Video: Lars Hedegaard "Ich werde immer weiter reden!"

EuropeNews • 26 Februar 2013

Am 21. Februar hat Lars Hedegaard bei einem öffentlichen Auftritt im dänischen Parlamentsgebäude, eine Rede gehalten, die wir in Deutsch untertitelt haben. Diese Rede, sowie die anschließende Pressekonferenz wurde live im dänischen Staatsfernsehen übertragen.

Das Transkript der Rede finden Sie hier.

Vielen Dank.

Meine Rede gibt es auch in schriftlicher Form und sie wird auf der Webseite von Trykkefrihedsselskabet, sappho.dk, erscheinen. Das habe ich gemacht, weil heute Journalisten anwesend sind und sie manchmal nicht alles verstehen, was ich es gesagt habe.

Zuerst möchte ich sagen, dass ich mit großem Interesse jenen zugehört habe, die heute hier hin gekommen sind, vielen Dank, dass Sie gekommen sind. Nicht zuletzt Dank an jene Politiker und Experten, die sich hier für das Recht sich frei zu äußern eingesetzt haben. Sie helfen dabei mit, dass das Licht weiterhin leuchtet, in ansonsten dunklen Zeiten.

Nachdem ich dies nun gesagt habe, würde ich gerne betonen, wenn Sie gelesen haben, was ich schrieb - ich habe verschiedene Bücher und viele Artikel geschrieben – dann werden Sie sehen, dass ich niemals Hass gegenüber bestimmten ethnischen Gruppen geäußert habe.

Ich hasse keine Muslime, ich differenziere zwischen den Muslimen und der Ideologie des Islams. Ich werde das jetzt nicht weiter vertiefen, Sie können es überprüfen, wenn Sie meine Bücher kaufen, oder sie sich in der Bücherei ausleihen, oder wenn Sie meine Artikel lesen.

Als man mir sagt, dass die Gesellschaft für Pressefreiheit diese Veranstaltung plant, schlugen mir ein paar Freunde des Vorstandes vor, eher meine sanfte Seite zu zeigen, sowie meine Gefühle, die ich, wie sie glauben, besitze.

''Sei nicht so hart, wie du normalerweise bist,'' sagten sie. Ich gebe gerne zu, dass ich während der vergangenen drei Wochen verschiedene Emotionsstufen durchlaufen habe.

Zuerst war da natürlich der Schock, dass ein Mann, von dem ich annahm es wäre der Postbote, eine Waffe in der Hand trug, mit der er mir in den Kopf schießen wollte.

Dann war da meine große Freude, weil so viele führende Politiker einstimmig das Attentat verurteilten und dass so viele Zeitungen dies auch taten.

Am Tag nach dem Attentatsversuch war ich naturgemäß sehr bewegt, als ich die Leitartikel von Politiken und Ekstra Bladet las, unter anderen - zumindest die ersten Absätze der Artikel, in denen mit feierlichen Worten geschrieben stand, wie unabdingbar Meinungsfreiheit ist und wie falsch es sei, mich töten zu wollen.

Aber ich brauchte kein Kleenex um meine Tränen zu trocknen. Es schien, als ob die Autoren der Artikel den Angriff wieder einmal dazu benutzten, um ihren Lesern zu erklären, was für ein mieser rassistischer Feigling ich sei.

Und als ich fertig war mit diesen und dem anderen Geschreibsel über meinen Fall, war ich beinahe an dem Punkt angekommen an dem ich dazu tendierte zu denken, es wäre für das Land und die Zukunft der Menschheit vielleicht besser gewesen, wenn ich getötet worden wäre.

Danach dann war ich glücklich und stolz als ich sah, dass ein Polizist die Meinung äußerte, dass der Mordversuch auf Neid beruhen könnte. Könnte es sein, dass die Ehefrau des ungefähr 25-jährigen Killers, oder eine der Ehefrauen, mich heimlich verehrte und den verzweifelten Mann so weit treibt, seinen Rivalen zu erschießen?

Aber beinahe alle, Freund und Feind, glauben, dass der Angriff durch etwas verursacht wurde, dass ich gesagt oder geschrieben habe. Und dass es deshalb ein Versuch ist, mich daran zu hindern, weiter zu sprechen oder zu schreiben. Ich denke in dieselbe Richtung.

Nachdem die Gesellschaft für Pressefreiheit Ende 2004 gegründet wurde, wurden wir Jahr für Jahr beschuldigt fremdenfeindlich, rassistisch und rechtsextrem zu sein - und überhaupt nicht interessiert an Meinungsfreiheit.

