogenannten ''Arabischen Frühlings'', gekrönt von der Wahl Mohamed Mursis zum Präsidenten im Juni. Weil die Hamas ihre Wurzeln in der Muslimbruderschaft hat und gleichfalls das Ziel verfolgt das Kalifat wieder zu errichten, wurde der Schutz der Hamas vor einer Zerstörung zum wichtigsten Punkt auf der Agenda Ägyptens.

Es scheint paradox, dass Mursi, der sich sogar weigert das Wort 'Israel' in den Mund zu nehmen oder einen Repräsentanten des Landes zu treffen, zum Unterhändler zwischen Israel und Hamas werden wollte. Aber der Einfluss ausländischer Diplomaten, die seine Bedeutung anerkennen, hatte sicherlich seine Auswirkungen. Der türkische Ministerpräsident Erdogan, der Emir von Katar, der deutsche Außenminister Westerwelle, der Vorsitzende der Vereinten Nationen Ban Ki-moon und die amerikanische Außenministerin Hillary Clinton, sie alle eilten herbei, um die Kämpfe zu beenden. Nicht alle kann man mit gutem Grund verdächtigen von anti-jüdischen Vorurteilen getrieben zu sein, oder von Sympathie für die Terroristen, die von Israel bekämpft werden, aber das Endresultat war, dass die Terrororganisationen davor bewahrt wurden ausgelöscht zu werden und am 21. November 2012 trat ein Waffenstillstand in Kraft.

Während die Deutschen, die Araber und die Türken ihre eigenen Gründe haben mögen um Mursi zu unterstützen sowie den Waffenstillstand, der die Hamas schützt, ist die Teilnahme Hillary Rodham Clintons merkwürdig. Die Hamas ist seit 1977 eine in den USA anerkannte Terrororganisation und wenn wir die Verpflichtung der USA einen Krieg gegen den Terror zu führen, ernst nehmen wollen, dann sollte die USA nicht den Wunsch haben die israelische Armee davon abzuhalten eine führende Terrororganisation zu vernichten. Die Hamas zu pulverisieren und die Palästinenser von einer brutalen Herrschaft zu befreien sollte als wichtiger Sieg Israels verbucht werden, für ein friedliches Palästina und für das internationale Gesetz.

Dennoch passierte dies nicht und so wird die Bühne bereitet für eine weitere Kampfrunde, brutaler und tödlicher als diejenige, die gerade unterbrochen wurde. Der Grund dafür liegt in den islamischen Lehren, die einen 'Waffenstillstand' nicht in dem Sinne anerkennen wie dies im Westen verstanden wird, als Vorbereitung zu einem dauerhaften Frieden. Islamisten wie Yasser Arafat denken in Begriffen wie 'Hudna', einer zeitweisen Niederlegung der Waffen, um Stärke für einen weiteren Kampf zu gewinnen.

Wenn also die Aufmerksamkeit um Gaza erlischt, dann werden Ägypten und die Nomaden des Sinai still und leise weiterentwickelte Waffen nach Gaza bringen, um einen weiteren Anschlag auf die 'zionistische Wesen' durchzuführen, wie antisemitische Regimes Israel bezeichnen. Dass unsere eigenen Politiker das nicht verstehen, ist eine Quelle der Unzufriedenheit. Schlimmer noch, es beweist, dass wir unsere moralische Klarheit gänzlich verloren haben in diesem byzantinischen Spiel der Freunde, Feinde, des angenommenen Prestiges, der Täuschung und des Betrugs.

Die Wurzel des Problems
Wie konnte die amerikanische Regierung ihre moralische Klarheit derart verlieren? Die Antwort ist wahrscheinlich ziemlich bedrohlich. Das Problem liegt darin, dass es die Muslimbruderschaft geschafft hat das Weiße Haus als solches zu infiltrieren und das ist schlecht. Das beinhaltet Organisationen wie CAIR und ISNA und Personen wie Huma Abedin, Rashad Hussain, Mohamed Elibiary, Dalia Mogahed, Ingrid Mattson, Kareem Shora, und Salam al-Marayati, sie alle sind Muslime, und sie alle sind in beratenden Funktionen in der amerikanischen Regierung tätig. Das Center for Security Policy hat dieses Problem detailliert in der Videoreihe The Muslim Brotherhood in America: A Video Course aufgearbeitet, und andere haben ebenfalls über das Problem berichtet, einschließlich FrontPage Magazine, TheBlaze.com, Gates of Vienna, World Net Daily, RadicalIslam.org, NewsMax und andere. Leider verurteilt dieser Bericht eher als dass der ermittelt, so kann jedwede Infiltration weitergehen kann, wenn auch vorsichtig.

