Erdogan will Sitz im Sicherheitsrat für 'Religionen'

EuropeNews • News-Ticker • 28 Februar 2013

    Gestern und heute tagt in Wien die United Nations Alliance of Civilizations, deren erklärtes Ziel es ist, obwohl es nicht so deutlich gesagt wird, den Willen der Vereinten Nationen allen westlichen aufzuzwingen, insbesondere jenen, die noch keine Gesetze gegen die ''Diffamierung von Religionen'' implementiert haben

Das Endspiel der OIC im langen Marsch durch die wichtigsten internationalen Institutionen der westlichen Kultur scheint sich abzuzeichnen, beginnend mit der Ankündigung eines Zehn-Jahres Plans zur Beendigung der Islamophobie im Westen im Jahr 2005 und der Einrichtung eines Islamophobie Observatoriums kurz danach.

Dies reichte der Ummah aber offensichtlich noch nicht und so richtete sich deren Blick auf weitere Institutionen, wobei sich die OSZE als enttäuschend herausgestellt hat, weil sie politisch kein so hohes Profil besitzt wie andere bekannte weltweite Plattformen.

Größere Erfolge konnte die OIC in der Generalversammlung der Vereinten Nationen erzielen, indem sie buchstäblich die Kontrolle der Organisation übernahm, durch die Stimmen ihrer 56 Mitgliedstaaten (das 57. ist Palästina).

Die Einrichtung eines permanenten Sitzes im Sicherheitsrat ist eine absolute Notwendigkeit aus Sicht des kommenden Kalifats.

Der Möchtegern Kalif – Recep Tayyip Erdogan, der offensichtlich ein Amt anstrebt, das mehr zu bieten hat als das des türkischen Ministerpräsidenten – stellte klar, dass dem Islam ein solcher Sitz gegeben werden müsste.

In Wien anwesend waren auch Elisabeth Sabaditsch-Wolff und Henrik Raeder Clausen, hier ihr Bericht von der gestrigen Sitzung:

Der Zusammenstoß der tektonischen Platten

Es hatte im Vorfeld eine große Medienkampagne für das heutige Globale Forum der United Nations Alliance of Civilizations (UNAOC) gegeben.

Der österreichische Außenminister warb für die Veranstaltung und die Regierung schaltete am Sonntag ganzseitige Anzeigen in allen führenden österreichischen Zeitungen.

Das gestrige Forum war anders als die OSZE – es gab keine NGOs oder Organisationen aus der bürgerlichen Gesellschaft dort.

Nur Repräsentanten der einzelnen Länder und Offizielle der Vereinten Nationen waren eingeladen, um auf dem Podium sitzen zu können.

Die Präsentatorin der Morgenveranstaltung war eine sehr gut aussehende Dame aus dem Al-Jazeera Fernsehsender aus Katar.

In akzentfreiem Englisch stellte sie den neuen Hohen Vertreter der Allianz, Herrn Nassir Abdulaziz Al-Nasser vor – der auch aus Katar kommt. Dann sagte sie zur Versammlung:

''Der Einfluss Katars geht weit über seine Grenzen hinaus''

Und das ist in der Tat so. Niemand sollte vergessen, dass beinahe fünf Jahrzehnte lang Katar die Residenz des im Exil lebenden ägyptischen Klerikers Yusuf al-Qaradawi, des Führers der Muslimbruderschaft, war.

Eine ganze Reihe hochrangiger Politiker war anwesend, darunter UN Generalsekretär Ban Ki-moon, die ihre Reden zu diesem Anlass hielten.

Vuk Jeremic, Präsident der Generalversammlung der Vereinten Nationen sprach ebenfalls zum Publikum. Er zitierte aus dem Koran und der Bibel und insbesondere einen Koranvers der sagt, dass Allah alle gleich erschaffen hat und dann fügte er seine Interpretation an:

''Dies leitet uns an in Harmonie zu leben, weil wir eine gemeinsame Linie haben.''

Es gab keine wirklichen Diskussionen auf dieser Konferenz, der Tenor lautete, ''Wir benötigen eine verantwortungsvolle Führung'' und ''die Vielzahl der Kulturen führt zu einer Vielzahl des Wissens''.

Weitere Sprecher beklagten, dass es auf der Welt immer noch Diskriminierung, Intoleranz und Fremdenfeindlichkeit gebe.

Wäre nicht die Rede des türkischen Ministerpräsidenten Erdogan gewesen, die Konferenz wäre in der Mittelmäßigkeit versunken. Erdogan wurde wie ein Rockstar empfangen. Er war die Hauptattraktion des Tages und die zahlreiche Anwesenheit der türkischen Presse garantierte, dass er zu Hause in den Nachrichten gebührend präsentiert werden würde.

Er wusste offensichtlich, dass er der Mann der Stunde war und sagte unter anderem folgendes:

Ich appelliere an die ganze Welt. Repräsentiert der Sicherheitsrat die gesamte Welt?
Nein, die Welt wird NICHT im Sicherheitsrat repräsentiert.
Und werden dort alle religiösen Gruppen repräsentiert? Das ist das grundlegende Problem.
Die Allianz der Zivilisationen soll eine Allianz mit dem Sicherheitsrat aufbauen.
Religionen werden im Sicherheitsrat nicht repräsentiert.

Im weiteren Verlauf der Pressekonferenz verkündete Erdogan, dass die Türkei den syrischen Rebellen 'jede Art der Unterstützung gebe' während der Westen nicht genug tue.