Das Lustige ist, wenn Sie sich die vielen Gäste anschauen, die wir im Verlauf der Jahre nach Kopenhagen eingeladen haben, dann werden Sie sehen, dass zumindest die Hälfte einen ''anderen ethnischen Hintergrund'' hat. Menschen aus verschiedenen arabischen Ländern, Pakistan, Indien, China, Russland, usw...

Es kamen auch Schweden zu Besuch.

Aber die Presse hat, von ein paar Ausnahmen abgesehen, kein Interesse gezeigt an dem, was auf diesen Treffen gesagt und diskutiert wurde. Treffen, an denen jeder teilnehmen und alles was man wollte sagen konnte. Kein Mitarbeiter vom dänischen Rundfunk oder den Mainstream Medien kümmerte sich darum, zu uns zu kommen und zu berichten, was unsere interessanten Gäste uns zu sagen hatten.

Andererseits, wenn jemand von uns zufällig irgendein unbedachtes Wort geäußert hatte stürzten sie sich darauf wie Geier und sagten, was für Ungeheuer wir wären und dass unser eigentlicher Zweck der sei, eine faschistische Tyrannei aufzubauen, mit Lynchmob, Gaskammern und dem ganzen Rest.

In Politiken wurde ich als 'Gewohnheitskrimineller' bezeichnet und die derzeitige Kulturredakteurin verlangte im holländischen Fernsehen, vor ein paar Jahren, dass die falschen Meinungen, also, diejenigen, die nicht von Politiken geteilt werden – verboten werden sollten und dass sie will, dass ich bestraft werde, was die Staatsanwälte ja dann auch versuchten.

In diesem Land kann man öffentlich straffrei sagen, dass das Schariarecht, mit all seinen Folgen, den barbarischer Strafen und der Unterdrückung, natürlich umgesetzt werden soll.

Man kann auch sagen, ohne dass einem ein Haar gekrümmt wird, dass missratene Frauen, natürlich, mit Steinen beworfen werden sollten, bis sie sterben und dass Muslime, die sich vom Islam abwenden, natürlich getötet werden müssen.

Andererseits, wenn man sagt oder schreibt, dass dies der Grundbestandteil des Islams ist, dann muss man hinnehmen wegen Rassismus beschuldigt, eines Verbrechens angeklagt zu werden – und wie wir gesehen haben – einem Attentat zum Opfer zu fallen.

Diejenigen, die andere Menschen wegen Rassismus beschuldigen und fordern, dass deren Meinungsfreiheit genommen wird, müssen sich sehr zuversichtlich fühlen.

Sie können sich gar nicht vorstellen, dass eines Tages ihre Meinungen verboten werden und dass sie es sind, die vor Gericht gezerrt werden - oder, Gott behüte – dass sie eines Morgens dem Postboten die Haustür öffnen und er ein Mörder sein kann.

Diese Menschen haben von der Free Press Society nichts zu befürchten, denn wir werden die Meinungsfreiheit immer verteidigen, auch für unsere Gegner. Das haben wir bereits getan.

Aber da wir uns schon jetzt in einer Situation befinden, in der Mord und Bedrohung als Waffen im politischen Kampf benutzt werden, das wird deutlich, wenn wir uns anschauen was Pia Kjærsgaard, Naser Khader, Kurt Westergaard und nun auch mir passiert ist, wie können wir da sicher sein, dass sich die Gewalt immer nur in eine bestimmte Richtung bewegt?

Wie können wir sicher sein, dass die Stunde, die für die bösen Menschen schlägt, nicht eines Tages auch für jene schlägt, die sich selbst für die Guten halten?

Deshalb schlage ich folgendes vor: Wäre es nicht besser damit zu beginnen den Leuten zuzuhören, was sie eigentlich sagen, anstatt sie als Ausgestoßene zu brandmarken, die man behandeln kann wie man will?

Ist es nicht möglich, dass jene, die die letzten Jahre vor der Masseneinwanderung von Menschen gewarnt haben, die sich nicht in unsere Gesellschaft integrieren wollen oder können, tatsächlich tief besorgt sind um das, was in Dänemark und mit unseren Kindern passiert?

Ist es nicht möglich, dass jene, die vor der Gefahr der Islamisierung warnen tatsächlich Angst haben vor der Islamisierung, weil sie Dinge gesehen haben, die überall dort zutage traten, wo der Islam Fuß gefasst hat?

Dass sie Angst haben, dass wir unser höchstes Gut, die Freiheit, insbesondere die Meinungsfreiheit verlieren?

Einmal verloren, wird sie niemals mehr zurückkehren.

Deshalb werde ich Fragen stellen und immer weiter fragen. Deshalb werde ich sprechen und immer weiter sprechen. Vielen Dank.