Wie wird es nun weitergehen?
In einer Welt ohne einen offensichtlichen moralischen Kompass ist es gut, wenn man sich an ein paar grundlegende Prinzipien hält:

  1. Aggressionen sind schlecht und nach internationalem Recht nicht erlaubt.
  2. Judenhass, auch bekannt als 'Rassismus' ist schlecht.
  3. Diejenigen infrage stellen, deren Macht auf Religion basiert.
  4. Obwohl Krieg schlecht ist, können kleinere Auseinandersetzungen nötig sein, um größeres Übel zu verhindern.

In Bezug auf Israel, das Land hat alle Möglichkeiten, um sich gegen die Drohungen der Hamas zur Wehr zu setzen. Denn trotz ihres auftrumpfenden Gehabes und der Erklärung man habe gesiegt hat auch sie ihr Feuer eingestellt gegenüber den israelischen Zivilisten. Und wenn sie wieder damit beginnen, dann gibt es viele Möglichkeiten, dass der berühmt gewordene Iron Dome sie abfangen wird, den islamischen Terrorismus in der Luft eliminieren und so die Forderung des Korans ''Terror in die Herzen der Feinde zu werfen'' solide ad absurdum führen wird.

Was die palästinensischen Gebiete angeht, die Eliminierung aller moderaten Stimmen stellt ein Problem dar. Wenn moderate Opposition zu Israel und den Juden keine materielle Verbesserung für die Palästinenser darstellt, dann, so behaupten radikale Stimmen, ist die Eliminierung Israels eine Voraussetzung zur Wiedererrichtung des Kalifats. Solchem religiösen Wahnsinn wird am besten begegnet, indem man den Griff nach militärischen Siegen durch Frustrationen entgegnet und natürlich indem man jedwede westliche Unterstützung der antisemitischen Palästinenser einstellt.

In Bezug auf Ägypten, der Glanz des internationalen Prestiges verblasst immer rascher, weil Säkularisten und Islamisten sich wegen der zukünftigen Richtung des Landes und der Rolle der Scharia auf den Straßen bekämpfen. Mit etwas Glück wird der interne Kampf so zeitraubend sein dass die Unterstützung oder der Beginn eines Krieges gegen Israel zunächst einmal von der Agenda verschwindet.

Was die Vereinigten Staaten angeht, so ist die Situation dort komplizierter. Nachdem man vorbehaltlos den sogenannten ''Arabischen Frühling'' unterstützt hat, hatte die amerikanische Regierung auch eine wesentliche Rolle gespielt bei den Regimewechseln von Tunesien bis Ägypten und bewaffnet gegenwärtig die Rebellen und koordiniert den Krieg mit Syrien über Katar

Während man gleichzeitig Israel mit Abwehrtechnologie und anderen Waffen versorgt, kann es sich die USA auch nicht leisten die arabischen Regierungen zu demoralisieren, oder die Federal Reserve wird schwere finanzielle Problem bekommen. Es stellt einen signifikanten Fall dar, dass Israel in Ungnade gefallen ist, weil Clinton die Hamas vor der Vernichtung bewahr hat und es wird sehr schwierig werden zurückzufinden zu prinzipientreuem Verhalten und einem festen Standpunkt gegenüber Terroristen.

Wenn es uns ernst gewesen wäre mit dem Kampf gegen den Terror, dann hätten wir der IDF Landoffensive nach Gaza applaudiert. Stattdessen beeilten sich alle einzugreifen und Israel daran zu hindern die Terroristen zu besiegen, und so eine neue Bühne zu bereiten für noch mehr Runden Terrorismus und Gegenschläge, anstatt für Frieden und Wiedervereinigung.

Der 21. November 2012 stellt die letzte Niederlage im Kampf gegen den Terror dar. Dies wird noch weh tun.